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1&1 will Netzbetreiber werden: 5G-Auktion startet in zweiter Märzhälfte

1&1 will Netzbetreiber werden  

5G-Auktion startet in zweiter Märzhälfte

25.01.2019, 17:47 Uhr | Florian Müller, dpa

Schon jetzt Kritik an 5G-Netz-Versteigerung im Frühjahr 2019 (Screenshot: Reuters)
Mobilfunknetz der Zukunft - ohne ländliche Regionen?

Die Bundesnetzagentur plant die Versteigerung der Frequenzen für das Frühjahr 2019. Forschungsministerin Anja Karliczek hatte Hoffnungen auf den modernen Mobilfunkstandard vor allem in Ländlichen Regionen in dieser Woche ein Dämpfer verpasst.

5G-Netz: Das Mobilfunknetz der Zukunft wird im Frühjahr 2019 versteigert, doch in ländlichen Regionen bleibt es wohl problematisch. (Quelle: Reuters)


Die Frequenzversteigerung für den neuen Mobilfunkstandard 5G wird in der zweiten Märzhälfte beginnen. Dies teilte die Bundesnetzagentur kurz nach Ende der Bewerbungsfrist für die Auktion mit.

Es stehen Frequenzen im 2-Gigahertz-Band sowie im 3,6-Gigahertz-Band zur Zuteilung. Um diese wollen Marktführer Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica Deutschland sowie erstmals die United-Internet-Tochter Drillisch ("1&1") bieten.

Die Bonner Behörde erklärte, die Entscheidung über die Zulassung zügig treffen zu wollen. Sollte Drillisch an der Auktion teilnehmen können und dort den Zuschlag für nationale Frequenzen erhalten, gäbe es in Deutschland zum ersten Mal seit der E-Plus-Übernahme vor fünf Jahren wieder vier Netzbetreiber.

Was ist 5G?

Der neue Mobilfunkstandard löst weltweit Schritt für Schritt die 4G-Technik (auch als LTE bekannt) ab und soll durch eine enorme Geschwindigkeitssteigerung bis in den Gigabit-Bereich den Weg für zahlreiche Anwendungen ebnen, die eine Datenübertragung in Echtzeit benötigen. So fallen etwa bei selbstfahrenden Autos gewaltige Datenmengen an. Die Wirtschaft setzt ebenfalls auf intelligent vernetzte Fabriken und Maschinen und auch für Verbraucher bietet 5G abseits der immer größer werdenden Datenmengen beim Streamen von Videos neue Möglichkeiten - etwa beim Shopping in der virtuellen Realität.

Wer wird solche Netze anbieten?

Neben den drei großen Mobilfunknetzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland (O2) will auch United Internet (1&1) Mobilfunkfrequenzen kaufen. Die drei Platzhirsche haben den Vorteil, dass sie bereits über ein eigenes bundesweites Netz an Funkmasten verfügen, während United Internet diese erst noch aufstellen muss. Das Unternehmen verweist allerdings darauf, dass es bereits über ein großes Glasfasernetz verfügt - ebenfalls eine Grundvoraussetzung, um mit den erwarteten großen Datenmengen der neuen Mobilfunk-Generation umgehen zu können.

Wie sehen die Vorgaben der Bundesnetzagentur aus?

Der Beginn der Versteigerung ist für dieses Frühjahr vorgesehen. Für die Bieter gilt dabei: Bis Ende 2022 müssen sie mindestens 98 Prozent der Haushalte je Bundesland, alle Bundesautobahnen, die wichtigsten Bundesstraßen sowie die wichtigsten Schienenwege mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) versorgen. Das ist LTE-Geschwindigkeit. Bis Ende 2024 dann unter anderem auch alle wichtigen Wasserstraßen und die übrigen Schienenwege mit mindestens 50 Mbit/s.

Zusätzlich müssen die Betreiber 1000 Basisstationen für 5G bis Ende 2022 in Betrieb nehmen, und nochmal 500 Basisstationen für LTE in unversorgten Gebieten. Für Unternehmen, die wie United Internet neu in den Markt einsteigen wollen, gelten leichtere Vorgaben.

Ein besonderer Knackpunkt ist das sogenannte Roaming - also dass Kunden eines Anbieters in Funklöchern automatisch auf die Handynetze der Konkurrenten umgeleitet werden. Hierzu erlegt die Netzagentur den Betreibern ein "Verhandlungsgebot zu Kooperationen" auf und will diesen Prozess als "Schiedsrichter" aktiv begleiten. Das könnte auch für Neueinsteiger bei den Betreibern die Chancen auf einen Markteintritt erhöhen. Rechtlich verpflichten, ihre Netze mit Konkurrenten zu teilen, kann die Behörde die Anbieter bislang aber nicht.

Wie läuft die Auktion genau ab?

Die Versteigerung findet in einem Dienstgebäude der Bundesnetzagentur in Mainz statt und wird wohl mehrere Tage dauern. Dabei bekommen die verschiedenen Bieter jeweils einen abgeschirmten Raum, von dem aus sie nur mit ihrer Zentrale kommunizieren dürfen und die Gebote für einzelne Frequenzblöcke in einem Computer abgeben.

Insgesamt gibt es 41 Blöcke, auf die die Firmen in mehreren Runden bieten können. Das Mindestgebot liegt je nach Frequenz und Verfügbarkeit zwischen 1,7 und fünf Millionen Euro. Es wird mit Erlösen in Milliardenhöhe gerechnet.

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Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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