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Was Sie tun sollten, wenn das Handy ins Wasser fällt

von Thomas von Eichhorn

Aktualisiert am 24.07.2019Lesedauer: 4 Min.
Nützliche Hinweise: Diese Tipps helfen, wenn das Handy ins Wasser gefallen ist. (Quelle: Glomex)
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Wenn das Smartphone ins Wasser fällt, müssen Nutzer vorsichtig vorgehen: Denn nur dann lässt sich der Wasserschaden reduzieren. Was Sie tun müssen, erklären wir hier.

Selfies im Pool oder beim Surfen im Meer: eine schöne Vorstellung für viele Smartphone-Nutzer. Nicht umsonst erfreut sich die Bezeichnung "wasserdicht" unter Handy-Herstellern großer Beliebtheit. Eine klare Definition dafür fehlt aber.


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Samsung Australia wurde das zum Verhängnis: Das australische Tochterunternehmen von Samsung wurde von der australischen Wettbewerbsbehörde ACCC auf einen einstelligen Millionenbetrag verklagt. Es hatte in mehr als 300 Werbungen Leute gezeigt, die Galaxy-Smartphones am Boden eines Schwimmbeckens oder im Meer nutzten. Dazu die Info, die Modelle seien in bis zu 1,5 Meter tiefem Wasser für bis zu 30 Minuten wasserdicht. Das sei laut dem ACCC-Vorsitzenden irreführend. Denn der Gebrauch von Chlor- oder Salzwasser auf Smartphones sei noch unzureichend getestet.

Das sollten Sie NICHT tun, wenn das Smartphone ins Wasser fällt

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Auch Craig Lloyd, Redakteur der Website "iFixit.com", ist ähnlicher Meinung: "Ja, die Werbungen sind etwas irreführend, weil man sein Handy wirklich nicht mit zum Schwimmen nehmen sollte." Gerade Meer und Pool seien ungünstig, weil Salz- und Chlorwasser den Schaden noch erhöhen würden.

Lloyd gibt Privatnutzern Tipps, wie sie elektronische Geräte selbst reparieren können – also auch wassergeschädigte Handys. "Es ist absolut möglich, dass Handys einen Tauchgang überleben, aber man sollte nicht automatisch davon ausgehen", sagt Lloyd. Die Kleber und Dichtungen des Handys nutzten sich mit der Zeit ab. "Nach ein paar Jahren hat Ihr Handy den Großteil seiner Wasserbeständigkeit wahrscheinlich verloren."

Wer dennoch sein Smartphone retten will, sollte aufpassen: Aus eigener Erfahrung weiß Lloyd: "Der größte Fehler ist es, wenn Leute versuchen, ihr Handy wieder anzuschalten, nachdem sie es aus der Toilette gefischt haben." Lieber sollen Nutzer es so schnell wie möglich ausschalten, um weitere Schäden zu vermeiden. Eine Erwärmung des Handys durch Mikrowelle, Heizung oder Ofen ist auch ein No-Go, ebenso wie der Einsatz eines Staubsaugers. "Ansonsten können Sie nichts wirklich kaputtmachen – das Handy ist schon beschädigt", sagt Lloyd. "Versuchen Sie, es zu reparieren, Sie haben nichts zu verlieren."

Smartphone mit Reis trocknen

Das Technikportal "Techbook" rät, nach einem Wasserschaden ein eventuell vorhandenes Ladekabel vorsichtig abzuziehen. Steckt das Gerät in einer Hülle, sollten Sie es behutsam herausnehmen, damit das Wasser bestmöglich auslaufen kann. Dann sollten Sie das Gerät – soweit es möglich ist – auseinandernehmen und die einzelnen Teile mit einem weichen Tuch abtrocknen. Küchen- oder Toilettenpapier sind dafür gut geeignet. Damit das Wasser aus den Ritzen, in die Sie mit dem Tuch nicht kommen, herauslaufen kann, wenden Sie das Gehäuse behutsam hin und her.

Im Anschluss stecken Sie das Handy in eine luftdicht verschließbare Plastiktüte mit Silikagel, das als Trockenmittel dient. Alternativ können Sie auch Reis nehmen – allerdings nur, wenn er vorher selbst luftdicht verschlossen war, wie beispielsweise Instantreis. Das Trockenmittel sollte das Smartphone komplett umfassen. Warten Sie dann ein paar Tage, ehe Sie das Gerät herausholen.

Was die IP-Zertifizierung bedeutet

Die Staub- und Wasserbeständigkeit von Handys und anderen Geräten wird im Labor getestet und in Form eines Zahlencodes beschrieben. Gängige Normen bei neueren Geräten sind dabei IP67 und IP68. Nach den Code-Buchstaben IP steht zunächst eine Zahl von 0 bis 6, die beschreibt, wie gut das Gerät gegen Fremdkörper wie Staub geschützt ist. Die 6 bedeutet hierbei, dass es als staubdicht eingeordnet wird. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Die zweite Zahl beschreibt den Wasserschutz mit einer Einstufung zwischen 0 (kein Schutz) und 9 (Schutz gegen Wasser bei Hochdruck-/Dampfstrahlreinigung). IP67 entspricht einem Staubschutz und einem Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen (30 Minuten, bis zu 1 Meter Tiefe). IP68 bedeutet, dass das Gerät in größere Tiefen für eine längere Zeit untergetaucht werden kann. Es ist aber laut Lloyd "etwas willkürlicher", da die genauen Angaben darüber vom Hersteller definiert werden. Lloyd hält die IP-Codes letztendlich für ziemlich bedeutungslos. "Die Tests werden unter Laborbedingungen mit sauberem, frischem Wasser gemacht und reflektieren nicht wirklich die Realität."

Keine Garantie bei Wasserschaden

In einem seiner Artikel beschreibt Lloyd einen Fall, in dem das iPhone 6 Plus eines kanadischen Paares beim Kanufahren einen Wasserschaden bekam. Das Paar fragte bei Apple eine Reparatur an und wurde abgewiesen, dann holte es sich Hilfe beim Reparaturdienstleister iPadRehab und dessen Gründerin Jessa Jones. Jones konnte das Handy zumindest so lange zum Laufen bringen, bis die zahlreichen Fotos darauf gesichert waren. Sie schätzt, dass es in 95 Prozent der Fälle möglich sei, die Daten unter Wasser gegangener Geräte zu retten.


Lloyd ergänzt, dass die Handy-Hersteller einen Wasserschaden üblicherweise nicht mit ihrer Garantie abdecken, außer Nutzer haben eine Unfallschadenversicherung wie AppleCare+ oder Square Trade abgeschlossen. In diesem Fall können Käufer ihr Handy für eine Selbstbeteiligung reparieren oder austauschen lassen.

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