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Schlecky Silberstein war in Psychiatrie: "Ich wollte gar nicht mehr raus"

Schlecky Silberstein  

ARD-Satiriker über Psychiatrie: "Ich wollte gar nicht mehr raus"

30.11.2020, 11:20 Uhr | sow, t-online

Schlecky Silberstein war in Psychiatrie: "Ich wollte gar nicht mehr raus". Schlecky Silberstein: Der Autor Christian Bandes ist unter anderem durch das Satire-Format "Browser Ballett" bekannt geworden. (Quelle: rbb/Steinberger Silberstein GmbH)

Schlecky Silberstein: Der Autor Christian Bandes ist unter anderem durch das Satire-Format "Browser Ballett" bekannt geworden. (Quelle: rbb/Steinberger Silberstein GmbH)

Christian Brandes – besser bekannt als Schlecky Silberstein – leidet an Depressionen. Nun berichtet der Satiriker, wie er sich in einer Psychiatrie behandeln ließ – und warum es ihm gut getan hat.

"Ich war in der Psychiatrie und es war die beste Zeit meines Lebens" lautet die Überschrift eines Artikels von dem Autor Christian Brandes. Der im Internet als Schlecky Silberstein bekannte Satiriker hat nach einer über dreimonatigen Sendepause sein Schweigen gebrochen. Auf seinem Blog berichtet er nun, dass er unter Depressionen leidet.

"Ich bin schon ziemlich lange in Depressionen verstrickt und die Krankheit war mir bis vor Kurzem noch hochnotpeinlich", so der 39-Jährige in dem Artikel. Er sei "männlich sozialisiert" worden und habe es deshalb in der Vergangenheit vermieden, über seine Krankheit zu sprechen. "Dabei ist es genau dieses groteske Selbstbild, das gerade Männern befiehlt, sich gegen eine Fassade zu stemmen, die unter keinen Umständen einstürzen darf."

Der Artikel solle nun anderen helfen, die Scham abzulegen. Er selbst habe sich einen solchen Text gewünscht, als es ihm "an den Kragen" ging. Christian Brandes habe sich in zwei Kliniken behandeln lassen, eine davon war das Theodor-Wenzel-Werk in Berlin. Er schreibt: "Tatsächlich hat sich mir die Psychiatrie zum einzigen normalen Ort auf Erden offenbart." Sie habe ihm "die Struktur im Kopf" zurückgegeben. "Am Ende wollte ich gar nicht mehr raus", so Brandes.

"Die Krankheit hat sich nicht in Luft aufgelöst"

Aufgrund von Corona könne er die Therapiegruppe aus seiner Zeit im Theodor-Wenzel-Werk aktuell nicht sehen – und auch sonst habe sich "die Krankheit (...) nicht in Luft aufgelöst". Der Satiriker ist sich sicher, dass seine Depressionen ihn ein Leben lang begleiten werden. "Ich weiß jetzt allerdings, dass es einen Ort gibt, an den ich gehen kann, wenn mich alle Hoffnung verlässt." Bis heute nehme er "vergleichsweise viele Medikamente".  
 

 
Wenn er zurückblickt, erinnere er sich vor allem an "wunderschöne Ereignisse", die er "alle wie im Wachkoma erlebt" habe. Die Krankheit sei für ihn wie ein "Drache", der ihn seit seiner Kindheit verfolge: "Er kam zu meiner Hochzeit, zur Geburt meines ersten Sohnes und zur Aufzeichnung meiner ersten TV-Show."

Tatsächlich wird seine Show "Bohemian Browser Ballett" am 3. Dezember erstmals im linearen Fernsehen ausgestrahlt. Um 23.35 Uhr läuft die Satiresendung nach "extra3" im Ersten. Christian Brandes und die Psychologin Christina Schlag fungieren als Gastgeber, als Gäste sind Tine Wittler, Jochen Schropp und Ingolf Lück dabei.

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