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Kauf im Internet: Können Sie das Auto wieder zurückgeben?

Kauf im Internet  

Können Sie das Auto wieder zurückgeben?

18.05.2020, 12:15 Uhr
Kauf im Internet: Können Sie das Auto wieder zurückgeben?. Autokauf im Internet: Noch steckt diese Dienstleistung in den Anfängen. Aber das könnte sich schnell ändern. (Quelle: dpa/tmn/Franziska Gabbert)

Autokauf im Internet: Noch steckt diese Dienstleistung in den Anfängen. Aber das könnte sich schnell ändern. (Quelle: Franziska Gabbert/dpa/tmn)

Der Autokauf per Mausklick ist auf dem Vormarsch. Und Corona dürfte  den Trend beschleunigen. Welche Rechte haben Kunden im Internet? Wie kommt man dort an Rabatte?

Schon heute wird mehr als jedes zehnte Auto online gekauft. Tendenz: eindeutig steigend. Längst werden nicht nur mit Gebrauchtwagen im Internet Milliarden umgesetzt. Sondern zunehmend auch mit Neuwagen. Neben Plattformen wie CarWow, Autohaus24.de oder MeinAuto.de entdecken etablierte Händler das Netz als Verkaufsplattform. Auch die Hersteller selbst werden künftig stärker mitmischen. Und Corona wird diese Entwicklung beschleunigen.

"Wir werden einen dramatischen Rückgang der Verkäufe in Märkten wie Europa und USA sehen", sagt Pedro Pacheco, Analyst der Marktforschungsfirma Gartner. Mit jedem Tag, den die Ausgangs- und Arbeitsbeschränkungen andauern, wachse der Druck für den Wandel in der Autoindustrie. Seine Prognose: Wenn nun einige Hersteller mit dem Online-Verkauf erfolgreich seien, würden andere schnell nachziehen.

Noch ist der Autokauf im Internet aber nicht nur für viele Hersteller fremdes Terrain – sondern auch für ihre Kunden. Können sie hier auch Rabatte aushandeln? Muss man auf die übliche Probefahrt verzichten? Und lässt sich ein gekauftes Auto wieder zurückgeben? Hier finden Sie die wichtigsten Informationen.

Auswahl

Ein großer Vorteil des Kaufs im Internet ist die grenzenlose Auswahl. Kunden müssen nicht verschiedene Händler abklappern, um Angebote zu vergleichen. Sie können sich auf speziellen Verkaufsportalen oder den Hersteller- und Händlerseiten informieren. Hinzu kommen Vergleichsportale, die jedoch keine Neuwagen anbieten.

Häufig sind sich die Angebote sehr ähnlich, weshalb sich ein genauer Blick auf die Details lohnt. Beispielsweise können sich die Gebühren für die Auslieferung oder die Regelungen zur Inzahlungnahme des alten Autos unterscheiden.

Rabatte

Auf den großen Vermittlungsplattformen sind die einzelnen Rabatte transparent ausgewiesen. Für die 30 beliebtesten Autos liegen sie derzeit im Schnitt bei 20 Prozent. Auf diesen Plattformen stellen Sie am Konfigurator Ihr Wunschauto zusammen. Der Vermittler sendet Ihren Auftrag an den jeweiligen Markenhändler, der Ihnen dann den Kaufvertrag zuschickt. Nach dem Unterzeichnen und Bezahlen wird Ihnen das Auto ausgeliefert.

Der Vorteil: Sie sehen sofort den bestmöglichen Händlerpreis und müssen nicht mehr selbst verhandeln.

Sie können sich auch direkt auf der Website eines Händlers darüber informieren, welche Lagerfahrzeuge, Modelle mit Tageszulassungen und Gebrauchtwagen verfügbar sind. Anschließend können Sie mit einem Verkäufer die Preisverhandlung aufnehmen.

Probefahrt

Hier gibt es den vielleicht deutlichsten Unterschied. Teilweise wird keine Probefahrt angeboten, in anderen Fällen müssen Sie dazu den Händler aufsuchen. Einige Anbieter bringen den Testwagen sogar an Ihren Wohnort – wenn er nicht zu weit entfernt liegt.

Lieferung und Bezahlung

Wie im Online-Handel üblich, können Sie in der Regel wählen, ob Sie das Auto abholen oder liefern lassen. Wer sich für die Lieferung entscheidet, sollte die Gebühren verschiedener Anbieter vergleichen. Sie können bereits im Kaufpreis enthalten sein oder einige hundert Euro extra kosten.

In der Regel müssen Sie das Auto per Vorkasse oder bar beim Abholen bezahlen.

Rücktritt

Wer einen Neuwagen im Internet kauft, hat ein 14-tägiges Rücktrittsrecht. Falls es der Händler versäumt, Sie beim Kauf darauf hinzuweisen, dann verlängert sich diese Frist um zwölf Monate. Aber: Diese sogenannte Fernabsatzregel gilt nur, wenn Sie den Vertrag wirklich in der Ferne abgeschlossen und den Kauf etwa per E-Mail oder per Internetplattform vollzogen haben. Den Verkäufer müssen Sie schriftlich über den Rücktritt informieren.

Sofern Sie das Auto bereits im Straßenverkehr genutzt haben, ist es kein Neuwagen mehr, sondern ein Gebrauchtwagen. Sie erhalten deshalb nicht den Neupreis erstattet, sondern der Händler darf den Wertverlust vom Neuwagenpreis abziehen. Wie lange ein Neuwagen tatsächlich ein Neuwagen ist, erfahren Sie hier.

Wichtig: Sofern das Auto speziell für Sie konfiguriert wurde, können Sie es nicht zurückgeben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • "Auto Motor und Sport"

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