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Perfekter Klang – ganz ohne Kabel: Bluetooth-Kopfhörer für jeden Geldbeutel

Bluetooth-Kopfhörer für jeden  

Perfekter Klang – ganz ohne Kabel

Von Jan Mölleken

02.06.2020, 16:13 Uhr
Perfekter Klang – ganz ohne Kabel: Bluetooth-Kopfhörer für jeden Geldbeutel. Junge Frau trägt den B&W PX7-Kopfhörer: Wir haben verschiedene Bluetooth-Kopfhörer getestet (Quelle: Hersteller/B&W)

Junge Frau trägt den B&W PX7-Kopfhörer: Wir haben verschiedene Bluetooth-Kopfhörer getestet (Quelle: B&W/Hersteller)

Ganz gleich ob am Arbeitsplatz, unterwegs oder im Homeoffice: Gute Kopfhörer mit Mikrofon machen Privat- und Berufsleben einfacher und komfortabler. Wir haben verschiedene Modelle getestet – von günstig bis hochwertig.

Häufige Videokonferenzen, dauerndes Tippen auf den Laptoptasten statt auf einer richtigen Tastatur und vieles mehr: Millionen Menschen mussten in den vergangenen Wochen und Monaten von zu Hause aus arbeiten – und sich dabei auf andere Arbeitsbedingungen einstellen. Manch einer plant auch in Zukunft häufiger von zu Hause aus zu arbeiten – die Bedingungen lassen sich durch das richtige Arbeitsgerät dabei deutlich verbessern.

Drahtlose Kopfhörer mit und ohne Geräuschunterdrückung

Eines der wichtigsten Werkzeuge um im Homeoffice mit Kollegen im Team arbeiten zu können, sind Video- und Audio-Konferenzen. Das Problem ist aber, dass der heimische PC, das Dienstnotebook oder auch das Tablet meist nicht wirklich dafür eingerichtet sind. So stecken heute in den meisten Geräten zwar eine Webcam, Lautsprecher und Mikrofon – wirklich gut sind sie oft aber nicht. Zudem zwingen sie Nutzer, direkt am Gerät sitzen zu bleiben. Gerade wer häufig an solchen Konferenzen teilnehmen muss, profitiert hier von drahtlosen Bluetooth-Headsets.

Streng genommen ist fast jeder Bluetooth-Kopfhörer auch ein Headset, weil in fast allen Fällen auch ein Mikrofon eingebaut ist. Das machen die Hersteller in erster Linie, damit man die Geräte auch am Smartphone nutzen und damit telefonieren kann. Allerdings funktionieren sie genausogut auch am PC oder Tablet bei einer Videokonferenz.

Sie verbessern die Audioqualität und bieten gleichzeitig mehr Bewegungsfreiheit, oft für die ganze Wohnung. Wirklich hilfreich können dabei auch Geräte mit Geräuschunterdrückung sein, da sie – selbst abseits von Telefonkonferenzen – für erheblich mehr Ruhe beim Arbeiten sorgen. Sie sind allerdings etwas teurer.

Die Bauform ist wichtig

Grundsätzlich muss man sich zunächst entscheiden, welche Kopfhörerform man persönlich bevorzugt: In-Ear-Kopfhörer, die direkt in den Ohrkanal gesteckt werden oder Bügelkopfhörer, deren Ohrmuscheln auf dem Ohr aufliegen (“On-Ear”) oder die Ohrmuschel ganz umschließen (“Over-Ear”). Nicht jeder etwa empfindet es als angenehm In-Ear-Hörer über längere Zeit im Ohr zu tragen. Anderen drücken On-Ear-Kopfhörer zu sehr auf die Ohren, wieder anderen wird es unter Over-Ear-Hörern zu warm.

Eher bei teureren Hi-Fi-Kopfhörern wichtig ist außerdem die Frage, ob es sich um offene oder geschlossene Kopfhörer handelt. Offene Kopfhörer lassen Geräusche von Außen ans Ohr, gleichzeitig ist auch das Kopfhörersignal recht gut hörbar – außerdem werden die Ohren darunter nicht so warm. Sie eignen sich am ehesten für eine stille Umgebung. Geschlossene Kopfhörer sind meist etwas schwerer, lassen kaum Geräusche raus noch rein, bieten meist auch einen kräftigeren Bass. Dafür erwärmen sich die Ohren darunter mehr. Sie eignen sich für eher laute Umgebungen. Mit aktiver Geräuschunterdrückung (auch "Active Noise Cancelling", kurz ANC) lässt sich der Effekt noch verstärken, ANC-Kopfhörer sind immer als geschlossene Kopfhörer ausgeführt.

Billig oder teuer? Das Ohr und der Einsatzzweck entscheiden

Wie viel man für einen Kopfhörer bzw. für ein Headset ausgeben muss, hängt vom eigenen Anspruch ab. Der Markt ist riesig, wir haben einige Modelle in verschiedenen Preiskategorien ausprobiert.

Günstige Einstiegsmodelle ab 50 Euro

Der Philips UH202 ist ein sehr günstiges On-Ear-Einstiegsmodell und kostet online knapp 50 Euro. Klanglich kann der Kopfhörer zwar nicht mit den teuren Hi-Fi-Modellen mithalten – er klingt für den Alltag aber durchaus solide. Der etwas dröhnende Bass mag nichts für audiophile Feinschmecker sein – er hebt die UH202 aber deutlich von den billigen kabelgebundenen Headsets ab, die den meisten Handys beiliegen.

Philips UH202 (Quelle: Hersteller)Philips UH202 (Quelle: Hersteller)

Eine Lautstärkewippe und eine Start-Stopp-Taste erlauben Gespräche anzunehmen oder zu beenden. Die Sprachqualität war bei unserem Test leider sehr mäßig. Wenn man laut spricht, wird man zwar verstanden, gut klingt das dennoch nicht. Wer sich also günstig etwas Bewegungsfreiheit ins Homeoffice holen möchte, kann durchaus über die Philips UH202 nachdenken, im Test trugen sie sich auch über längere Zeit recht angenehm; einen Arbeitstag hält der Akku entspannt durch. Wer hingegen einen hohen Redeanteil in Telefon- und Videokonferenzen hat, sollte im Interesse seiner Gesprächspartner lieber mehr Geld für ein Bluetooth-Headset ausgeben.

Ebenfalls für etwa 50 Euro erhält man auch bereits ein sogenanntes True-Wireless-Headset. So heißen die Kopfhörer, die gar keine Kabel mehr haben. Stattdessen werden die zwei unabhängigen Ohrhörer direkt ins Ohr gesteckt. Bekannteste Vertreter sind hier Apples AirPods, die mit Preisen ab 135 Euro aber nicht ganz günstig sind. Die Gravis Eigenmarke Networx hat mit dem Networx Free allerdings ein erheblich günstigeres Modell im Angebot. 

Networx Free (Quelle: Hersteller)Networx Free (Quelle: Hersteller)

Den Preisunterschied zu den AirPods oder ähnlich teuren True-Wireless Headsets anderer Hersteller hört man. Die Akkulaufzeit ist mit zweieinhalb Stunden selbst für True-Wireless ziemlich knapp bemessen und dass beide Hörer vor Nutzung separat angeschaltet werden müssen, ist etwas umständlich. Immerhin, der Klang, sowohl vom Audio-Signal als auch vom integrierten Mikrofon, ist ok. Gerade die kurze Laufzeit machen die Free von Networx für lange Arbeitstage jedoch ungeeignet. Wer sie aber nur hin und wieder für ein Telefonat oder eine einstündige Konferenz braucht und nicht so viel Geld ausgeben möchte, könnte mit den Ohrhörern zufrieden sein.

Mittelklasse zwischen 100 und 200 Euro

Wer bereit ist, mehr als 100 Euro auszugeben, bekommt dafür bereits gut klingende Headsets, die auch im Alltag beim Musikhören Spaß machen.

 Sennheiser HD 4.50BTNC (Quelle: Hersteller)Sennheiser HD 4.50BTNC (Quelle: Hersteller)

Eine sehr gute Figur in dieser Preisklasse macht etwa der Sennheiser HD 4.50BTNC. Der Over-Ear-Kopfhörer ist mittlerweile für rund 120 Euro im Netz erhältlich und bietet sowohl beim Zuhören als auch beim Sprechen einen sehr anständigen Klang. Außerdem mit dabei: aktives Noise-Cancelling. Das filtert gleichförmige Störgeräusche wie Verkehrsrauschen, das Brummen vom Kühlschrank und ähnlich Nerviges recht gut heraus und hilft so der Konzentration. Weder Klang noch die Geräuschunterdrückung liegen auf Oberklasse-Niveau, aber für den vergleichsweise niedrigen Preis bekommt man hier ein sehr gutes Headset.

Apple AirPods (Quelle: Hersteller)Apple AirPods (Quelle: Hersteller)

Nicht zu vergessen sind an dieser Stelle auch Apples AirPods (ab 135 Euro) – sie sind nicht ohne Grund die weltweit meistverkauften Bluetooth-Kopfhörer. Das Besondere an den AirPods ist vor allem die unkomplizierte Nutzung: Es gibt keinerlei Knöpfe oder Schalter an den True-Wireless-Hörern. Nimmt man sie aus ihrem Ladeetui und setzt sie ins Ohr, sind sie aktiv. Die AirPods sitzen locker im Gehörgang und dichten ihn nicht ab – so bekommt man alles mit, was um einen herum passiert – heißt aber auch, dass sie kaum gegen Lärm abschirmen. Für Telefonate und Videokonferenzen ist der Klang sehr gut, auch Musik klingt gut und klar, allerdings ist die Basswiedergabe eher zurückhaltend. Der Akku hält vier Stunden, danach müssen sie wenigstens fünf Minuten im Ladeetui auftanken, bevor sie wieder knapp eine Stunde lang funktionieren. Wer iPhone, iPad oder Mac nutzt, wird keine besser handhabbaren Kopfhörer finden, die AirPods lassen sich aber auch mit wenig Aufwand gut an Android-Geräten und PCs nutzen.

Libratone Track+ (Quelle: Hersteller)Libratone Track+ (Quelle: Hersteller)

Der ehemals dänische Soundspezialist Libratone bietet mit den Track+ (ab 120 Euro) In-Ear-Kopfhörer mit zusätzlicher Geräuschunterdrückung an. Ganz drahtlos sind die Hörer nicht, ein Kabel, das um den Nacken gelegt wird, verbindet die beiden Ohrstecker miteinander. Der Libratone Track+ wird als Sportkopfhörer vermarktet, eignet sich aber auch sehr gut für den Alltag – oder das Homeoffice. Der Klang ist – wie für Libtratone typisch – sehr gut und eher zurückhaltend abgestimmt, das Noise-Cancelling funktioniert solide. Der Akku hält knapp einen Arbeitstag durch, wenn das Gerät durchgängig genutzt wird, in den meisten Fällen sollte das also reichen. Mittlerweile sind die In-Ear-Kopfhörer für rund 120 Euro erhältlich – ein sehr guter Preis.

Gehobene Mittel- und Oberklasse über 200 Euro

In dieser Preisklasse geht es eigentlich mehr um Geschmack als um Funktion: Klanglich wenigstens gut sind in dieser Preisklasse nahezu alle Geräte – hier geht es eher um Präferenzen was die Sound-Abstimmung angeht.

Apple AirPods Pro (Quelle: Hersteller)Apple AirPods Pro (Quelle: Hersteller)

Hier sind auch die vergleichsweise neuen AirPods Pro zu finden. In diversen Online-Shops findet man die neusten True-Wireless-Kopfhörer für knapp über 200 Euro – und bekommt für diesen Preis die perfekten Arbeits- und Alltagsbegleiter: Anders als die Standard-AirPods, dichten die AirPods Pro den Gehörgang ab und werden mit Gummiohrstöpseln in verschiedenen Größen geliefert. Ein System zum Druckausgleich macht dies aber angenehmer als bei vielen anderen In-Ear-Kopfhörern.

Die Gummistöpsel sorgen einerseits dafür, dass damit die Passprobleme der Vergangenheit angehören – andererseits haben es die Ohrhörer nun leichter einen sehr guten Klang mit sattem aber nicht dominanten Bass abzuliefern. 

Das ANC ist für In-Ear-Stöpsel sehr gut, wirklich ausgezeichnet ist zudem der "Transparenzmodus", der die Außengeräusche räumlich akkurat ins Kopfhörersignal einspeist, sodass man beinahe vergisst, dass da etwas im Ohr steckt. Wer die gut 200 Euro ausgeben kann, bekommt hier die vielleicht perfekte Mischung aus einfacher Bedienung, Alltagstauglichkeit und gutem Klang für Arbeit und Freizeit.

Sony WH-1000XM3 (Quelle: Hersteller)Sony WH-1000XM3 (Quelle: Hersteller)

Im Bereich der großen Over-Ear-Kopfhörer findet man derzeit stets Empfehlungen für Sonys WH-1000XM3. Er ist derzeit ab etwa 270 Euro im Netz erhältlich – und in der Tat ein ausgezeichneter Kopfhörer, den Hi-Fi-Fans auf jeden Fall in die engere Auswahl nehmen sollten. Er ist hier nur am Rande erwähnt, da wir ihn für diesen Text nicht unter Homeoffice-Bedingungen ausprobiert haben – auch wenn er diese ohne Zweifel mühelos meistern sollte.

Etwas ausgefallener, für Hi-Fi-Fans aber ebenfalls spannend, ist der B&W PX7 (ab 370 Euro). Die britische Audioschmiede Bowers & Wilkins ist vor allem im hochpreisigen Hi-Fi-Bereich ein Begriff. Die Kopfhörer zielen allerdings durchaus auf ein breiteres Publikum.

B&W PX7 (Quelle: Hersteller)B&W PX7 (Quelle: Hersteller)

Der PX7 ist vor allem für die Musikfans empfehlenswert, die eine wärmere Klangabstimmung ihrer Kopfhörer bevorzugen. Das wird im Netz im Vergleich zu analytischer klingenden Modellen bisweilen als "etwas dumpf" beschrieben, was dem Klang der PX7 aber nicht gerecht wird – wer die Möglichkeit hat, sollte die Kopfhörer zur Probe ausprobieren. Für viele Musikrichtungen funktioniert die Klangabstimmung ausgezeichnet.

Als Arbeitsgerät im Homeoffice funktionieren die ohrumschließenden Kopfhörer mit ANC einwandfrei. So lässt sich das Gerät etwa gleichzeitig kabellos mit dem Computer und dem Smartphone verbinden, sodass man die Kopfhörer nicht absetzen muss, wenn das Telefon klingelt. Gleichzeitig ist der PX7  aber eindeutig zu teuer, um ihn nur für Videokonferenzen und Telefonate zu nutzen. Die versprochenen 30 Stunden Akkulaufzeit leistet er locker, die Geräuschunterdrückung funktioniert sehr gut – einzig die dünnen Bedienknöpfe trüben die Freude über die gut verarbeiteten Kopfhörer etwas.

Zusätzliches Mikrofon, etwa für Podcasts

Ein gesondertes Mikrofon benötigt man für die hier genannten Modelle nicht, da sie über integrierte Mikrofone verfügen. Allerdings steht bei den Kopfhörern stets der Klang der Ohrhörer im Vordergrund, die Mikrofone hingegen klingen in der Regel nur für Telefonate und Videokonferenzen in Ordnung. Wer jedoch einen eigenen Hi-Fi-Kopfhörer nutzen und diesen nun mit einem zusätzlichen Mikrofon paaren oder gelegentlich einen Podcast aufzeichnen möchte, muss Geld in ein zusätzliches Gerät stecken.

Shure MV5 (Quelle: Hersteller)Shure MV5 (Quelle: Hersteller)

Hier haben wir ein besseres Einsteigergerät vom Mikrofon-Experten Shure ausprobiert – das MV5. Es kostet rund 110 Euro und lohnt der näheren Betrachtung, weil es eine sehr praktikable Mitte von solidem Klang, einfacher Bedienbarkeit und halbwegs niedrigem Preis bietet.

Das Gerät kann per mitgeliefertem Kabel wahlweise direkt ans iPhone, Android-Smartphone oder per USB an den Computer angeschlossen werden. Zudem benötigt man keine weiteren Ständer oder Kabel und die Bedienung ist sehr einfach: Per Taste wählt man eines von drei Klang-Profilen (Stimme, Instrumental oder Flach), eine weitere Taste erlaubt das einfache Stummschalten des Mikrofons. Viel mehr muss man über die Bedienung nicht wissen – der Klang ist dabei sehr ordentlich für den Preis.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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