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Amazon "Dash"-Bestellknöpfe werden ab Ende August 2019 nutzlos

Nach Verkaufsstopp  

Amazon stellt "Dash"-Bestellknöpfe komplett ein

03.08.2019, 11:49 Uhr | dpa

 (Quelle: RTL)
Amazon: Innovation gescheitert

Wer einen Amazon "Dash"-Bestellknopf besitzt, hat bald nur noch ein nutzloses Stück Plastik. Denn Amazon stellt den Betrieb der Buttons ein. (Quelle: RTL)

Innovation gescheitert: Amazon stellt den Betrieb der "Dash"-Bestellknöpfe weltweit ein. (Quelle: RTL)


Wer einen Amazon "Dash"-Bestellknopf besitzt, hat bald nur noch ein nutzloses Stück Plastik. Denn Amazon stellt den Betrieb der Buttons ein. Wer noch mit einem Klick bestellen will, hat aber andere Möglichkeiten.

Amazons "Dash"-Bestellknöpfe zum schnellen Nachordern von Alltagsartikeln werden in wenigen Wochen zu einem nutzlosen Stück Plastik. Der Online-Händler klemmt sie zum 31. August weltweit ab. Dagegen bleiben die virtuellen "Dash"-Buttons, die man sich auf der Amazon-Website oder in der App einrichten kann, oder der automatische "Dash"-Nachbestelldienst in Geräten weiterhin aktiv, betonte der Konzern am Donnerstag.

Amazon hatte den Verkauf neuer Bestell-Knöpfe bereits im März eingestellt. Damals hieß es noch: "Wenn man jetzt einen "Dash"-Button zu Hause hat, bleibt er natürlich funktionsfähig." Nun erklärte Amazon aber, seit dem Verkaufsstopp habe die Nutzung der Hardware-Buttons "signifikant nachgelassen". Die Abschaltung der physischen Knöpfe sei die "natürliche Weiterentwicklung" des "Dash"-Programms: "Wir haben immer gesagt, dass wir uns eine Zukunft vorstellen, in der Kunden zu Hause keinen physischen Knopf drücken müssen, um Produkte nachzubestellen."

Auch Bestellung über Alexa möglich

Nach Angaben von Amazon wurden weltweit bereits Hunderte verschiedene Geräte mit automatischer Nachbestell-Möglichkeit etwa für Waschmittel auf den Markt gebracht. Die Zahl der Kunden, die den Service nutzen, habe sich binnen eines Jahres verdoppelt. Amazon setzt auch auf Nachbestellungen per Sprachbefehl an seine Assistentin Alexa – dieser Weg sei im vergangenen Weihnachtsgeschäft drei Mal häufiger als ein Jahr zuvor genutzt worden, hieß es ohne genauere Zahlen.

Für Deutschland hat die Entscheidung eine zusätzliche Brisanz. Amazon hatte im Januar in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht München einen Rechtsstreit mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen um die Knöpfe verloren. Die Richter entschieden, dass Amazon gegen Gesetze zum Online-Handel verstoße, weil beim Einkauf klare Informationen zu Inhalt, Preis und der Hinweis auf eine zahlungspflichtige Bestellung fehlten. Die Buttons, die an eine Türklingel erinnern, bestehen nur aus dem Logo des Anbieters eines Produkts und dem Knopf, der eine Bestellung auslöst.

Bastler funktionierten Buttons um

Amazon hatte die Buttons 2016 nach Deutschland gebracht. Zum Stopp des Verkaufs gab es rund 70 für diverse Artikel wie Waschmittel, Windeln, Kondome, Kaffee oder Kosmetik. Bastler funktionierten die Knöpfe aber zum Teil auch um, so dass sie damit zum Beispiel vernetzte Lampen im smarten Zuhause steuern konnten. Die speziell für solche Anwendungsfälle gedachte Version des Knopfs für Entwickler – der "AWS IoT Button" – wird weiter angeboten.

 

Ihre nun toten Kauf-Buttons können Nutzer kostenlos an Amazon zurückschicken. Seinerzeit musste man für die Knöpfe 4,99 Euro bezahlen – bekam aber bei der ersten Bestellung eine Gutschrift über diese Summe.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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