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Trauer um Kraftwerk-Mitgründer: Florian Schneider-Esleben (✝73) ist tot

Weltberühmter Elektro-Pionier  

Kraftwerk-Mitgründer Florian Schneider-Esleben gestorben

06.05.2020, 20:45 Uhr | dpa

 (Quelle: imago images / ZUMA Press)
Kraftwerk-Mitgründer ist tot

Florian Schneider-Esleben ist mit 73 Jahren gestorben. Er galt als einer der Pioniere der elektronischen Musik. 1970 hatte er die Band Kraftwerk mitgegründet, 2014 bekam er den Grammy für sein Lebenswerk. (Quelle: Sat.1)

Trauer um einen deutschen Weltstar: Florian Schneider-Esleben gilt mit Kraftwerk als einer der Pioniere der elektronischen Musik. (Quelle: Sat.1)


Trauer um Florian Schneider-Esleben. Der Mitgründer der Gruppe Kraftwerk ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Dies bestätigte sein früherer Bandkollege Ralf Hütter über das Unternehmen Sony.

Florian Schneider-Esleben, Mitgründer der legendären Musikgruppe Kraftwerk, ist tot. Das hat das Musikunternehmen Sony am Mittwoch in Berlin unter Berufung auf Kraftwerk-Gründer Ralf Hütter mitgeteilt. Schneider-Esleben sei demzufolge nach einer kurzen Krebserkrankung gestorben. Er wurde 73 Jahre alt.

Im legendären Kling-Klang-Studio entwarf Florian Schneider-Esleben zusammen mit Ralf Hütter in Düsseldorf ab 1970 den elektronischen Sound von Kraftwerk. Nun ist der Avantgardist gestorben.

Pioniere der elektronischen Musik

Die Zusammenarbeit von Schneider und Hütter begann 1968 mit dem Musikprojekt "Organisation". 1970 gründeten sie das berühmte Kling-Klang-Studio in Düsseldorf und starteten Kraftwerk. Schneider-Esleben, Sohn des berühmten Architekten der Nachkriegsmoderne Paul Schneider-Esleben, ist damit einer der Pioniere der elektronischen Musik.

Er war an den wegweisenden Kraftwerk-Alben Autobahn (1974), Radio-Aktivität (1975), Trans Europa Express (1977), Die Mensch-Maschine (1978) und Tour De France (2003) beteiligt. Ende 2008 verließ er die Gruppe im Alter von 61 Jahren. 2014 erhielt er für sein Lebenswerk den Grammy.

In dem unscheinbaren Düsseldorfer Studio bastelte die Gruppe an ihrem vollsynthetischen, elektronischen wie minimalistischen Sound. Nicht einmal David Bowie soll Zutritt bekommen haben, als er in Düsseldorf zu Besuch war.

Tausende junger Musiker beriefen sich danach auf die verschwiegenen und öffentlichkeitsscheuen Düsseldorfer Avantgardisten, die allmählich Weltruhm erlangten. Juan Atkins, der Anfang der Achtzigerjahre den Begriff Techno prägte und als "Godfather des Techno" gilt, bezeichnete die Band als seine "Götter". Der musikalische Einfluss der Gruppe gilt als epochal.

1974 der internationale Durchbruch – zuvor noch Buhrufe

Bei ihren ersten Auftritten wurden die Düsseldorfer "Ton-Architekten" noch ausgebuht. Zu groß war der Bruch mit dem dominierenden Rock. Mit "Autobahn" hatte Kraftwerk dann 1974 den internationalen Durchbruch. Das Album war der erste Exportschlager deutscher Popmusik in die USA.

Karl Bartos, Florian Schneider, Ralf Hütter und Wolfgang Flur: Die Band Kraftwerk im Jahr 1974. (Quelle: imago images / Mary Evans)Karl Bartos, Florian Schneider, Ralf Hütter und Wolfgang Flur: Die Band Kraftwerk im Jahr 1974. (Quelle: imago images / Mary Evans)

1998 wird Florian Schneider als Professor an die Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe berufen. Er sollte dort "Medienkunst und Performance" lehren. "Er hat die Professur damals aber unseres Wissens nie angetreten", sagte ein Hochschulsprecher am Mittwoch.

Inzwischen ist der weltweite musikalische Einfluss des Musikers und seiner Gruppe unbestritten. Kraftwerks Retrospektive wurde vor einigen Jahren in einigen der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt aufgeführt.

In der Kunstwelt wird Kraftwerk neben Mondrian und Kandinsky zwischen Minimalismus und Konstruktivismus sortiert. So eingängig ihr digitaler Sound, ihre Rhythmen und Melodien heute sind, so revolutionär und unerhört waren sie es in den Siebzigerjahren.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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