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GVU-Trojaner erpresst Internet-Nutzer

Von t-online
Aktualisiert am 19.07.2013Lesedauer: 3 Min.
Der GVU-Trojaner ist auch als BSI-Trojaner im Umlauf.
Warnung: GVU-Trojaner erpresst Geld von PC-Besitzern. (Quelle: /T-Online-bilder)
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Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) warnt vor einem erpresserischem Trojaner, der in ihrem Namen die Computer der Opfer sperrt und zur Zahlung von 100 Euro auffordert. Dem Opfer wird der angebliche Download von Raubkopien zur Last gelegt. Der SchÀdling ist ein Ableger des sehr verbreiteten BKA-Trojaners und seit MÀrz 2012 in zahlreichen Variationen im Umlauf.

"Auf Ihrem Computer wurden illegal heruntergeladene Medien (“Raubkopien”) gefunden.” So beginnt die Warnmeldung, die auf einem infizierten Computer eingeblendet wird und diesen dann blockiert. Angeblich stammt sie von der GVU. Zur EinschĂŒchterung der Opfer schmĂŒckt sich die neueste Variante des Trojaners mit einem Bild von Angela Merkel und einem Virenscanner-Symbol, außerdem nennt er das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und ein "BundesKriminalamt". In der Meldung wird behauptet, der Nutzer sei "verpflichtet, eine MahngebĂŒhr in Höhe von 100 Euro zu bezahlen". Erst dann werde der Computer wieder frei gegeben.

GVU-Trojaner fordert Zahlung per Paysafe-Guthabenkarte

Auf dem Bildschirm ist zu lesen, wie die 100 Euro per Paysafe-Gutenhabenkarte bezahlt werden sollen. Paysafe-Guthabenkarten werden beispielsweise an Tankstellen oder Kiosken verkauft. FĂŒr Kriminelle ist diese Zahlmethode sehr attraktiv, weil der Weg des Geldes kaum verfolgt werden kann. Der geschockte Nutzer soll die PIN der Paysafe-Guthabenkarte in ein entsprechendes Formular innerhalb der Warnmeldung eingeben, um die Blockade seines Computers aufzuheben. NatĂŒrlich halten die TĂ€ter ihr Versprechen nicht.

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Nicht zahlen, Anzeige erstatten

"Die GVU ist nicht Absenderin dieser Meldung und distanziert sich klar von solchen kriminellen Machenschaften", heißt es dazu auf der GVU-Seite. Auch der Anbieter der Paysafe-Karte warnt auf seiner Internetseiten vor dem GVU-Trojaner und auch dem bekannten BKA-Trojaner. BSI und Kripo raten allen Betroffenen, die geforderte GebĂŒhr unter keinen UmstĂ€nden zu bezahlen und Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Besuch einer infizierten Webseite genĂŒgt

Der Trojaner könnte laut GVU ĂŒber einen Werbebanner mit pornografischem Inhalt verbreitet werden. Die Kriminellen nutzen dabei die Methode der sogenannten Drive-by-Downloads. Besucht ein Surfer eine manipulierte Internet-Seite, löst diese einen "unsichtbaren" Download des SchĂ€dlings aus und startet diesen vom Nutzer ebenfalls unbemerkt.

GVU-Trojaner auch als GEMA-Trojaner im Umlauf

Seit Mitte 2011 sind immer wieder neue Varianten desselben Trojaners im Umlauf. Die Methode ist immer gleich: Stets blockiert der SchÀdling den PC, stets geht es darum, einen Geldbetrag zu erpressen. Als vermeintlicher Absender erscheint mal das BKA, mal die GEMA und neuerdings die GVU. In der Schweiz haben Online-Kriminelle die SUISA-Variante in Umlauf gebracht, in den USA die FBI-Version. Betroffene sollten unserer Anleitung folgen, um den Trojaner wieder zu entfernen.

Über die Systemwiederherstellung von Windows lĂ€sst sich der SchĂ€dling leicht aus dem System fegen. Opfer sollten nach der Beseitigung des Trojaners unbedingt den Temp-Ordner mit der DatentrĂ€gerbereinigung leeren und einen Virenscan ihres PC anstoßen, um mögliche Reste der Schadsoftware zu entfernen. Auf Nummer sicher geht, wer sein Betriebssystem neu einrichtet.

Infektion vermeiden – so geht's

Ein Virenscanner mit aktuellen Signaturen ist Grundvoraussetzung, um das Infektionsrisiko zu begrenzen. Um ganz sicher zu gehen, wenden Profis allerdings eine Wirkstoff-Kombination an. So ist die Browser-Erweiterung WOT (Web of Trust) eine exzellente Methode, unsichere Internetseiten zu umschiffen. Sie basiert auf den Erfahrungen einer großen Internet-Community und blendet eine Warnmeldung ein, sobald Sie eine Webseite besuchen, die als nicht vertrauenswĂŒrdig eingestuft ist. Welche Tools die Browser-Sicherheit weiter erhöhen, erfahren Sie in unserem Video Browser absichern.

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  • Jan Moelleken
Von Jan Mölleken
Angela MerkelSchÀdlingTrojaner

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