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Charlie Sheen ist HIV-positiv: Er wurde wegen Infektion erpresst

Geständnis im TV als Flucht nach vorne  

Charlie Sheen wurde wegen HIV-Infektion erpresst

17.11.2015, 19:46 Uhr | AFP, t-online.de, dpa

Charlie Sheen ist HIV-positiv: Er wurde wegen Infektion erpresst. Charlie Sheen (Quelle: Reuters)

Charlie Sheen (Quelle: Reuters)

Es ist offiziell: Charlie Sheen ist HIV-positiv. Das erklärte der Hollywoodstar am Dienstag im US-Fernsehen: "Ich muss einräumen, dass ich in der Tat HIV-positiv bin", sagte der 50-Jährige in der "Today"-Show des Senders NBC.

Aber: Er habe kein Aids, beteuerten Sheen und sein Arzt Robert Huizenga live im Fernsehen. Der Schauspieler bestätigte zugleich, dass er immer wieder erpresst wurde. Genau deshalb sei er an die Öffentlichkeit gegangen. "Ich will mich selbst aus diesem Gefängnis entlassen." 

Bis zu zehn Millionen Dollar an Erpresser gezahlt

Charlie Sheen war mit der im Jahr 2003 gestarteten Serie "Two and a Half Men" einmal der bestbezahlte Schauspieler des Fernsehens. In der Sitcom, in der er den trinkenden Schürzenjäger Charlie Harper spielte, kassierte er in den besten Zeiten pro Folge mehr als eine Million Dollar. Die Hauptrolle verlor er im Jahr 2011 jedoch nach mehreren öffentlich gewordenen Eskapaden.

Heute sei seine finanzielle Situation "nicht großartig", so Sheen. "Es waren Millionen", die er an seine Erpresser gezahlt habe. Angeblich sogar um die zehn Millionen Dollar, hieß es von NBC. 

"Eine Prostituierte war bei mir, und nachdem ich gesagt hatte, 'Danke für Deine Zeit, wir werden uns nicht wiedersehen', wollte sie mehr Geld. Sie hatte ein Foto von den Medikamenten gemacht." Dieses Geld hätten die Erpresser seinen Kindern weggenommen, sagte Sheen wütend. Gefragt, ob er noch immer zahle, sagte er: "Von heute an nicht mehr."

"Es ist unmöglich, dass ich es weitergegeben habe"

Waren es tatsächlich nur Erpresser? Oder musste Sheen an Frauen zahlen, die er angesteckt hatte, wie US-Medien spekulieren. "Unmöglich! Es ist unmöglich, dass ich es weitergegeben habe", beteuerte er im TV. Und er habe jedem Sexpartner vorher erzählt, dass er infiziert sei. "Ohne Ausnahme!"

"Es fing mit Kopfschmerzen und Schweißattacken in der Nacht an"

Kaum zu glauben, dass Hollywood dieses Geheimnis vier Jahre bewahrt hat. Er wisse "nicht so genau", wo er sich angesteckt habe. "Es fing mit Kopfschmerzen und Schweißattacken in der Nacht an", sagte Sheen. "Nach den ganzen Tests und all dem Mist war dann klar, was es ist."

Rauschgift nein, Alkohol ja

Sein Arzt erklärte, dass Sheen sofort auf starke Medikamente gesetzt wurde. Jeden Tag nehme er vier Tabletten "und wir sind felsenfest davon überzeugt, dass er alles sehr verantwortungsvoll macht". Sheen beteuerte, dass er kein Rauschgift mehr nehme. "Aber trinken? Ja, schon noch. Klar."

Sein Arzt betonte, dass die HI-Viren in Sheens Blut kaum nachzuweisen seien. "Es ist nur eine unglaublich niedrige Wahrscheinlichkeit, einen anderen anzustecken." Sofern man geschützten Sex hat. Allerdings: Nur eine halbe Stunde zuvor hatte Sheen eingeräumt, dass er auch noch ungeschützten Sex hatte. "Ja! Aber die beiden sind in Behandlung meines Arztes."

Sheen erwartet Klagen

Sheen sei "sexuell extrem aktiv" gewesen, sagte Interviewer Matt Lauer. Ob er jetzt Klagen erwarte: "Ich bin mir sicher, dass das das Nächste ist." In 35 Staaten ist es strafbar, eine Infektion vor dem Sex zu verschweigen. Sheen geriet ins Stottern, stammelte etwas und endete mit: "Ich kann hier nur meine Wahrheit erzählen."

Unterstützung für Sheen

Schon zuvor hat es viel Unterstützung für den 50-Jährigen gegeben. "Mein Herz blutet. Bete für Charlie und seine Familie", schrieb zum Beispiel Heather Locklear, die mit ihm in "Chaos City" gespielt hat. Fans wünschten ihm Stärke, bezeichneten seinen Auftritt als mutig und einer schrieb gar: "Was für ein großer Mann!". Aber es gab auch kritische Stimmen. Sehr kritische. Und einer schrieb, bei Sheens Lebenswandel sei die Infektion eigentlich kein Wunder. Sheen darauf: "Hmm, ja, das ist nicht völlig verrückt."

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