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Max Giesinger im Interview: "Fünf Jahre Single? Ich wollte es so"

INTERVIEWÜber Tinder-Schlappe  

Max Giesinger: "Fünf Jahre Single? Ich wollte es so"

Von Sebastian Berning

22.11.2021, 18:25 Uhr
Max Giesinger im Interview: "Fünf Jahre Single? Ich wollte es so". Max Giesinger: Der Sänger hat gerade sein neues Album "Vier" veröffentlicht. (Quelle: Christoph Köstlin)

Max Giesinger: Der Sänger hat gerade sein neues Album "Vier" veröffentlicht. (Quelle: Christoph Köstlin)

Er zählt zu den beliebtesten deutschsprachigen Sängern der letzten Jahre. Doch neben dem Erfolg merkt Max Giesinger auch, dass das Privatleben oft zu kurz kam, wie er im Interview mit t-online verrät.

Spätestens mit den Singles "80 Millionen" und "Wenn sie tanzt" konnte sich Max Giesinger vor etwa fünf Jahren als erfolgreicher Sänger etablieren. Seitdem ist er von den großen Bühnen, aus den TV-Shows und natürlich den Charts nicht mehr wegzudenken.

Doch genau in diesen letzten fünf Jahren hat sich der 33 Jahre alte Musiker voll auf Musik und Karriere konzentriert. Da war keine Zeit für eine Beziehung, wie er im Interview mit t-online über sein neues Album "Vier" verrät. Und die Dating-App Tinder war ihm da auch alles andere als eine Hilfe.

t-online: In "Irgendwann ist jetzt" singen Sie darüber, dass man gerne Sachen vor sich herschiebt. Kennen Sie das von sich selbst?

Max Giesinger: Es gibt viele Dinge, für die ich absolut keinen Anstoß brauche, weil ich ohnehin so Bock darauf habe.

Worauf haben Sie denn Bock?

Das Musikmachen, das Touren, das Unterwegssein und Sport aller Art. Aber gerade in den letzten Monaten, als vieles von dem nicht möglich war und man sozusagen dazu gezwungen wurde, sich viel mit sich selbst auseinanderzusetzen, habe ich gemerkt, dass es da auch einige Dinge gibt, die ich lange vor mir hergeschoben habe und denen ich mich noch nie richtig gewidmet habe.

Fällt es Ihnen schwer oder leicht den Moment zu genießen?

Das ist auf jeden Fall ein Thema, über das ich viel Nachdenke! Auf "Vier" ist ein Song – "Das Wunder sind wir" – der genau daraus entstanden ist.

Zu welchem Schluss sind Sie gekommen?

Ich war vor einigen Monaten auf Bali und saß dort in einem wunderschönen Restaurant, direkt am Strand gelegen, richtig gutes Essen und überall nur schöne, fit aussehende Leute. Ich hatte aber die ganze Zeit den Eindruck, dass niemand von denen wirklich da war.

Inwiefern?

Alle hatten ihr Handy in der Hand, haben irgendwelche Videos für Instagram gemacht, damit sie der Welt zeigen konnten, an welchem mega Ort sie gerade sind – ohne tatsächlich und wahrhaftig in diesem Moment dort zu sein.

Kennen Sie das von sich selbst?

Das ging mir auch ziemlich oft so. Es gibt so viele Reize in der Welt, die dich aus dem Blick verlieren lassen, wie geil eigentlich der jetzige Moment ist. Dinge wie Social Media tragen einen davon weg und machen es einem nur schwerer, sich auf das Jetzt zu konzentrieren und genießen zu können.

Über Ihren Beziehungsstatus halten Sie sich bedeckt, jedoch munkelt man, dass Sie Tinder ausprobiert haben sollen.

Ja, das stimmt tatsächlich. Das ist mittlerweile schon ein paar Jahre her und ging nicht lange gut. Spätestens nach fünf Minuten wurde ich schon so oft gemeldet, dass mein Profil direkt gesperrt wurde, weil niemand geglaubt hat, dass ich das wirklich bin.

Man ist aber wirklich geneigt zu denken: "Max Giesinger? Bei Tinder? Nee, der braucht doch keine Dating-App!"

Ich war fünf Jahre Single, weil ich es genau so wollte. Musik hatte die absolute Priorität und alles andere musste sich hinten anstellen. Mit so einem Mindset siehst du natürlich auch nicht die richtige Frau, selbst wenn sie direkt vor dir steht. Das hat sich mittlerweile etwas verändert.

Ja?

Ich weiß nun, wie wichtig es ist, mein Privatleben zu pflegen. Ich würde für eine Beziehung auch paar Termine weniger eintüten.

Hat gerade in Zeiten von Pandemie, Lockdown und den Unsicherheiten, wie sich die nächsten Wochen entwickeln, eine Partnerin gefehlt?

Ich kann mittlerweile sehr gut mit mir allein sein. Mir ist so gut wie nie langweilig und ich finde immer etwas zu tun. Wenn man sich mal alleine gefühlt hat, bin ich zwei Meter über den Flur gelaufen und habe Zeit mit meinem besten Kumpel verbracht. Wir wohnen glücklicherweise Tür an Tür.

Kann man das Leben als erfolgreicher Musiker mit einem intakten Privatleben verbinden? 

Ich habe das Glück, dass meine Band und Crew aus Leuten besteht, mit denen ich richtig dicke und zum Teil auch schon viele, viele Jahre befreundet bin. Ich habe also die meiste Zeit meine Freunde um mich. Aber es gibt natürlich Beziehungen, wo das nicht so leicht ist.

Beim wem merken Sie, dass manchmal der Terminkalender zu voll ist?

Meine Oma zum Beispiel sehe ich viel zu wenig. Sie ist kaum gereist. Wenn‘s hochkommt ein paar mal im Bayerischen Wald. Wenn bei mir also gerade viel los ist und ich viel am Reisen bin, sind die Chancen also leider sehr gering, dass wir uns irgendwo sehen können. Gleichzeitig hat meine Oma sich ihr ganzes Leben darum gekümmert, dass ihre Kinder und Enkelkinder ein gutes Leben haben. Ich kann heute nur so viel unterwegs sein, weil sie auf vieles verzichtet hat und mir das Leben ermöglicht hat, das ich lebe.

Verwendete Quellen:
  • Eigenes Interview mit Max Giesinger

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