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Rachenabstrich auf Coronavirus nicht immer verlässlich

Mediziner über PCR-Tests  

Rachenabstrich auf Coronavirus nicht immer verlässlich

26.05.2020, 11:10 Uhr | dpa, nsa

 (Quelle: AFP)
Animation zu Testverfahren: So wird eine Corona-Infektion festgestellt

Abstriche mit dem Wattestäbchen oder Blutuntersuchung auf Antikörper: Für Tests auf eine Corona-Infektion gibt es zwei wichtige Verfahren. Eine Animation zeigt, wie sie ablaufen. (Quelle: AFP)

Abstrich oder Antikörper: Diese Animation zeigt, wie die zwei unterschiedlichen Testverfahren für eine Corona-Infektion funktionieren. (Quelle: AFP)


Bislang galt der Rachenabstrich als verlässlich, um eine Infektion mit dem Coronavirus nachzuweisen. Doch einzelne Fälle zeigen: Auch der als Goldstandard gelobte PCR-Test ist nicht fehlerfrei.

Eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 lässt sich Wissenschaftlern zufolge nicht immer über einen Abstrich aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum nachweisen. Diese gängige Form des Testens könne selbst bei einer Corona-Infektion negativ ausfallen, berichten Mediziner des Universitätsklinikums Freiburg in der "Deutschen Medizinischen Wochenschrift" (DMW).

Dies zeige ein Infizierter aus Freiburg, bei dem drei Rachenabstriche negativ ausgefallen seien. Die Experten empfehlen daher die Analyse weiterer Proben aus dem Stuhl oder aus tiefem Atemwegssekret, wenn der übliche Abstrich trotz begründeten Verdachts wiederholt negativ ausfalle.

Mehrere negative Testabstriche trotz Symptomen

In dem Fall geht es den Angaben zufolge um einen 46 Jahre alten Patienten, der mit Husten und Fieber in die Freiburger Uniklinik kam. Die Symptome bestanden zu diesem Zeitpunkt bereits eine Woche lang. Nach den drei negativ ausgefallenen Rachenabstrichen wiesen die Mediziner die Virusgene schließlich in Ausgehustetem nach, dem sogenannten Sputum. Zu diesem Zeitpunkt war der Patient bereits ohne Beschwerden. Obwohl er mit Übergewicht, Bluthochdruck, hohen Blutfettwerten und einem erhöhten Blutzucker gleich mehrere Risikofaktoren aufwies, habe er die Infektion ohne größere Komplikationen überstanden.

Der Abstrich aus Mund, Nase oder Rachen, die sogenannte PCR (Polymerase-Kettenreaktion), ist derzeit die gängige Labormethode, um eine Corona-Infektion nachzuweisen. PCR wird in der Diagnostik von zahlreichen Infektionskrankheiten eingesetzt – unter anderem, weil die Testergebnisse schnell verfügbar sind und die Methode in der Regel eine hohe Sensitivität aufweist.

Experte empfiehlt Testung von Stuhl oder Atemwegssekret

Zwischenzeitlich mehrten sich jedoch Hinweise, dass diese Methode nicht immer zuverlässig sei, sagte der Mediziner Daniel Hornuß von der Uniklinik Freiburg. Wenn Laborwerte und die Befunde in der Computertomografie auf Covid-19 hinwiesen, sollte daher der Gentest an anderen Biomaterialien wie Sputum, tiefen Atemwegssekreten oder Stuhl versucht werden, raten Hornuß und seine Kollegen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherchen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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