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Billie Eilish verlangt von Männern Geheimhaltungsvereinbarung


Der Soundtrack der Woche (30. Juli 2021)

Von Sebastian Berning

Aktualisiert am 31.07.2021Lesedauer: 5 Min.
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Billie Eilish: Mittlerweile trägt die 19-Jährige ihre Haare blond.
Billie Eilish: Mittlerweile trägt die 19-Jährige ihre Haare blond. (Quelle: Universal Music)
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t-online hat offene Ohren für die wichtigsten Alben der Woche und gibt Ihnen Musiktipps. Diese Woche mit Billie Eilish, den Affären von Tina Turner und Inga Rumpf, die ihren 75. Geburtstag feiert.

Wenn Sie mal wieder richtig Lust auf neue Sounds haben, Ihnen aber die Zeit fehlt, sich durch die Veröffentlichungen der Woche zu hören, stimmt t-online Sie mit der wöchentlichen Rubrik "Schon gehört?" ein.

Billie Eilish – Happier Than Ever

Sie ist die größte Pop-Sensation seit Adele: Billie Eilish. Als gerade einmal 17-Jährige veröffentlichte die Amerikanerin ihr Debüt "When We All Fall Asleep, Where Do We Go?". Mit etwas traurigen Songs, einer selbstbewussten Attitüde und Baggykleidung, die dem gängigen Pop-Styling so gar nicht entsprechen wollte, wurde sie schnell zum Superstar, verkaufte Millionen Tonträger und hat 88 Millionen Instagram-Follower.

Und damit wurde sie auch die Stimme einer – vornehmlich jungen – Generation. Was sie sagte, hatte für Generation Tiktok Gewicht. Und man muss auch mit Anfang 30 sagen: Die Mucke war gar nicht mal schlecht. Doch was nun?

Nach so einem weltweiten Megaerfolg muss schon was kommen, sonst ist man schnell weg vom Fenster. Erste Neuerung: Für ein Shooting der "Vogue" zeigte sich die mittlerweile 19 Jahre junge Sängerin in Latex und enganliegender Kleidung. Und jetzt folgt mit "Happier Than Ever" das schwierige zweite Album.

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Ein bisschen traurig ist sie noch immer. Party-Banger findet man vereinzelt ("Billie Bossa Nova" etwa) und selbst das pumpende "Oxytocin" bewegt sich noch immer zwischen Klammerblues und Hüftschwung. Muss man wohl situationsbedingt entscheiden. Aber was man merkt: Billie wird erwachsen. Aus dem coolen Teenager mit dem gelangweilten Blick, der über Romanzen, Freunde und Kinderzimmer-Traumata singt, wird langsam eine junge Frau, die ihre Welt viel bewusster wahrnimmt.

Auch die Schattenseiten des Ruhmes beleuchtet sie. In "NDA" – das steht für das romantische Wort "non-disclosure agreement", also einer vertraglichen Geheimhaltungsvereinbarung – singt sie: "Had a pretty boy over but he couldn't stay. On his way out, made him sign an NDA." So fangen selten die großen Liebesgeschichten an. Schade! Dennoch ist es ehrlich. Und für diese Ehrlichkeit lieben sie ihre Fans. "Happier Than Ever" müsste daher ein ähnlicher Erfolg wie das Debüt der Sängerin werden. Und damit wären ja wohl alle zumindest genauso happy, oder?!

Tina Turner – Foreign Affairs

Ihr siebtes Album "Foreign Affairs" von 1989 war auch für Tina Turner eine ganz unbekannte Erfahrung. Denn nach den Megasellern "Private Dancer" und "Break Every Rule" war sie nicht mehr "simply the best". Ja, auch ein Popstar ihres Formats hatte Knicke in der Karriere. "Foreign Affairs" war so einer. In den USA reichte es nur noch für Platz 31 – Tina Turner! Hallo?! Aber so war es. Immerhin konnte sie dank ungebrochener Popularität in Europa noch immer insgesamt sechs Millionen Tonträger von der LP verkaufen, aber selbst das ist bei ihr schon Scheitern auf hohem Niveau.

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Woran lag's? Wenn man sich die just veröffentliche Neuauflage so anhört, dann ist das eigentlich gut gemachter Pop/Rock, wie es damals hieß. Und dann ist hier sogar noch das bereits referenzierte Paradestück "The Best" enthalten. Vielleicht war man 1989 einfach satt und hatte zu viel Tina Turner. Das Popgeschäft ist halt manchmal auch einfach nicht fair.

Aufgemotzt wird die Neuauflage, zumindest digital und bei der CD-Version, mit Remixen, Live-Versionen, B-Seiten und Instrumentals. Der geneigte Fan kann hier also noch den einen oder anderen Deep Cut entdecken oder einfach selbst die innere Tina rauslassen und zu den rein instrumentalen Edits mitsingen.

Opeth – Blackwater Park

Bei so Reissues fühlt man sich immer ein bisschen alt. "Mensch, so lange ist das schon her?" Und ja. Meist ist es schon lange her. So liegt es schon 20 Jahre zurück, dass die schwedische Death-Metal-Truppe Opeth ihr Meisterwerk "Blackwater Park" auf den Markt geworfen hat. Seitdem könnte der eine oder andere Headbanger seine Matte abgeschnitten oder gar ganz verloren haben. Time flies!

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Auch wenn Opeth mittlerweile lieber in Schlaghosen auf 70er Prog machen, damals steckte noch viel Metal in ihnen. Hart, verspielt, teilweise düster-folkig und stets mit extrem dichter Atmosphäre. Der klare Gesang wurde immer prominenter. Mit "The Leper Affinity", "Harvest" und "Bleak" sind hier absolut zeitlose Songs vertreten, die auch in den nächsten 20 Jahren im Genre als "prägend" bezeichnet werden.

Die Neuauflage, auf schönem dunkelgrünen Vinyl zum Beispiel, poliert den damals eh schon sehr fetten Sound noch einmal ein bisschen auf. Jetzt glänzt wirklich alles. Jede Nuance kann man wahrnehmen, wenn man sich die Zeit nimmt und aufmerksam zuhört. Obendrein gibt es noch einen Livetrack. Das ist in Zeiten von Pandemie-Konzertverboten traurigerweise auch schon einiges wert, ein wahrer Bonus sozusagen, wenn man zumindest auf den Boxen Applaus schallen hört.

Inga Rumpf – Universe of Dreams

Seit den späten 60ern ist Inga Rumpf bereits aktiv. Am 2. August feiert die Hamburger Rockröhre ihren 75. Geburtstag. Die Musikerin, die durch die Bands City Preachers, Frumpy und Atlantis berühmt wurde, hat sich über die Jahre vom Krautrock der Anfangstage entfernt. Mal gab es Pop, mal Rock, mal Jazz, mal Gospel. Man merkt: Inga Rumpf tobt sich künstlerisch gerne aus.

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Mit "Universe of Dreams" erscheint ganz kurz vor ihrem 75. Geburtstag ein neues Album, der ehemaligen WG-Mitbewohnerin von Udo Lindenberg. Ein paar neue Songs, ein paar alte Nummern in neuem Gewand (wie der 1981er Hit "I Wrote a Letter", den später auch Tina Turner covern sollte). Schön produziert und veredelt von der einzigartigen Stimme von Rumpf. Man kriegt recht zeitlose Songs, die ihrem Publikum wohl gefallen sollten. Auf der zweiten CD, "Hidden Tracks" betitelt, verstecken sich noch einige alte Perlen, die vorher nie veröffentlicht wurden. So wie Songs, wo Keith Richards und Ronnie Wood von den Rolling Stones mitspielen.

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Geezer Butler – Manipulations of the Mind: The Complete Collection

Er ist einer der Mitbegründer des Heavy Metal: Geezer Butler, Bassist von Black Sabbath. Er hat auf den meisten Alben der britischen Hard Rocker mitgespielt, war später Teil der Soloband von Ozzy Osbourne. Doch auch Butler versuchte sich im Alleingang.

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Drei Alben hat er veröffentlicht, die extrem weit vom 70er Sound von Black Sabbath entfernt sind. "Plastic Planet" von 1995 (veröffentlicht als g//z/r) war deutlich moderner und eher dem Industrial Metal zuzuordnen. Elektronik, Samples, kühle Gitarrenattacken. Gesungen hat hier übrigens Burton C. Bell von Fear Factory. 1997 folgte "Black Science", veröffentlicht als GZR. Wieder gibt es damals moderne Sounds. Viel Groove, viel Industrial, viel Metal. Gleiches gilt für "Ohmwork" von 2005. Gesungen hat auf den beiden Platten dann Clark Brown. Von ihm hat man vorher und nachher nie wieder was gehört.

Alle drei Alben sowie eine Bonus-CD mit Bonustracks gibt es nun in dem schmalen Boxset "Manipulations of the Mind" gesammelt. Oder auch als einzelne Best-Of mit den stärksten Songs dieser Zusammenstellung.

Alle Alben sind spätestens am 31. Juli 2021 in digitaler wie physischer Form erschienen. Wir hören uns wieder!

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