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Amazon zeigt Astro, seinen ersten Haushaltsroboter

Von dpa
29.09.2021Lesedauer: 4 Min.
Amazon-Handout von Haushaltsroboter Astro.
Amazon Astro: Der kleine Roboter soll der Auftakt fĂŒr eine Haushaltsroboterwelt sein (Quelle: ---/Amazon/dpa./dpa)
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Haushaltsroboter gelten als das nĂ€chste große Ding im Smarthome. Mit Roboter Astro zeigt Amazon ein GerĂ€t das fĂŒr Videochats, als mobile Überwachungsanlage – und auch als GetrĂ€nkebringer taugt.

Amazon will zu einem Vorreiter bei Haushaltsrobotern werden. Das erste GerĂ€t mit dem Namen Astro hat einen Bildschirm, kann seine Umgebung mit Kamera und Mikrofon erfassen und bewegt sich auf RĂ€dern durchs Haus. "Wir glauben, dass in fĂŒnf bis zehn Jahren jeder Haushalt mindestens einen Roboter haben wird", sagte Amazons GerĂ€techef Dave Limp. Die starke Position im vernetzten Zuhause will der Konzern bis dahin mit neuen GerĂ€ten und Funktionen fĂŒr seine Sprachassistentin Alexa ausbauen.

Gemessen an dem, wie man sich Haushaltsroboter vorstellt, ist Astro erst ein relativ zaghafter Anfang. Das GerĂ€t kann hauptsĂ€chlich zur Kommunikation sowie als eine Art mobile Sicherheitsanlage verwendet werden. Astro, der ungefĂ€hr die GrĂ¶ĂŸe eines Staubsaugers hat, kann etwa auch Ă€ltere Familienangehörige durchs Haus begleiten. Und er hat einen GetrĂ€nkehalter.

Roboter sucht Personen und bringt GetrÀnke

Limp, der den Roboter seit rund einem Jahr in seinem eigenen Haus testet, fand eine praktische Verwendung dafĂŒr: "Ich kann ihm sagen, finde meine Frau" – und Astro fĂ€hrt dann ein in den Halter gestecktes GetrĂ€nk zu ihr rĂŒber. An den USB-C-Port daneben können auch kleine GerĂ€tschaften angeschlossen werden – wie zum Beispiel eine Maschine, die Hunde-Leckerlis rauswerfen kann.

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In der zylindrischen Basis stecken Lautsprecher, Technik und der Drehmotor, im Display sind die Hochtöner versteckt.
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Um nĂŒtzlich zu sein, muss der Roboter die Gesichter der Bewohner eines Hauses kennen und wiedererkennen. Amazon betont besonders, dass man Vorkehrungen getroffen habe, damit von der fahrenden Kamera keine Gefahr fĂŒr die PrivatsphĂ€re ausgeht. Limp tritt etwa der Sorge entgegen, dass die Roboter mit richterlichem Beschluss zur Überwachung bei Ermittlungen angezapft werden können. "Wir wĂŒrden der Polizei nie Zugang zu dem GerĂ€t geben." Auch eventuelle Aufnahmen seien nur fĂŒr die Nutzer verfĂŒgbar.

Die Daten, die fĂŒr die Navigation durch ein Zuhause notwendig sind, werden komplett auf dem GerĂ€t verarbeitet und gehen nicht in die Cloud. Und der Nutzer kann auch RĂ€ume festlegen, die Astro nicht betreten darf. Und dann gebe es noch eine altbewĂ€hrte Art, Roboter rauszuhalten: "Es gibt GrĂŒnde dafĂŒr, dass es TĂŒren gibt - und Astro kann keine TĂŒren öffnen", sagte Limp.

Roboterkamera kann einen Meter ausfahren

Er selbst schaue mit Hilfe des GerĂ€ts zum Beispiel von unterwegs, ob seine Hunde aufs Sofa springen, wenn keiner Zuhause ist. Die Kamera des Roboters kann auf eine Höhe von gut einem Meter ausfahren, damit sie auch ĂŒber MöbelstĂŒcke blicken kann. Bereits vor einem Jahr hatte Amazon eine kleine Drohne vorgestellt, die als Sicherheitskamera durchs Haus fliegen kann.

Vor einem Jahr sei Astro noch oft gegen WÀnde gefahren und habe sich von Spiegeln verwirren lassen, sagte Limp. Inzwischen klappe die Navigation durchs Haus viel besser. Es seien permanente komplexe Berechnungen notwendig, damit der Roboter Hindernisse erkennt und zum Beispiel nicht eine Treppe herunterfÀllt.

Der Konzern will die Astro-Roboter zunĂ€chst ausgewĂ€hlten Nutzern zum Preis von rund 1000 Dollar zur VerfĂŒgung stellen. Auch andere Unternehmen arbeiten derzeit an Haushaltsrobotern - und machen sich zudem Gedanken ĂŒber Maschinen mit Greifarmen, die einfache Aufgaben ĂŒbernehmen könnten.

Haushaltsroboter mit Armen frĂŒhestens in zehn Jahren

So stellt sich der Saugroboter-Spezialist iRobot auf eine Zukunft mit mechanischen Haushaltshelfern ein, die Arme haben. "Wir sind an einem Punkt, an dem wir die Umgebung, in der wir agieren, allmĂ€hlich soweit verstehen, dass wir so etwas machen können", sagte jĂŒngst iRobot-Chef Colin Angle. Eine zentrale Frage sei auch, wie viel die Verbraucher bereit wĂ€ren, fĂŒr eine solche Innovation zu zahlen. "Wenn es 1000 Dollar sind, wĂ€re es vermutlich zu schaffen."

Amazon-Manager Limp ist skeptischer, was das Tempo dieser Entwicklung angeht. Es werde 10 oder 20 Jahre dauern, bis man fĂŒr den Haushalt Roboter bauen werde, die Treppen nutzen können und Arme haben, prognostizierte er. "Arme kann man heute nicht wirklich lösen" - und selbst eine Maschine, die Stufen ĂŒberwinde, wĂŒrde Zehntausende Dollar kosten, "nicht erschwinglich fĂŒr den gewöhnlichen Verbraucher".

Amazon entschied sich dagegen, Astro zu einer Art Alexa auf RĂ€dern zu machen: Der Roboter spricht nicht selbst mit den Nutzern. Bei Bedarf kann einer von Amazons "Echo"-Lautsprechern einspringen.

Großes Echo-Display fĂŒr die Wand

Hier legte Amazon auch nach: Ein "Echo"-Modell mit gut 15 Zoll großem Display soll als digitale Pinnwand fĂŒr Familien und Schaltzentrale fĂŒr das vernetzte Zuhause dienen. Mit seiner Kamera kann das GerĂ€t einzelne Bewohner des Haushalts erkennen und ihnen auf sie zugeschnittene Informationen wie den Terminkalender anzeigen. Diese Personalisierung ist optional, betonte der Konzern.

Seine Rolle im Alltag will Amazon in den USA auch mit einem smarten Thermostat fĂŒr Klimaanlagen fĂŒr 60 Dollar ausbauen. Außerdem wurde ein GerĂ€t mit dem Namen "Amazon Glow" vorgestellt, ĂŒber das Kinder mit ihren Verwandten spielen können. Es hat Kamera und Bildschirm und projiziert interaktive Spiele auf eine Tisch-OberflĂ€che.

Amazon war mit seiner Alexa-Software in den "Echo"-Lautsprechern ein Vorreiter beim Einsatz von Sprachassistenten im vernetzten Zuhause. Die Vision ist ein Haushalt, der die Bewohner mit einer Vielzahl miteinander zusammenspielender smarter GerĂ€te unterstĂŒtzen kann.

Als einen neuen Baustein dafĂŒr stellte Amazon die Möglichkeit vor, Alexa die Erkennung verschiedener GerĂ€usche beizubringen. So kann man zum Beispiel dafĂŒr sorgen, dass die Software eine Nachricht schickt, wenn sie den Warnton eines offengelassenen KĂŒhlschranks hört. Bisher gab es Warnmeldungen bei einigen GerĂ€uschen wie etwa brechendem Glas.

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