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Führerschein weg: Bei diesen Vergehen droht Führerscheinentzug

Lappen weg  

Bei diesen Vergehen droht Entzug der Fahrerlaubnis

20.09.2020, 11:05 Uhr | t-online, hs, mab

Führerschein weg: Bei diesen Vergehen droht Führerscheinentzug. Führerscheinentzug: Wer zu viele Punkte in Flensburg gesammelt hat, verliert die Fahrerlaubnis. (Quelle: Getty Images/RyanJLane)

Führerscheinentzug: Wer zu viele Punkte in Flensburg gesammelt hat, verliert die Fahrerlaubnis. (Quelle: RyanJLane/Getty Images)

Ein Entzug der Fahrerlaubnis ist besonders ärgerlich, wenn Sie beruflich darauf angewiesen sind. Wann wird die Strafe verhängt? Hier gibt es Antworten.

Verlust des Führerscheins: Fahrverbot und Führerscheinentzug

Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen einem Fahrverbot und dem Entzug der Fahrerlaubnis. 

Wird gegen Sie ein Fahrverbot verhängt, dann verlieren Sie Ihren Führerschein bis zu drei Monate. Sie haben dann vier Monate Zeit, um den Führerschein abzugeben. Im Bußgeldbescheid wird Ihnen die zuständige Behörde beziehungsweise Polizeidienststelle genannt, bei der Sie den Führerschein aushändigen können.

Info: Sie haben bei einem Fahrverbot nur dann vier Monate Zeit, Ihren Führerschein abzugeben, wenn Sie nicht schon in den vergangenen zwei Jahren Ihren Führerschein verloren haben.

In der Zeit, in der für Sie das Fahrverbot gilt, dürfen Sie kein Fahrzeug führen. Werden Sie dabei erwischt, dann droht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr, eine Geldstrafe oder der Entzug der Fahrerlaubnis.

Ein Entziehen der Fahrerlaubnis wird auch Führerscheinentzug genannt. Dabei müssen Sie das Führerschein-Dokument abgeben und ihre Fahrerlaubnis erlischt – das Dokument selbst wird vernichtet. Sie dürfen dann ein fahrerlaubnispflichtiges Kraftfahrzeug nicht mehr führen. Zusätzlich wird eine individuelle Sperrfrist verhängt. 

Wenn diese Frist abgelaufen ist, können Sie den Führerschein neu beantragen. Dabei kann es einige Hürden geben. Beispielsweise kann es sein, dass Sie eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) absolvieren müssen. Auch einen Sehtest oder einen Erste-Hilfe-Kurs müssen Sie eventuell hinter sich bringen.

Wann Fahrverbot und Führerscheinentzug drohen

Ein häufiger Grund für ein Fahrverbot sind Tempoverstöße: Sind Sie innerorts mit 31 km/h oder mehr zu schnell unterwegs oder außerorts mit 41 km/h oder mehr, ist der Führerschein erst einmal weg.

Diese Regelung sollte verschärft werden: Laut einer StVO-Novelle genügt innerorts eine Tempoüberschreitung von 21 km/h (außerorts: ab 26 km/h). Hinzu kommen 80 Euro Bußgeld (außerorts: 95 Euro) und zwei Punkte in Flensburg. Nach dem Bekanntwerden eines Rechtsfehlers in der Novelle kehrten alle 16 Bundesländer zunächst zurück zur ursprünglichen Regel.

Auch Alkohol am Steuer ist einer der Gründe für ein Fahrverbot. In Deutschland gilt eine Grenze von 0,5 Promille. Das bedeutet: Fahren Sie betrunken Auto und haben zwischen 0,5 und 1,09 Promille Alkohol im Blut, droht ein Fahrverbot. Ab einem Wert von 1,1 Promille gelten Sie als fahruntauglich und es droht ein Führerscheinentzug von mindestens sechs Monaten.

Aber Vorsicht: Auch wenn Sie bereits mit 0,3 Promille unterwegs sind und Anzeichen von Fahruntüchtigkeit zeigen, kann Ihnen der Führerschein entzogen werden. Das gleiche gilt für betrunkene Radfahrer.

Auch eine überfahrene rote Ampel wird als schweres Verkehrsvergehen gewertet. Denn bei diesem sogenannten Rotlichtverstoß können andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden. Überholen Sie trotz Überholverbot, kann das ebenfalls ein Fahrverbot nach sich ziehen. 

Begehen Sie jedoch Fahrerflucht oder gefährden beim betrunkenen Fahren andere, wird Ihnen die Fahrerlaubnis entzogen. 

Entzug der Fahrerlaubnis durch Punkte in Flensburg

Es gibt jedoch auch viele geringere Vergehen, die nicht sofort zu einem Fahrverbot oder dem Verlust der Fahrerlaubnis führen. In solchen Fällen erhalten Sie neben möglichen Geldbußen zunächst Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg.

Summieren sich die Punkte auf acht, kommt es zur Entziehung der Fahrerlaubnis mit einer Sperre von mindestens sechs Monaten. Wer dann wieder fahren möchte, muss zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) und einen Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis stellen.

Info: Ist Ihr Punktekonto mit maximal fünf Punkten belastet, dann können Sie mit der Teilnahme an Aufbauseminaren oder einer verkehrspsychologischen Beratung Punkte abbauen – und somit verhindern, dass Sie Ihren Führerschein verlieren. 

Mit der Zeit verfallen Punkte in Flensburg. Allerdings hängt die Verjährungsfrist von dem Verstoß ab, der Ihnen die Punkte eingebracht hat. 

Lebenslanger Führerscheinentzug

In extremen Fällen kann Ihnen der Führerschein sogar lebenslang entzogen werden. Das geschieht selten und meist infolge von Straftaten. Beispiele dafür sind:

  • Führerscheinsperrfristen werden missachtet
  • Der Fahrer ist ein notorischer Straftäter (Raser oder Drängler)
  • Wiederholte Trunkenheit am Steuer
  • Das Auto wird für Straftaten wie Überfälle verwendet
  • Der Fahrer reagiert aggressiv auf andere Verkehrsteilnehmer

Der lebenslange Führerscheinentzug kann auch medizinisch begründet sein. Bei einer starken Sehschwäche, einer geistigen Beeinträchtigung wie einer Depression oder Schizophrenie kann er verhängt werden. 

Führerscheinentzug: Sperrfrist verkürzen

Nach einem Führerscheinentzug beginnt auch die Sperrfrist, in der der Fahrer keine neue Fahrerlaubnis beantragen darf. Gerade wer beruflich auf die Fahrerlaubnis angewiesen ist, sollte eine Sperrfristverkürzung in Erwägung ziehen. Ein auf Verkehrsrecht spezialisierter Anwalt kann dabei helfen.
 

 
Ein Gericht entscheidet dann, ob die Sperre aufgehoben werden kann. Um die Chancen zu erhöhen, können Sie an geeigneten Schulungsmaßnahmen teilnehmen. 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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