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1&1 muss Millionenstrafe zahlen

Von t-online, sle

Aktualisiert am 09.12.2019Lesedauer: 2 Min.
Das Logo von 1&1: Das Unternehmen muss eine Millionenstrafe zahlen.
Das Logo von 1&1: Das Unternehmen muss eine Millionenstrafe zahlen. (Quelle: Sascha Ditscher/imago-images-bilder)
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Die Datenschutz-Grundverordnung soll Kundendaten schĂŒtzen. Wer das nicht ausreichend macht, muss mit hohen Geldstrafen rechnen. Jetzt hat es einen Internetanbieter getroffen.

Der Bundesbeauftragte fĂŒr Datenschutz hat gegen den Telefon- und Internetanbieter 1&1 eine Geldbuße in Millionenhöhe verhĂ€ngt. Die 1&1 Telecom GmbH soll laut dem Bundesbeauftragten fĂŒr den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) eine Strafe in Höhe von 9,55 Millionen Euro zahlen. Der BfDI wirft dem Unternehmen vor, seine Kundendaten nicht ausreichend geschĂŒtzt zu haben.


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So hĂ€tten Unbefugte bei telefonischen AuskĂŒnften Informationen zu Kunden abfragen können. Dazu hĂ€tte es gereicht, zu wissen, wie der Name und das Geburtsdatum des Kunden lauten. "Die europĂ€ische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gibt uns die Möglichkeit, die unzureichende Sicherung von personenbezogenen Daten entscheidend zu ahnden. Wir wenden diese Befugnisse unter BerĂŒcksichtigung der gebotenen Angemessenheit an.", sagt der Bundesbeauftragte in einer Pressemitteilung.

Reaktion von 1&1

1&1 schreibt dazu: "Der fragliche Fall ereignete sich bereits 2018. Konkret ging es um die telefonische Abfrage der Handynummer eines ehemaligen Lebenspartners. Die zustĂ€ndige Mitarbeiterin erfĂŒllte dabei alle Anforderungen der damals bei 1&1 gĂŒltigen Sicherheitsrichtlinien. Zu diesem Zeitpunkt war eine Zwei-Faktor-Authentifizierung ĂŒblich, einen einheitlichen Marktstandard fĂŒr höhere Sicherheitsanforderungen gab es nicht".

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Mittlerweile habe 1&1 die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. Auch der Bundesbeauftragte erkennt die Verbesserungen in den Sicherheitsmaßnahmen an. Dennoch sei dies fĂŒr die Strafe nicht ausschlaggebend: "Ungeachtet dieser Maßnahmen war die VerhĂ€ngung einer Geldbuße geboten. So war unter anderem der Verstoß nicht nur auf einen geringen Teil der Kunden begrenzt, sondern stellte ein Risiko fĂŒr den gesamten Kundenbestand dar.", heißt es in der Meldung.

1&1 will klagen

Die 1&1 Telecom GmbH hat angekĂŒndigt, gegen die Geldbuße zu klagen: "Das Bußgeld ist absolut unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig. Die neue Bußgeldregelung, nach der die Summe berechnet wurde und die fĂŒr die gesamte deutsche Wirtschaft gilt, wurde am 14. Oktober 2019 veröffentlicht und orientiert sich am jĂ€hrlichen Konzernumsatz. So können bereits kleinste Abweichungen riesige Geldbußen zur Folge haben. In der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist der Umsatz allerdings nicht als Kriterium fĂŒr die Bemessung der Bußgeldhöhe vorgesehen. DarĂŒber hinaus verstĂ¶ĂŸt die neue Bußgeldlogik gegen das Grundgesetz, insbesondere die GrundsĂ€tze der Gleichbehandlung und der VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit".


Der Bundesbeauftragte fĂŒr den Datenschutz und die Informationsfreiheit belegte außerdem die Rapidata GmbH mit einer Geldbuße von 10.000 Euro. Auch diese habe laut BfDI gegen die Datenschutz-Grundverordnung verstoßen.

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