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Experten: Finger weg vom Plug-in-Hybrid

  • Markus Abrahamczyk
Von Markus Abrahamczyk

Aktualisiert am 10.06.2022Lesedauer: 3 Min.
Auftanken an der LadesÀule: Zwar können Plug-in-Hybride zumindest kurze Strecken abgasfrei fahren. Das tun sie aber selten, wie sich in der Praxis zeigt.
Auftanken an der LadesÀule: Zwar können Plug-in-Hybride zumindest kurze Strecken abgasfrei fahren. Das tun sie aber selten, wie sich in der Praxis zeigt. (Quelle: Science Photo Library/imago-images-bilder)
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Die VorzĂŒge eines Stromers gepaart mit der Reichweite eines Verbrenners? Plug-in-Hybride sind derzeit enorm gefragt. Experten hingegen halten die Autos sogar fĂŒr gefĂ€hrlich. Im Podcast erfahren Sie die GrĂŒnde.

Mehr als jeder zehnte Neuwagen ist inzwischen ein Plug-in-Hybrid: Allein im MĂ€rz wurden 35.580 von ihnen erstmals zugelassen. Viele KĂ€ufer entscheiden sich fĂŒr diese Antriebstechnik, um die Vorteile von Verbrenner und Elektroauto zu kombinieren – und dadurch auch die Umwelt zu entlasten.

In Wahrheit sei der Plug-in-Hybrid "reines Marketing der Autoindustrie", sagt Don Dahlmann. Gemeinsam mit Richard Gutjahr moderiert er den Podcast "Ladezeit" von t-online, in dem die MobilitÀtsexperten alle Fragen rund ums Elektroauto beantworten.

Hören Sie hier die gesamte Folge zu den Plug-In-Hybriden und abonnieren Sie den Podcast kostenlos:

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Nichts weiter als getarnte Verbrenner seien Plug-in-Hybride, ergÀnzt Gutjahr. Denn erstens könnten sie kaum abgasfrei fahren (meist nur etwa 70 Kilometer weit). Und zweitens erhöht das Gewicht des E-Antriebs den Spritverbrauch drastisch. Anstatt die Umwelt zu schonen, werden Plug-in-Hybride also zur zusÀtzlichen Belastung. "Eine gefÀhrliche Erfindung", lautet Gutjahrs Fazit.

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Was ist ein Plug-in-Hybrid?
Das Hybridauto kombiniert einen Verbrenner (meist einen Benziner) mit einem E-Motor. Dessen Batterie lĂ€dt sich durch den Verbrennungsmotor und durch Rekuperation auf, also durch die RĂŒckgewinnung von Energie beim Bremsen. Beim Plug-in-Hybrid (auch PHEV genannt wegen seiner englischen Bezeichnung Plug-in Hybrid Electric Vehicle) lĂ€sst sich der Akku auch an der Steckdose aufladen. Er bietet eine sehr geringe elektrische Reichweite, sein hohes Gewicht von etwa 200 Kilogramm wiederum erhöht deutlich den Spritverbrauch. KĂ€ufern eines solchen PHEV zahlt die Bundesregierung bislang dennoch eine hohe FörderprĂ€mie aus.

Warum gibt es dann diese Autos?

Der Umwelt nutzen Plug-in-Hybride also nicht. Wem aber dann? Die Antwort liegt im Flottenverbrauch der Autohersteller, erklĂ€rt Dahlmann. Er unterliegt strengen Grenzwerten, die insbesondere die deutschen Autohersteller mit ihren SUV-Schwergewichten und deren gewaltigem CO2-Ausstoß kaum erfĂŒllen können.

Rein rechnerisch hĂ€tten Plug-in-Hybride aber einen sehr geringen Verbrauch. Sie stoßen demnach nur wenig CO2 aus. Dahlmann nennt das Beispiel des Audi Q5 Plug-in. "Der hat ein Gewicht von 2,1 Tonnen und wird auf dem Papier vom Hersteller mit 2,2 Liter Verbrauch und 46 Gramm CO2 angegeben", sagt der Experte.

Die "Ladezeit"-Macher: Don Dahlmann (links) schreibt regelmĂ€ĂŸig ĂŒber Technologie, das Internet und die Zukunft unserer MobilitĂ€t. Seit Jahren begleitet er die Entwicklungen bei autonomen Fahrzeugen, Elektrifizierung und Carsharing. Richard Gutjahr (rechts) begleitet das Geschehen in Politik und Wirtschaft als Moderator, Reporter und Autor. Daneben grĂŒndete er unter anderem das Elektroautoportal emobly.com.
Die "Ladezeit"-Macher: Don Dahlmann (l.) schreibt regelmĂ€ĂŸig ĂŒber Technologie, das Internet und die Zukunft unserer MobilitĂ€t. Seit Jahren begleitet er die Entwicklungen bei autonomen Fahrzeugen, Elektrifizierung und Carsharing. Richard Gutjahr (r.) begleitet das Geschehen in Politik und Wirtschaft als Moderator, Reporter und Autor. Daneben grĂŒndete er unter anderem das Elektroautoportal emobly.com. (Quelle: T-Online-bilder)

Das seien Phantasiewerte, ergĂ€nzt Gutjahr. Tests hĂ€tten gezeigt: Der wahre Verbrauch des Audi (und damit auch sein CO2-Ausstoß) lĂ€ge um ein Vielfaches höher. Aber der Autoindustrie helfen diese Phantasiewerte dabei, Milliardenstrafen fĂŒr zu viel CO2 zu umgehen.

Und noch etwas sei skandalös am Plug-in-Hybrid, sagt Dahlmann. Dabei geht es ĂŒbrigens um Ihr Geld – völlig egal, ob Sie ein solches Auto fahren oder nicht. Mehr darĂŒber erfahren Sie in der neuen Folge von "Ladezeit", dem Podcast zur ElektromobilitĂ€t von t-online.

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Eine neue Folge von "t-online Ladezeit" gibt es immer donnerstags. Sie finden den Podcast bei t-online. Hören und kostenlos abonnieren können Sie ihn aber auch in allen Podcast-Apps auf dem Smartphone oder Tablet und auf allen Podcast-Plattformen:

ZusĂ€tzlich zum Audio gibt es auch ein Transkript zu jeder Folge, also eine Abschrift des Gesprochenen – so ist der Podcast möglichst barrierefrei.

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