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Musk mauert bei Twitter-Übernahme - Aktie fĂ€llt

Von dpa
Aktualisiert am 17.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Tech-MilliardĂ€r Elon Musk hat seinen Deal zum Kauf von Twitter fĂŒr vorlĂ€ufig ausgesetzt erklĂ€rt.
Tech-MilliardĂ€r Elon Musk hat seinen Deal zum Kauf von Twitter fĂŒr vorlĂ€ufig ausgesetzt erklĂ€rt. (Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/POOL/dpa./dpa)
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San Francisco (dpa) - Tech-MilliardĂ€r Elon Musk beißt sich beim angekĂŒndigten Twitter-Kauf an seinem Vorwurf fest, der Dienst habe viel mehr Fake-Accounts als angegeben. Unklar bleibt, ob er damit den Preis drĂŒcken will - oder versucht, den Boden fĂŒr einen Ausstieg aus dem Deal zu bereiten. Die Aktie von Twitter fĂ€llt jedenfalls mit Musks Attacken immer weiter.

Am Dienstag sackte der Kurs im vorbörslichen Handel zeitweise um weitere mehr als drei Prozent an die Marke von 36 Dollar ab. Schon am Vortag war das Papier um ĂŒber acht Prozent gefallen. Das ist weit entfernt von den 54,20 Dollar je Aktie, die Musk den Anteilseignern in seiner Vereinbarung mit Twitter in Aussicht stellte.

Musk bekrĂ€ftigte am Dienstag bei Twitter, der Deal könne nicht weitergehen, bis Twitter-Chef Parag Agrawal beweise, dass Fake- und Spam-Accounts tatsĂ€chlich weniger als fĂŒnf Prozent der Nutzer-Basis ausmachten. Er habe sein rund 44 Milliarden Dollar schweres Kaufangebot im Glauben an die Richtigkeit der offiziellen Angaben von Twitter gemacht.

Deal aufs Eis gelegt

Schon am Freitag erklĂ€rte der Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla den Deal deswegen fĂŒr "vorlĂ€ufig ausgesetzt" - wĂ€hrend rechtlich fraglich ist, ob er die Vereinbarung mit Twitter ĂŒberhaupt einseitig auf Eis legen kann. Nach dem anschließenden Kurssturz der Aktie schrieb Musk, dass er weiterhin am Kauf des Dienstes interessiert sei. Dem "Wall Street Journal" zufolge tat er das auf Druck seiner AnwĂ€lte. Die Aktie fiel trotzdem, auch wenn sie einen Teil der Kursverluste wieder wettmachte. Am Montag brachte Musk dann ein niedrigeres Gebot ins GesprĂ€ch.

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"Je mehr Fragen ich stelle, desto grĂ¶ĂŸer werden meine Sorgen", sagte Musk bei einem Konferenz-Auftritt. Ein Deal zu einem niedrigeren Gebot sei "nicht außer Frage". Musk schĂ€tzte, dass Fake-Profile mindestens ein FĂŒnftel aller Twitter-Accounts ausmachten - nannte aber keine Basis dafĂŒr. Musk hatte eine vertiefte PrĂŒfung der Twitter-BĂŒcher vor dem Übernahme-Deal abgelehnt.

Zuvor versuchte Twitter-Chef Parag Agrawal die Methodik des Dienstes bei SchÀtzungen der Zahl von Spam- und Bot-Accounts in einer Serie von Tweets zu erlÀutern. Er schrieb dabei unter anderem, dass Twitter jeden Tag mehr als eine halbe Million Spam-Accounts blockiere - meist bevor Nutzer sie zu sehen bekÀmen. Eine Herausforderung sei auch, dass Accounts gewöhnlicher Nutzer manchmal verdÀchtig wirkten, wÀhrend die gefÀhrlichsten Profile auf den ersten Blick völlig normal aussÀhen.

Der Twitter-Chef betonte auch, dass SchĂ€tzungen zur Zahl der Fake-Accounts von außerhalb der Firma nicht seriös zu machen seien. Musk konterte mit einem Kothaufen-Emoji und fragte unter anderem, ob Twitter es schon probiert habe, Nutzer mit verdĂ€chtig aussehenden Accounts einfach anzurufen.

Diese Idee wurde umgehend von Experten belÀchelt. Es wÀren auch ziemlich viele Telefonate nötig: Twitter nennt die Zahl von 229 Millionen tÀglichen Nutzern, die der Dienst mit seiner Werbung erreichen kann. Die von Twitter identifizierten Fake-Accounts sind in dieser Zahl bereits abgezogen.

Musk sagte bei der Konferenz, aus seiner Sicht wĂ€re ein deutlich höherer Anteil von Bot-Accounts als gemeldet eine schwerwiegende Falschinformation. Die Vereinbarung mit Twitter sieht wie ĂŒblich vor, dass die Seiten bei massiven Abweichungen vom Deal zurĂŒcktreten können.

Es bleibt allerdings unklar, ob inkorrekte Angaben zur Zahl der Fake-Accounts wirklich als eine so gravierende Falschinformationen ĂŒber das Twitter-GeschĂ€ft anerkannt wĂŒrden, dass Musk die Konditionen des Deals Ă€ndern oder die Übernahme abblasen kann. Die Vereinbarung sieht eine Strafe von jeweils einer Milliarde Dollar vor, falls eine der Seiten die Abmachung platzen lĂ€sst.

Eine ungewöhnliche Frage könnte auch noch werden, ob Agrawal mit einem Kothaufen-Emoji zu antworten als "Verunglimpfung" des Twitter-Managements eingestuft werden kann. Dies ist Musk nĂ€mlich in der Vereinbarung mit Twitter ausdrĂŒcklich untersagt, wĂ€hrend er ĂŒber den Deal twittern darf.

FĂŒr den Erfolg des Übernahmeversuchs ist Musk darauf angewiesen, dass ihm genug Anteilseigner ihre Anteile abtreten wollen. Twitter und Musk wollten die Übernahme bislang bis Jahresende abschließen. Er kaufte in den vergangenen Monaten bereits einen Anteil von gut neun Prozent an Twitter an der Börse zusammen. Zur Finanzierung des Deals setzt Musk neben VerkĂ€ufen von Tesla-Aktien auf UnterstĂŒtzung anderer Investoren.

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