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Faltbare Displays: Die unterschÀtzte Innovation

Von Laura Stresing

Aktualisiert am 01.03.2019Lesedauer: 4 Min.
World Mobile Congress 2019: Mit diesem faltbaren Smartphone will Samsung punkten. (Quelle: stroeer-rtr-video)
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Faltbare Smartphones werden von den einen als Neuheit gefeiert, von den anderen als nutzloser Hype belÀchelt. Beide Haltungen machen den gleichen Fehler: Sie verwechseln die Innovation mit ihrer Anwendung.

Seit Jahren ist es die gleiche Leier: Die Smartphone-Branche sei nicht mehr so innovativ wie einst. Die GerĂ€te werden zwar immer grĂ¶ĂŸer, leistungsfĂ€higer und teurer. Die Zuschauer aber warten auf das "nĂ€chste große Ding". Nur: Was soll das sein?


So ungewöhnlich sehen GerÀte mit faltbarem Display aus

Hersteller TCL will Smartphones gleich mehrfach falten. Dabei handelt es sich allerdings nur um eine Designstudie.
Zusammengeklappt hat soll es eine GrĂ¶ĂŸe von 6 Zoll haben. Mit drei Bildschirmen dĂŒrfte es so dann aber auch recht dick sein.
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Faltbare Smartphones sind es jedenfalls nicht, so scheint es. Denn wĂ€hrend sich Hersteller wie Huawei und Samsung auf der BĂŒhne des "Mobile World Congress" feiern lassen, reagiert der Rest der Welt ĂŒberwiegend mit Schulterzucken. Tablets lassen sich jetzt falten und als Smartphone nutzen. So what?!

Diese GerĂ€te sind noch nicht mal auf dem Markt und trotzdem tut das Publikum so, als hĂ€tte es sowas schon dutzendmal in der U-Bahn gesehen. SpĂ€testens beim Preis wenden sich die potenziellen KĂ€ufer schnaubend ab: 2.000 Euro fĂŒr ein Telefon?! Nie und nimmer!

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Selbst die Hersteller scheinen sich nicht sicher zu sein, welches Problem die faltbaren Tablets lösen sollen. OnePlus-Chef Pete Lau etwa sieht keinen Gewinn darin, die BildschirmflĂ€che seiner Handys zu verdoppeln. Und LG blamiert sich auf dem Mobile World Congress mit einem Smartphone mit abnehmbaren Display – und macht damit indirekt deutlich, dass es die zusĂ€tzliche BildschirmflĂ€che ebenfalls fĂŒr verzichtbar hĂ€lt.

Faltbare Smartphones sind nicht neu – faltbare Displays schon

Manche halten Smartphone-Trend schon jetzt fĂŒr einen sinnlosen Hype. Dabei unterlĂ€uft den Skeptikern der gleiche Fehler, wie denen, die im Falt-Phone die Zukunft des MobilgerĂ€ts sehen: Sie verwechseln die Innovation mit ihrer Anwendung. Die Innovation, das ist das faltbare oder rollbare Display. Das knickbare Tablet-Telefon ist nur eine von vielen möglichen Anwendung. Ob sich Smartphones mit variabler BildschirmflĂ€che am Ende durchsetzen werden, ist zweitrangig. Was bleiben wird, ist die Technologie dahinter.

Der Bildschirm des "FlexiPai" etwa, dem ersten faltbaren Tablet des chinesischen Startup Royole Cooperation, lÀsst sich auf eine Rolle von einem Millimeter Durchmesser aufrollen. Dieses Display können Sie um einen Zahnstocher wickeln, ohne dass es bricht. Was könnte man daraus nicht alles basteln! Interaktive Litfass-SÀulen und fantasievolle Bedienungskonsolen, Displays in Kleidung und auf Accessoires, ein Touch-Armband, das sich um das Handgelenk schmiegt, eReader, die man zusammenrollt und in die Tasche stopft wie einen Groschenroman.

Smart Watch von Nubia mit einem flexiblen Display: Die Nubia Alpha richtet sich vor allem an Technikfans.
Smart Watch von Nubia mit einem flexiblen Display: Die Nubia Alpha richtet sich vor allem an Technikfans. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn-bilder)

Solche Anwendungsbeispiele jenseits des Smartphones gibt es schon. Die Marke Nubia stellte etwa auf dem Mobile World Congress eine Smart Watch mit flexiblem Display vor. Ein VorgÀngermodell gab es im Vorjahr auf der IFA zu sehen. Solche Produkte finden aber nur wenig Beachtung. Stattdessen scharen sich die Fotografen um den Schaukasten mit dem angeblich marktreifen Hybrid-Modellen aus Tablet und Smartphone.

Auf die Inszenierung kommt es an

Die Hersteller mĂŒssen das geahnt haben. Royole zum Beispiel entwickelt seit sieben Jahren ultraflexible Sensoren und Displays, hat vor dem FlexiPai noch nie ein Smartphone oder Handy gebaut. Warum beschließt so ein Startup wohl, das erste faltbare Tablet der Welt auf dem Markt zu bringen – wohl wissend, dass es unmöglich mit Mega-Konzernen wie Samsung konkurrieren kann? Ganz einfach: GerĂ€te wie das FlexiPai bereiten die BĂŒhne fĂŒr den eigentlichen Star, der neuen Bildschirm-Technologie.

Noch sind faltbare Displays viel zu teuer, um sie in GebrauchsgerĂ€ten wie einem eReader zu verbauen. Smartphones hingegen sind bereits Lifestyle-Objekt und Statussymbol. Ihre PrĂ€sentation wird von den Herstellern sorgfĂ€ltig inszeniert. Und: Die Zahlungsbereitschaft unter Marken-Fans ist außergewöhnlich groß. DafĂŒr haben Apple, Samsung und Huawei in den letzten Jahren gesorgt. Mit jedem neuen Luxus-Modell haben sie den Markt gut vorbereitet fĂŒr die nĂ€chste Produktkategorie, den "Foldables".

Die Anforderungen an die ersten Modelle sind allerdings gigantisch. Technisch dĂŒrfen sie den aktuellen Top-Smartphones in nichts nachstehen. Gleichzeitig sollen sie weder zu klobig sein noch zu klein. Samsung, Huawei, Royole und Xiaomi lösen diese Aufgabe auf ganz unterschiedliche Art. Das Samsung Galaxy Fold lĂ€sst sich aufklappen wie ein Buch, Xiaomis Prototyp wird geöffnet wie ein Fenster und beim Huawei Mate X oder FlexiPai wird das Tablet in der Mitte gefaltet, so dass beide HĂ€lften nach außen zeigen. Und damit sind noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft.

Das iPhone ist nicht mehr das Maß aller Dinge

Das erste horizontal ausgerichtete Falt-Smartphone könnte von Motorola kommen: Die Mittelklasse-Marke denkt bereits laut ĂŒber ein Comeback seines Kult-Klapphandys Razr nach. Auch die Huawei-Tochter will Honor preisgĂŒnstige Foldables anbieten, sobald die Preise fĂŒr die Falt-Displays gefallen sind. Das alles lĂ€sst ahnen: Nach Jahren des Stillstandes und der Gleichförmigkeit, in der das iPhone als das Maß aller Dinge galt, könnten Foldables wieder fĂŒr mehr Vielfalt auf dem Handymarkt sorgen.

FĂŒrs Erste stehen die neue GerĂ€teklasse natĂŒrlich noch ganz am Anfang. Vor allem die extrem teuren Origami-Smartphones starten als Nischenprodukt – und möglicherweise bleiben sie das auch. Noch hat kaum jemand eines dieser GerĂ€te in den HĂ€nden gehalten, geschweige denn getestet. Selbst auf dem Mobile World Congress waren das Samsung Galaxy Fold und das Huawei Mate X fĂŒr die regulĂ€ren Besucher nur hinter Glas zu sehen.

Doch wenn Falt-Phones funktionieren, sind auch andere faltbare, rollbare, knickbare Gadgets mit Touchscreen denkbar – zumindest, wenn wir aufhören, die Zukunft der Falt-Displays nur in technisch hochgerĂŒsteten Handys zu sehen. Foldables könnten viel mehr sein als ein Smartphone-Trend: eine völlig neue GerĂ€tekategorie.

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Von Alexander Roth-Grigori
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