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Das mĂŒssen Sie zum Reifendruckkontrollsystem wissen

Von dpa, t-online
Aktualisiert am 16.09.2021Lesedauer: 3 Min.
Reifendruckkontrollsystem macht Reifenwechsel teurer
Reifendruckkontrollsystem macht Reifenwechsel teurer (Quelle: Schrader)
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Seit Ende letzten Jahres mĂŒssen alle neuen Autos und Wohnmobile in der EU mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausgestattet sein. Diese Systeme sind schon seit einigen Jahren in vielen Fahrzeugen verbaut, neu ist nur die Pflicht fĂŒr jede Neuzulassung. Die neue Technik macht den Reifenwechsel fĂŒr einige Autofahrer zunĂ€chst teurer - aber sie profitieren auch davon.

Bei neuen Fahrzeugen wird der Luftdruck in Zukunft automatisch gemessen. Auf dem Markt sind zwei verschiedene Arten von Reifendruckkontrollsystemen. Indirekt messende Systeme erkennen VerĂ€nderungen des Abrollumfangs der Reifen ĂŒber die vorhandenen Sensoren fĂŒr ABS und ESP an den einzelnen RĂ€dern.

Darum ist die Druckkontrolle sinnvoll

Laut einer Studie des Reifenherstellers Bridgestone ĂŒberprĂŒfen gerade einmal 40 Prozent der Autofahrer regelmĂ€ĂŸig den Reifendruck. Dabei verĂ€ndert ein zu niedriger oder auch zu hoher ReifenfĂŒlldruck die Fahreigenschaften eines Autos stark. In Kurven neigt das Fahrzeug zu instabilem Fahrverhalten. Doch es gibt noch andere Faktoren, die den richtigen Reifendruck so bedeutsam machen. Zum einen spart er Kraftstoff, zum anderen nutzt sich ein Reifen gleichmĂ€ĂŸiger ab. Ist der Druck zu gering, wird der Reifen stĂ€rker beansprucht: Schon bei 0,3 bar Minderdruck verringert sich die Laufleistung um 30 Prozent. Im Extremfall kann das bedeuten, dass sich der Bremsweg verlĂ€ngert oder der Reifen sogar schlagartig ausfĂ€llt.

Fahren und sparen

Diese beiden Faktoren gehen zusÀtzlich aber auch ins Geld. Laut BRV kann man mit dem richtigen Reifendruck rund 40 Liter Kraftstoff pro Jahr sparen. Das sind etwa 65 Euro Ersparnis, die sich durch die um 45 Prozent verlÀngerte Laufleistung der Reifen nochmals um 65 Euro erhöht. Bei einer jÀhrlichen Fahrleistung von knapp 15.000 Kilometer hÀtten sich die Mehrkosten nach drei Jahren amortisiert.

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RDKS: Direkte Systeme teurer

Bei direkt messenden Systemen befindet sich ein Drucksensor an jedem Rad. Diese mĂŒssen nach etwa sechs Jahren ausgetauscht werden, da das System batteriebetrieben ist. Denn damit Schmutz und Wasser den Sensoren nichts anhaben können, sind sie fest verschweißt. Zudem braucht der Halter fĂŒr die Winterreifen einen extra Satz Sensoren.

Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BVR) geht beim Wechsel von Sensor-Reifen pro Fahrzeug von einem Arbeitsmehraufwand gegenĂŒber herkömmlichen Reifen von 18 bis 25 Minuten aus. Bei einem Werkstatt-Stundenlohn von 60 Euro fĂ€llt das deutlich ins Gewicht. Es werde ca. 18 bis 25 Euro mehr fĂ€llig.

Testfahrt kann nötig werden

Hauptverantwortlich fĂŒr den Arbeitsaufwand ist die Notwenigkeit, die Sensoren des RDKS vor dem Wechsel auszulesen, ihren Zustand festzustellen, sie gegebenenfalls zu wechseln und danach mit den neu aufgezogenen Pneus wieder an das SteuergerĂ€t anzupassen. Das kann anhand eines DiagnosegerĂ€ts erfolgen oder durch eine mindestens 15-minĂŒtige Fahrt mit dem Auto. Die Sensoren stellen sich dann automatisch auf das SteuergerĂ€t ein.

StĂ€rker fĂ€llt aber die Technik selbst ins Gewicht: Original-Sensoren vom Autohersteller haben eine Preisspanne von 30 bis 120 Euro pro StĂŒck. Frei programmierbare Sensoren von Drittanbietern sind mit 40 bis 50 Euro gĂŒnstiger.

Indirekte Messung mit ABS-Sensor

Bei der indirekten Messung wird der ABS-Drehzahlsensor als Anhaltspunkt genutzt. Wenn der Reifendruck abnimmt, verringert sich der Abrollradius des Rades. Es dreht sich also schneller als die anderen RĂ€der. Das System ist deutlich gĂŒnstiger, reagiert aber auch erst bei einem Verlust von etwa 0,5 Bar.

RDKS wird Serie

Den Autoherstellern ist es freigestellt, auf welche RDKS-Variante sie setzen. In jedem Fall gilt: Alle Pkw, GelĂ€ndewagen und Wohnmobile - das sind Fahrzeuge der Klassen M1/M1G - mĂŒssen laut der EU-Verordnung (Nr. 661/2009) ein Reifendruck-Kontrollsystem an Bord haben, wenn sie ab 1. November 2014 neu zugelassen wurden. Alle seit 1. November 2012 neu typengenehmigten Fahrzeuge dieser Klassen mussten bereits ab Werk mit einem RDKS ausgestattet sein.

Mehr zum Thema Reifen, Reifenwechsel, Luftdruck und RDKS und finden Sie in unserem Sommerreifenspecial.

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