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Wie Hunger auch heute noch Kinderleben bedroht

UNICEF in Kooperation mit t-online

Aktualisiert am 22.10.2021Lesedauer: 4 Min.
Adut drĂŒckt sich schĂŒchtern an ihre Mutter. Das MĂ€dchen aus dem SĂŒdsudan ist akut mangelernĂ€hrt.
Adut drĂŒckt sich schĂŒchtern an ihre Mutter. Das MĂ€dchen aus dem SĂŒdsudan ist akut mangelernĂ€hrt. (Quelle: UNICEF/UN0344910/Wilson)
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Man könnte annehmen, dass heute niemand mehr an Hunger sterben muss. Doch leider sieht die RealitĂ€t anders aus. Millionen Menschen haben nicht genug zu essen, und Hunger und MangelernĂ€hrung nehmen weltweit sogar zu. Insbesondere fĂŒr Kinder kann dies Lebensgefahr bedeuten. Das Kinderhilfswerk UNICEF hilft mangelernĂ€hrten MĂ€dchen und Jungen.

Das Wichtigste im Überblick


  • Warum ist MangelernĂ€hrung fĂŒr Kinder so gefĂ€hrlich?
  • Hunger und MangelernĂ€hrung nehmen weltweit zu
  • Wie können wir mangelernĂ€hrten Kindern helfen?
  • Helfen Sie mit UNICEF mangelernĂ€hrten Kindern wie Adut

Teilnahmslos sitzt Adut auf dem Schoß ihrer Mutter. Schon seit einigen Wochen hat das MĂ€dchen aus dem SĂŒdsudan keinen Appetit und wird immer schwĂ€cher, kann nicht laufen und kaum stehen.

Schließlich bringt ihre Mutter Adut in ein UNICEF-ErnĂ€hrungszentrum. Nach einer kurzen Untersuchung ist klar: Adut ist lebensbedrohlich mangelernĂ€hrt. Sie braucht sofort Hilfe.

Warum ist MangelernĂ€hrung fĂŒr Kinder so gefĂ€hrlich?

MangelernÀhrung entsteht, wenn ein Mensch durch seine ErnÀhrung nicht all die NÀhrstoffe aufnimmt, die sein Körper braucht. Sie ist also nicht unbedingt gleichzusetzen mit Hunger. Wenn ein Kind beispielsweise wochenlang nur Maisbrei isst, kann es davon satt werden, aber trotzdem an MangelernÀhrung leiden. Vor allem in KrisenlÀndern und armen Regionen spielen MangelernÀhrung und Hunger aber hÀufig zusammen.

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FĂŒr Kinder wird MangelernĂ€hrung schnell lebensgefĂ€hrlich. Denn sie schwĂ€cht ihre Körper und macht sie anfĂ€llig fĂŒr weitere Erkrankungen, zum Beispiel Durchfall oder Masern. Zudem entsteht ein Teufelskreis: Durch die MangelernĂ€hrung wird die Verdauung der Kinder beeintrĂ€chtigt. Sie können nicht mehr normal essen, der Körper nimmt die NĂ€hrstoffe aus den Lebensmitteln kaum noch auf. So werden die Kinder immer schwĂ€cher. Schwer mangelernĂ€hrte Kinder haben ein neunmal so hohes Risiko zu sterben wie gesunde Kinder.

Hunger und MangelernÀhrung nehmen weltweit zu

Die GrĂŒnde fĂŒr Hunger und MangelernĂ€hrung sind vielfĂ€ltig. Kriege und Konflikte wie im Jemen, in Syrien oder im Kongo zwingen Familien zur Flucht. Dabei geben die Eltern oft ihren Besitz, ihr Land und ihren Beruf auf. So fĂ€llt es ihnen schwer, ihre Kinder zu ernĂ€hren. Kriege schaden zudem der Wirtschaft und treiben so die Preise fĂŒr Lebensmittel in die Höhe.

Malik Farid Mohammed, neun Monate alt, in einem Krankenhaus im Jemen. Er ist mangelernÀhrt und bekommt nun Hilfe.
Malik Farid Mohammed, neun Monate alt, in einem Krankenhaus im Jemen. Er ist mangelernÀhrt und bekommt nun Hilfe. (Quelle: UNICEF/UN0372082/Alzekri)

Als Folge des Klimawandels kommt es hĂ€ufiger zu extremem Wetter wie DĂŒrren, WirbelstĂŒrmen und Überschwemmungen. Dadurch werden Ernten vernichtet und Vieh getötet. Die Familien verlieren ihre Lebensgrundlage und leiden Hunger. Und auch die Folgen der Corona-Pandemie haben die Lage vieler Familien verschĂ€rft. Infolge von Lockdowns und einer schwĂ€cheren Wirtschaft haben Eltern ihre Arbeit verloren und können nun ihre Kinder teils nicht mehr ernĂ€hren.

Vor allem im Jemen, in Subsahara-Afrika und in SĂŒdostasien sind Hunderttausende Kinder lebensbedrohlich mangelernĂ€hrt. Doch nicht nur dort, sondern in vielen Teilen der Welt nehmen Hunger und MangelernĂ€hrung zu.

Wie können wir mangelernÀhrten Kindern helfen?

Jetzt kommt eine gute Nachricht: Wenn MangelernĂ€hrung frĂŒhzeitig erkannt wird, ist sie leicht zu behandeln. Die meisten Kinder erholen sich vollstĂ€ndig.

FĂŒr die Diagnose nutzt UNICEF ein einfaches Maßband: Es wird um den Oberarm des Kindes gelegt und misst den Umfang. Zeigt das Band Rot, muss das Kind sofort behandelt werden. UNICEF schult auch MĂŒtter und VĂ€ter in der Verwendung des Maßbandes. So können sie bei ihren eigenen Kindern oder den Kindern in ihrem Dort selbst prĂŒfen, ob diese mangelernĂ€hrt sind und sie im Zweifelsfall rechtzeitig in ein ErnĂ€hrungszentrum bringen.

Ein Kleinkind in Bangladesch wird auf MangelernĂ€hrung untersucht. Das Maßband zeigt Rot.
Ein Kleinkind in Bangladesch wird auf MangelernĂ€hrung untersucht. Das Maßband zeigt Rot. (Quelle: UNICEF/UNI276633/Sujan)

Lebensrettende Hilfe in silbernen PĂ€ckchen: Erdnusspaste

In den ErnÀhrungszentren hilft UNICEF mangelernÀhrten MÀdchen und Jungen mit Spezialnahrung. Das Ziel ist dabei immer, dass ein Kind schnell an Gewicht zulegt und ihr Körper mit allen wichtigen NÀhrstoffen versorgt wird.

Babys und Kinder, die so schwach sind, dass sie keine feste Nahrung bei sich behalten können, bekommen Spezialmilch, alle anderen Erdnusspaste. Die Paste besteht aus ErdnĂŒssen, Öl, Zucker und Milchpulver. Dann werden noch Vitamine und Mineralien zugesetzt.

Erdnusspaste hat viele Vorteile bei der Behandlung mangelernÀhrter Kinder: Sie ist mit 500 Kalorien pro PÀckchen sehr nahrhaft. So legen die MÀdchen und Jungen schnell an Gewicht zu.

UNICEF-Helferin Jesca hat Aduts Mutter die Vorteile der Erdnusspaste erklÀrt. Nun isst Adut die erste Portion.
UNICEF-Helferin Jesca hat Aduts Mutter die Vorteile der Erdnusspaste erklÀrt. Nun isst Adut die erste Portion. (Quelle: UNICEF/UN0344889/Wilson)

Die Vitamine und Mineralien in der Erdnusspaste gleichen zudem NĂ€hrstoffmĂ€ngel aus. Außerdem ist die Erdnusspaste auch ungekĂŒhlt lange haltbar und die Eltern können sie ihren Kindern direkt aus dem PĂ€ckchen fĂŒttern. Es ist nicht nötig, Wasser zuzusetzen. Dies ist sehr wichtig, da es in vielen Gegenden kein sauberes Trinkwasser gibt und ĂŒber das Wasser Bakterien und Keime in die Nahrung kommen könnten.

Im Durchschnitt braucht ein Kind sechs Wochen lang je drei PĂ€ckchen Erdnusspaste pro Tag, bis es ihm deutlich besser geht und die Behandlung als erfolgreich abgeschlossen gelten kann.

Wiedersehen mit Adut: Sie ist gesund!

Auch Adut hat die Erdnusspaste geholfen. Nach acht Wochen ist sie gesund, aufgeweckt und fröhlich – und kann sogar laufen. Sehen Sie selbst:

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Helfen Sie mit UNICEF mangelernÀhrten Kindern wie Adut

Unser Einsatz fĂŒr mangelernĂ€hrte Kinder wie Adut ist nicht möglich ohne die UnterstĂŒtzung von Spenderinnen und Spendern. Auch Sie können helfen: FĂŒr nur 28 Euro kann UNICEF ein Kind einen Monat lang mit Erdnusspaste behandeln. Spenden Sie einmalig oder werden Sie UNICEF-Patin oder UNICEF-Pate und helfen Sie Monat fĂŒr Monat, Kinderleben zu retten.

Mit Ihrer Spende unterstĂŒtzen Sie auch die PrĂ€ventionsarbeit gegen MangelernĂ€hrung: UNICEF schult Eltern, wie sie ihre Kinder gesund und abwechslungsreich ernĂ€hren können. Jungen MĂŒttern bringen unsere Helferinnen und Helfer in Stillkursen nahe, wie wichtig das Stillen fĂŒr die gesunde Entwicklung ihres Babys ist. In einem Pilotprojekt in Mauritanien haben wir sehr gute Erfahrungen damit gemacht, MikronĂ€hrstoffpulver zu verteilen, das Mangelerscheinungen vorbeugt. Und wir tun vieles mehr – mit Ihrer UnterstĂŒtzung. Vielen Dank!

Das ist UNICEF
Als das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen ist es der Auftrag von UNICEF, Kindern in Not zu helfen. DafĂŒr sind wir in ĂŒber 190 LĂ€ndern im Einsatz, helfen nach Naturkatastrophen und in Kriegen und Konflikten. Wir kĂ€mpfen gegen MangelernĂ€hrung, versorgen fast jedes zweite Kind weltweit mit Impfstoffen, statten Schulen aus und setzen uns politisch fĂŒr Kinderrechte ein.

Noch etwas schĂŒchtern, aber fröhlich lĂ€chelt Adut in die Kamera: Sie hat die MangelernĂ€hrung besiegt.
Noch etwas schĂŒchtern, aber fröhlich lĂ€chelt Adut in die Kamera: Sie hat die MangelernĂ€hrung besiegt. (Quelle: UNICEF/UN0344943/Wilson)
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