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Coronavirus-Pandemie: Telekom teilt Handydaten mit Robert Koch-Institut

Infektionsverläufe analysieren  

Telekom teilt Handydaten mit Robert Koch-Institut

18.03.2020, 10:21 Uhr | str, t-online

Coronavirus-Pandemie: Telekom teilt Handydaten mit Robert Koch-Institut. Der Nutzerstandort wird auf einem Smartphone dargestellt: Die Telekom übermittelt Bewegungsdaten ihrer Kunden an das Robert Koch-Institut.  (Quelle: Reuters/Christinne Muschi)

Der Nutzerstandort wird auf einem Smartphone dargestellt: Die Telekom übermittelt Bewegungsdaten ihrer Kunden an das Robert Koch-Institut. (Quelle: Christinne Muschi/Reuters)

Zur besseren Erforschung des Coronavirus Sars-CoV-2 erhält das Robert Koch-Institut Bewegungsdaten von Handynutzern im Netz der Deutschen Telekom. Das Ausspähen einzelner Personen soll damit allerdings nicht möglich sein.

Das Robert Koch-Institut (RKI) will untersuchen, wie sich das Coronavirus Sars-CoV-2 in der Bevölkerung verbreitet. Dazu soll es nun mehrere Datensätze mit Bewegungsdaten von Kunden der Deutschen Telekom erhalten.

Wie der Berliner "Tagesspiegel" berichtet, habe die Telekom den ersten Datensatz bereits am Dienstag an die Behörde übermittelt. Er soll etwa fünf Gigabyte groß sein. Das Bonner Unternehmen verlangt für die Bereitstellung zu Forschungszwecken kein Geld vom Staat.

Neue Erkenntnisse sollen Pandemie eindämmen

Mit den Handydaten will das RKI Bewegungsmuster sowohl bundesweit als auch auf regionaler Ebene analysieren. Die Hoffnung ist, dadurch neue Erkenntnisse über die Verbreitung des Virus zu gewinnen, die dabei helfen können, die Pandemie einzudämmen.

Die Daten werden in anonymisierter Form weitergegeben. Ein Tracking einzelner infizierter Personen und deren Kontakte soll damit nicht möglich sein. Die Telekom hatte solche Gedankenspiele zuvor bereits als technischen Unfug zurückgewiesen. Unter anderem seien die Standortdaten viel zu ungenau dafür.

Auch andere Länder nutzen Handydaten gegen Covid-19

Auch in anderen Ländern arbeiten Telekom-Unternehmen bereits mit staatlichen Behörden zusammen. So war am Dienstag bekannt geworden, dass der österreichische Provider A1-Nutzerdaten an die Regierung weitergeleitet hat. Datenschützer und Bürgerrechtler sehen das kritisch.

In Ländern wie Israel oder auch in manchen Teilen Asiens gehen die Maßnahmen sogar einen Schritt weiter: Dort wird versucht, mit Hilfe der Handydaten mögliche Kontaktpersonen von Infizierten ausfindig zu machen.

Laut dem "Tagesspiegel" wünscht sich der Leiter des RKI ebenfalls personalisierte Daten. Fraglich ist, ob das für die ohnehin schon überlasteten Gesundheitsämter tatsächlich eine Hilfe wäre. 

Verwendete Quellen:

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