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Erste Dating-Plattform für Impfgegner gestartet

Von t-online, jnm

Aktualisiert am 26.09.2022Lesedauer: 3 Min.
Impffrei.love: Eine Dating-Plattform für Impfgegner
Impffrei.love: Eine Dating-Plattform für Impfgegner (Quelle: Screenshot / jnm)
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Ein neues Dating-Angebot in der Schweiz will Impfgegnerinnen und -gegner zusammenbringen. Die neu Plattform habe schon mehr als 1200 Mitglieder, gibt der Betreiber an. Wer dahinter steckt, ist nicht klar.

"Ich bin bei Impffrei:Love, weil ich Gesicht zeige, und dies auch von einer Partnerin erwarte", "Ich bin bei Impffrei:Love, weil ich nur einem bewussten Mann meinen Oberarm anbiete": Mit solchen und ähnlichen Aussagen wirbt die neue Online-Dating-Plattform Impffrei.love. Sie richtet sich an Menschen, die sich nicht gegen Corona impfen lassen möchten. Auf ihrer Website bedienen sich die Betreiber auch typischer Ressentiments aus dem Impfgegner- und Corona-Leugner-Millieu.

Wie wichtig der Impfstatus der künftigen Mitglieder ist, fällt schon bei der Registrierung auf. Denn dieser Punkt ist tatsächlich der einzige, der neben Namen und E-Mailadresse abgefragt wird: Bevor man seine Registrierung abschließen kann, muss nämlich noch eine Auswahl im Feld "Covid Gentherapie" getroffen werden. Zur Auswahl stehen hier lediglich "Nein (ich steh zu Impffrei)" und "Keine Angabe (Datenschutz)".

Impfrei:Love will nach eigener Angabe beobachtet haben, dass es unter "impffreien Menschen" eine große Nachfrage gebe, sich untereinander zu verbinden, auszutauschen und in Kontakt zu kommen. "Insbesondere für Dating und Partnerschaft besteht hierfür ein sehr großes Bedürfnis" heißt es als Erklärung unter der Überschrift "Warum diese Initiative".

Typische Impf-Ressentiments werden bedient

Dabei bedient die Plattform typische Ressentiments von Impfgegnern und Verschwörungsschwurblern: "Ich bin bei Impffrei:Love, weil ich meinem zukünftigen Mann ein gesundes Kind schenken möchte" ist etwa eines der Werbe-Testemonials, die neben Stock-Fotos auf der Seite prangen und sich typischer Falschinformationen zum Thema Corona-Impfung bedienen.

Mittlerweile sollen sich bereits 1200 Menschen auf der Seite angemeldet haben, ist auf der Seite zu lesen. Das Geschlechterverhältnis betrage recht genau eins zu eins, die Hälfte der Nutzer soll aus Deutschland stammen, gut ein Drittel aus der Schweiz, der Rest aus Österreich. Allerdings wolle die Plattform für Impfgegner in ganz Europa offen sein.

Wer hinter der Plattform steht, ist nicht ganz klar. Als Betreiber tritt der Verein Generation Freiheit auf. Laut Website setze sich dieser für "gemeinnützige und ideelle Zwecke" ein und fördere "die gesamtheitliche Entwicklung des Menschen und der Natur".

Liest man die weiteren genannte Ziele wie "Gesundheit und Fruchtbarkeit von Menschen, Tieren und Böden", "Körperliche und mentale Gesundheit und soziale Nähe" sowie "gesamtheitliche Entwicklung und Verbindung von Menschen und Natur", scheint es, als seien die Betreiber in einer öko-esoterischen Ecke zu verorten. In eine ähnliche Richtung deuten genannte Partner-Institutionen, wie das "Institut für Mineralien-Kreislauf-Forschung".

Partnerorganisation aus "Lügenpresse"-Lager

Die Partnerorganisation Mutigmacher e.v. scheint hingegen etwas klassischer dem Milieu des "Lügenpresse"-Lagers anzugehören. Hier werden Whistleblower gesucht, die die Wahrheit sagen, da Lügen "leider nicht nur in der Politik salonfähig" geworden, sondern "auch in vielen Medien [...] von dem journalistischen Anspruch der Wahrhaftigkeit und Sorgfalt nicht mehr viel übriggeblieben" sei. Unter anderem werden auf der Seite gezielt (ehemalige) Polizisten angesprochen.

Abgesehen davon bleibt der Hintergrund von Impffrei:Love aber eher blass. Rein ideell scheint das Interesse der Betreiber aber nicht zu sein. Wer über eine fünftägige Testmitgliedschaft hinaus dem Netzwerk angehören möchte, muss monatlich 22 Schweizer Franken (ca 20 Euro) bezahlen. Diese werden laut den Betreibern für "Administration, Wartung und Weiterentwicklung der digitalen Plattform" aufgewendet – für diese Zwecke ein überraschend hoher Betrag. Da der Verein eine "gemeinnützige non-profit Organisation" sei, würden mit Überschüssen "gemeinnützige Zukunftsprojekte" gefördert, heißt es auf der Website.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
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