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Verbraucherschützer warnen: Teslas Autopilot lässt sich einfach austricksen

Verbraucherschützer warnen  

Teslas Autopilot lässt sich einfach austricksen

24.04.2021, 14:33 Uhr | dpa, AFP

Verbraucherschützer warnen: Teslas Autopilot lässt sich einfach austricksen. Tesla: Das Verbrauchermagazin "Consumer Report" schrieb, der Autobauer sei mit seinen Fahrerassistenzsystemen hinterher. (Quelle: imago images/Vcg)

Tesla: Das Verbrauchermagazin "Consumer Report" schrieb, der Autobauer sei mit seinen Fahrerassistenzsystemen hinterher. (Quelle: Vcg/imago images)

Der jüngste tödliche Unfall mit einem Tesla sorgt für ernste Zweifel am Fahrerassistenzsystem. Diese sind laut Verbraucherschützern berechtigt. Gerät der Elektroriese nun weiter unter Druck?

Das einflussreiche US-Verbrauchermagazin Consumer Reports hat nach eigenen Angaben gefährliche Mängel beim Fahrassistenzprogramm Autopilot des Elektro-Autobauers Tesla festgestellt. Auf einer Teststrecke sei es Ingenieuren beim Model Y gelungen, das Programm trotz leeren Fahrersitzes anzuwenden, teilt Consumer Reports mit.

Dabei habe das System keinerlei Warnungen oder Hinweise abgegeben. Auf öffentlichen Straßen würde ein solches Szenario eine "extreme Gefahr" darstellen, so das Blatt.

Tesla steht nach Unfall unter Druck

Die Untersuchung von Consumer Reports bringt Tesla weiter unter Druck nach einem Unfall mit laut Polizeiberichten leerem Fahrersitz, bei dem jüngst zwei Männer ums Leben kamen.

Tesla weist Kunden zwar selbst darauf hin, dass der sogenannte Autopilot nur ein Assistenzsystem sei und deshalb der Mensch im Fahrersitz jederzeit die Hände am Lenkrad behalten müsse. Eigentlich soll die Software es bemerken und Warntöne abgeben, wenn dies nicht der Fall ist.

Doch im Test von Consumer Reports versagte das System angeblich nicht nur dabei sicherzustellen, dass der Fahrer jederzeit das Steuer übernehmen kann – es war dem Bericht nach nicht mal in der Lage festzustellen, ob der Fahrersitz überhaupt besetzt ist. "Tesla fällt bei Modellen mit fortschrittlichen Fahrassistenzprogrammen hinter andere Autohersteller wie General Motors und Ford zurück, die Technik nutzen, die sicherstellt, dass der Fahrer die Straße im Blick behält", meint Experte Jake Fisher von Consumer Reports.

Begriff "Autopilot" signalisiert falsche Vorstellung

Eine Stellungnahme von Tesla lag zunächst nicht vor. Der E-Autobauer von Starunternehmer Elon Musk steht wegen der Bezeichnung "Autopilot" schon lange unter Rechtfertigungsdruck.

Kritiker finden, dass der Name eine Übertreibung ist, die zu fahrlässiger Nutzung einladen könnte. Diese Diskussion dürfte weiter Fahrt aufnehmen. Denn die nächste Evolutionsstufe des Programms, die derzeit in der Testphase ist, nennt Tesla sogar "Full Self-Driving" (komplett selbstfahrend), obwohl es nach gängigen Kriterien weiter ein Assistenzsystem bleibt.

Ermittlungen sollen Details offenlegen

Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA und die Unfallermittlungsbehörde NTSB übernahmen die Ermittlungen zu dem tödlichen Unfall in Texas. Die US-Senatoren Richard Blumenthal und Edward Markey forderten die NHTSA auf, die Untersuchung zu "vertiefen" – und in ihren Bericht auch Empfehlungen aufzunehmen, wie solche Unfälle vermieden werden könnten. Bei Tesla-Modellen scheine es eine "Tendenz zu Sicherheitsproblemen" zu geben, schrieben die Senatoren an die NHTSA. Das sei "unglaublich besorgniserregend".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa, AFP

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