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Elektrofahrräder: Schlechte Pflege rächt sich schneller

Von dpa
Aktualisiert am 27.04.2021Lesedauer: 3 Min.
Mann überprüft Federung an E-Bike: Ein viel gefahrenes Pedelec sollte jährlich mindestens zweimal zum Check in die Werkstatt.
Mann überprüft Federung an E-Bike: Ein viel gefahrenes Pedelec sollte jährlich mindestens zweimal zum Check in die Werkstatt. (Quelle: flyer-bikes.com/dpa)
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Das Display des E-Bikes zeigt wiedermal eine Fehlermeldung an? Nur selten ist der robuste und langlebige Motor defekt. Wer weiß, wonach er suchen muss, spart sich unnötige Reparaturkosten.

Mit ein paar Handgriffen und Ersatzteilen lässt sich der alte Drahtesel aus dem Keller wieder flott bekommen. Bei Elektrofahrrädern, die oft als Pedelecs oder E-Bikes bezeichnet werden, kann das nach einigen Jahren völlig anders aussehen. Was ist, wenn der Akku hinüber und nicht mehr lieferbar ist? Wie Wartungsintensiv ist ein E-Rad eigentlich?


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Schlechte Pflege rächt sich schneller

Die grundsätzliche Pflege und Reparaturen laufen wie beim normalen Fahrrad ab. "Also genauso oft die Kette ölen, auf die Bremsen und auf den Luftdruck achten", sagt David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad (pd-f). Er rät dabei zu etwas mehr Achtsamkeit. So könnten aufgrund der stärkeren Antriebskraft Teile wie Kette oder Ritzel schneller verschleißen, wenn sie ungepflegt sind.

Eine unzureichende Pflege rächt sich bei Elektrofahrrädern früher. Je nach Ausführung, Gattung oder Motor sind sie schwerer als normale Räder. "Im Schnitt kann man von zwischen plus acht und zwölf Kilo ausgehen", sagt Koßmann. Das merken insbesondere die Reifen, die etwas schneller Gummi lassen. Das kommt auch davon, dass sie öfter ein höheres Tempo aushalten müssen.

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Der richtige Luftdruck und dessen penible Kontrolle sind daher umso wichtiger. Viele Reifen sind ab Werk für die höheren Belastungen ausgelegt und als Erstausrüstung am Rad montiert. Diese Pneus werden oft als "E-Bike-tauglich" oder "E-Bike-ready" vermarktet. Wer Ersatz braucht, sollte darauf achten.

Jährliche Checks in der Werkstatt

Bei der Pflege rät Tamara Winograd vom E-Rad-Komponentenhersteller Bosch dazu, groben Schmutz zwischen Kettenblatt und Lager zu entfernen. "Idealerweise putzt man sein Pedelec nach jeder E-Bike-Tour, damit sich der Schmutz nicht festsetzt. Also so oft wie möglich und nötig." Der Hochdruckreiniger ist dabei tabu.

Generell sollten Radler ihr Gefährt einmal im Jahr zum Check in die Werkstatt bringen. Diese Regel gilt für Elektrofahrräder allerdings als Untergrenze. Wer ganzjährig pendelt, bringt es lieber zweimal – am besten im Frühjahr und im Herbst – zur Durchsicht, rät Koßmann.

Sensible Sensoren als Fehlerquelle

Sie wollen losradeln, aber der Motor unterstützt Sie nicht mehr – was nun? In den meisten Fällen geht nicht der Motor selbst kaputt. "Die sind ziemlich robust gebaut und auf lange Betriebsdauern ausgelegt", sagt Koßmann. Und wenn das Display nun doch einen Fehlercode anzeigt?

Dann ist häufig nur ein Bauteil verstellt oder verdreht, etwa ein Sensor am Hinterrad, der die Geschwindigkeit misst. Deshalb kann man sich zuerst selbst auf Fehlersuche begeben und das Internet befragen, falls ein Fehlercode unbekannt sein sollte.

Wartungsarme Motoren

"Prinzipiell sind Elektromotoren relativ wartungsarm und verschleißfrei", sagt David Eisenberger vom ZIV. Gängige einfache Störungen könnten zumeist vom Fachhändler behoben werden. Diese erhalten Schulungen für die entsprechenden Systeme.

Bei größeren Defekten muss der Motor eingeschickt werden. Nach eigenen Angaben tauscht beispielsweise der Hersteller Bosch die betroffene Einheit innerhalb der Gewährleistung aus. Außer unsachgemäßer Gebrauch verursachte den Defekt.

Reparaturen an Antrieb sind für Schrauber tabu

Bei günstigen E-Bikes macht es außerhalb von Garantiefällen wenig Sinn einen defekten Motor auszutauschen, wie David Eisenberger meint. Inklusive Einbau könne das je nach Modell zwischen 800 und 1.000 Euro kosten.

Von Reparaturen in Eigenregie raten die Experten ab. "Die Antriebseinheit und auch die anderen Komponenten dürfen keinesfalls geöffnet werden", warnt Tamara Winograd. "Bei Öffnung der Komponenten erlischt jeglicher Gewährleistungs- und Garantieanspruch."

Alte Nabenmotoren können überhitzen

Bei älteren E-Rädern und speziell bei Nabenmotoren kann das System überhitzen – insbesondere bei längerer Bergauffahrt, wenn man leicht tritt und den Motor die Arbeit machen lässt.

"Dann reicht mitunter die Hitzeableitung nicht aus und der Motor schaltet ab", erklärt Koßmann. Er will dieses Problem auch bei modernen Pedelecs nicht ganz ausschließen. Davon sind speziell schweren Lastenräder betroffen. Insgesamt sollte man unbedingt das zugelassen Gesamtgewicht beachten.

Wie lange ein Motor hält, lässt sich nicht pauschal sagen. Das hängt immer von der individuellen Nutzungsrealität ab. "E-Bikes sind erst seit fünf bis sieben Jahren ein großes Thema. Dazu liegen erst relative schmale Erkenntnisse vor", so Koßmann.

Lebensdauer ist vom Ersatzteilnachschub abhängig

"Von den Unterhaltskosten ist ein E-Bike sicherlich höher anzusiedeln als ein normales Fahrrad", erklärt Eisenberger. "Die Ersatzteilfrage sollten Kunden in Bezug auf Akku und Motor gleich beim Kauf ansprechen."


Um auf der sichereren Seite zu sein, rät Koßmann zu Pedelecs, die mit Motoren großer Hersteller wie Bosch, Brose, Panasonic oder Yamaha fahren. "Bei einem E-Bike aus dem Internet mit China-Motor für 1.000 Euro weiß ich nicht sicher, ob ich in vier oder gar in zehn Jahren noch Ersatzteile oder einen passenden Akku bekomme."

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  • Markus Abrahamczyk
Von Markus Abrahamczyk
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