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Koch-Apps machen das Leben leichter

Von dpa
20.01.2022Lesedauer: 4 Min.
Die App "Chefkoch" bietet aktuell ├╝ber 350.
Die App "Chefkoch" bietet aktuell ├╝ber 350.000 Rezepte. (Quelle: Chefkkoch/dpa-tmn./dpa)
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Hannover/Goslar (dpa/tmn) - Es gibt viele Gr├╝nde, zu Hause den Backofen oder Herd anzuwerfen: Selbst kochen macht Spa├č, ist gesund und g├╝nstiger, als st├Ąndig Essen zu gehen oder zu bestellen. Trotzdem gibt es viele Menschen, die wenig bis gar nicht kochen. Warum?

"Regelm├Ą├čig zu kochen - das muss auch in den Alltag passen", sagt Nora Karrasch. Die Ern├Ąhrungsberaterin arbeitet in ihrem Berufsalltag immer wieder mit Menschen, die das Kochen nie gelernt haben oder es einfach nicht mit dem neuen Job oder den Kindern in Einklang bringen k├Ânnen.

Nach Karraschs Einsch├Ątzung kann eine Koch-App die Komplexit├Ąt beim Kochen reduzieren. Zum einen, weil sie meist Tausende Rezepte unmittelbar zug├Ąnglich macht. Zum anderen, weil sie Filterfunktionen bietet, die dabei helfen, genau das zu finden, was man braucht. Insbesondere f├╝r Menschen ohne viel Erfahrung in der K├╝che sei genau das wichtig.

Andr├ę Kramer vom "c't"-Fachmagazin hat sich einige der zahllosen Koch-Apps auf dem Markt genauer angesehen: "KptnCook", "Chefkoch", "Lecker", "Eat Smarter", "Kitchen Stories" und "Seven Cooks". Wer nach Koch-Apps sucht, stolpert unweigerlich ├╝ber diese Kandidaten. "Eat Smarter" und "Kitchen Stories" empfiehlt etwa auch Nora Karrasch.

Quantit├Ąt oder Qualit├Ąt?

Kramer hat schnell gemerkt: Konzept und Fokus der verschiedenen Apps variieren deutlich. Deswegen gab es f├╝r ihn auch keinen Testsieger. Welche App die Beste ist, h├Ąnge ganz einfach davon ab, was man braucht.

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Gute Beispiele daf├╝r seien "KptnCook" und "Chefkoch". W├Ąhrend "KptnCook" t├Ąglich nur drei neue Rezepte herausgibt, bietet "Chefkoch" ├╝ber 350.000 Rezepte. "Bei "Chefkoch" gibt es H├╝hnersuppen aus aller Herren L├Ąnder. Aber ich muss eben aus dieser Vielfalt selbst ausw├Ąhlen, was ich brauche", erkl├Ąrt Kramer.

Bei "KptnCook" bekomme man dagegen von Foodbloggern und K├Âchen kuratierte Rezepte - modern, meist aus ├Ąhnlichen Kochstilen: "Superfood, Fusion, Vegan - viel Tofu, viel asiatisch, oft mit Zitronenschale dr├╝ber geraspelt", sagt Kramer. Das Konzept mache "KptnCook" vor allem zu einer Inspirationsquelle. "Chefkoch" sei dagegen die richtige App, wenn man etwas ganz Bestimmtes sucht.

Die App "Lecker", ein Produkt der gleichnamigen Zeitschrift, zeigt sich als Mittelweg zwischen "KptnCook" und "Chefkoch". Auch "Lecker" hat eine gro├če Rezept-Datenbank mit ├╝ber 60.000 Koch- und Back-Ideen. Aber w├Ąhrend bei Chefkoch die Rezepte von Mitgliedern der Community hochgeladen werden, stammen die Lecker-Rezepte aus der eigenen Versuchsk├╝che. Hier wird also wie bei "KptnCook" rigoros ausgew├Ąhlt.

Vegan, Low Carb oder glutenfrei?

Filter-Funktionen in den Apps helfen etwa, vorhandene Lebensmittel sinnvoll zu verwerten. "Ich habe eine Zucchini, die muss weg, also suche ich nach Zucchini-Rezepten", sagt Kramer. Filter seien ein wichtiger Vorteil von Koch-Apps. Dar├╝ber lie├čen sich ganz gezielt Rezepte suchen, die zur Vorratslage oder zu den eigenen Ern├Ąhrungsgewohnheiten passen. Man filtert einfach nach bestimmten Zutaten oder Kochstilen oder schlie├čt andere bewusst aus.

"In den meisten Apps gibt es die M├Âglichkeit, explizit nach vegetarischen und veganen Rezepten zu suchen", wei├č Kramer. Besonderen Fokus auf vegane und vegetarische K├╝che lege zum Beispiel "Seven Cooks". "Eat Smarter" wiederum habe verschiedenste Kategorien, die helfen sollen, sich gesund zu ern├Ąhren: etwa Low Carb, ballaststoffreich oder glutenfrei. Durch die verschiedenen Kategorien seien sowohl "Seven Cooks" als "Eat Smarter" besonders ├╝bersichtlich und leicht zu navigieren.

Nora Karrasch lobt das breite Angebot an vegetarischen und veganen Rezepten in den verschiedenen Koch-Apps: "Die Deutschen essen zu viel Fleisch. Maximal 600 Gramm pro Woche sind empfohlen, der deutsche Durchschnitt liegt aber bei einem Kilo". Die Ern├Ąhrungsberaterin nutzt Koch-Apps als Inspirationsquelle und Anschauungsmaterial f├╝r Kunden, denen fleischloses Kochen noch nicht ganz geheuer ist.

Anschaulich und ├╝bersichtlich

Neben den Filterfunktionen haben Apps dem herk├Âmmlichen Kochbuch noch etwas voraus: keine Platzbegrenzung. Das macht es m├Âglich, die Rezepte und ihre Anleitungen ausf├╝hrlich zu bebildern. Laut Kramer tue sich hier vor allem "KptnCook" positiv hervor: "Die Rezepte lassen sich auch f├╝r Anf├Ąnger gut nachkochen".

Die App "Kitchen Stories" geht hier sogar noch einen Schritt weiter und gibt neben Rezepten auch zahlreiche Tipps zu Kochtechniken und Hintergrundinformationen zu Gerichten. "Das ist wie eine kleine Weiterbildung f├╝r Hobbyk├Âche", sagt Kramer. Umgekehrt hilft die App so aber auch Anf├Ąngern bei ihren ersten Schritten in der K├╝che.

Was kosten Koch-Apps?

Alle erw├Ąhnten Koch-Apps finanzieren sich zun├Ąchst einmal ├╝ber Werbung und/oder Produktplatzierungen. Das hei├čt, man kann sie prinzipiell kostenlos nutzen. F├╝r den vollen Funktionsumfang der jeweiligen Apps muss man sich aber f├╝r gew├Âhnlich registrieren. Je nach App kann man dann zum Beispiel Rezepte abspeichern oder sich in der Community austauschen. Dar├╝ber hinaus haben die meisten Apps dann noch kostenpflichtige Premium-Funktionen, etwa individuelle Wochenpl├Ąne.

Letztlich geht es darum, die richtige App f├╝r den eigenen Kenntnisstand und die pers├Ânlichen Bed├╝rfnisse und Priorit├Ąten zu finden. In jedem Fall sind Koch-Apps eine unkomplizierte M├Âglichkeit, ins Kochen und die gesunde Ern├Ąhrung hineinzuschnuppern, meint die Ern├Ąhrungsberaterin Nora Karrasch. Dennoch: "Eine Garantie, dass wir durch eine Koch-App ges├╝nder leben, gibt es nie".

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