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Corona positiv, aber nicht ansteckend?

  • Melanie Rannow
Von Melanie Rannow

Aktualisiert am 30.03.2022Lesedauer: 3 Min.
PCR-Test: Mittels Abstrich aus Rachen und/oder Nase kann das Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen werden.
PCR-Test: Mittels Abstrich aus Rachen und/oder Nase kann das Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen werden. (Quelle: ZUMA Wire/imago-images-bilder)
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Nicht jeder Corona-Patient ist gleichermaßen infektiös. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Virenkonzentration – und die zeigt der Ct-Wert an. Doch was bedeuten die unterschiedlichen Zahlen?

Der PCR-Test gilt als Standardverfahren in der Corona-Pandemie. Bundesweit werden damit Menschen auf das Coronavirus getestet. Der große Vorteil des Testverfahrens: Es ist sehr sensitiv. Das bedeutet, dass es bei korrekter Probenentnahme so gut wie jeden Infizierten erkennt.


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Aber gleichzeitig könnte die hohe Sensitivität auch dazu führen, dass der Test ein positives Ergebnis anzeigt, obwohl die Corona-Infektion schon so weit fortgeschritten ist, dass bei dem Betroffenen kaum noch Viren im Körper existieren. Denn der PCR-Test weist nicht nur lebendige Viruspartikel, sondern auch Virus-RNA (Erbmaterial) nach. Und ist die Virenkonzentration niedrig, fällt auch die Ansteckungsgefahr gering aus. Kurzum: Wer positiv auf Corona getestet ist, muss nicht zwangsläufig infektiös sein.

Experten wie der Virologe Christian Drosten haben bereits 2020 vorgeschlagen, einen bestimmten Kennwert des PCR-Tests zu nutzen, um die Ansteckungsfähigkeit eines Infizierten abzuschätzen: den Ct-Wert. Doch das Maß eignet sich immer noch nur bedingt.

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So funktionieren PCR-Tests:
Die PCR-Methode nutzt das genetische Material des Virus, die RNA, als Grundlage. Dazu wird genetisches Material einer Testperson genommen, das in der Regel durch einen Abstrich im Mund-, Nasen- oder Rachenraum gewonnen wird. Ist jemand mit SARS-CoV-2 infiziert, findet sich in der Probe genetisches Material des Virus. Diese RNA-Moleküle werden in einem chemischen Verfahren isoliert und mithilfe einer sogenannten Polymerase-Kettenreaktion vervielfältigt.

Was bedeutet der Ct-Wert?

Der Ct-Wert ("Cycle threshold") kann einen Hinweis auf die Virusmenge, die ein Patient in sich trägt, geben. Er wird vom Labor erhoben und zeigt an, wie viele Runden die PCR-Methode angewendet werden muss, bis sich das Virus nachweisen lässt. Je weniger Viren vorhanden sind, desto mehr Zyklen werden benötigt, bis das Erbgut so angereichert ist, dass es als Virusnachweis taugt.

  • Ist der Ct-Wert niedrig, heißt das, es gibt eine hohe Viruslast in der Probe.
  • Ist der Ct-Wert hoch, bedeutet das, dass die Viruskonzentration in der untersuchten Probe in der Regel niedriger ist.

Im Prinzip kann also aus dem Ct-Wert abgelesen werden, wie hoch die Corona-Viruslast im Rachen oder in der Nase einer Person war. Ct-Werte über 30 weisen Labormedizinern zufolge auf eine niedrige und Ct-Werte über 35 auf eine sehr niedrige Viruskonzentration hin. Bei diesen Werten ist ein Patient sehr wahrscheinlich nicht mehr ansteckend. Denn nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lässt sich aus den Proben mit einem Ct-Wert von mehr als 30 in Laborversuchen kein Virus mehr vermehren.

Ct-Werte werden kaum berücksichtigt

Gemessen wird der Ct-Wert bei jedem PCR-Test, an das Gesundheitsamt übermittelt wird er aber nur selten. Das heißt: Nur in Einzelfällen wissen die Ämter anhand des Laborbefunds, wie infektiös ein Mensch ist, der positiv getestet wurde.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt auch nur in einem Fall, den Ct-Wert zur Beurteilung heranzuziehen: Hat ein Erkrankter die vorgeschriebene Isolation hinter sich, der Schnelltest ist negativ, der PCR-Test aber positiv mit einem Ct-Wert von deutlich über 30, ordnet das Gesundheitsamt keine weitere Isolation an. Das Ergebnis markiert damit das Ende der Infektion und der Erkrankte wird trotz des positiven Tests als genesen eingestuft.

Wie aussagekräftig der Ct-Wert tatsächlich ist

Doch es mehren sich die Stimmen, der Ct-Wert sei nur bedingt aussagekräftig, denn nicht immer bedeute ein hoher Ct-Wert, dass der Patient eine geringe Viruslast im Rachen habe. Die gemessene Viruskonzentration ist vor allem abhängig von der Technik der Probenentnahme. Es ist zum Beispiel ein Unterschied, ob nur ein Rachen-Abstrich oder ein Nasen-Rachen-Abstrich gemacht wird. Zudem wäre es wichtig, immer die gleiche Abstrichmenge bei Patienten zu entnehmen.

Auch medizinische Labore haben davor gewarnt, Ct-Werte beim PCR-Test falsch zu interpretieren. Das MVZ Labor in Ravensburg schreibt in einer Mitteilung für Ärzte, neben einer "nicht optimalen Probenentnahme" kommen auch abklingende oder schwache Infektionen als Ursache für hohe Ct-Werte in Betracht. Letztlich kann auch bei schwer kranken Patienten das Virus bereits vom Rachenbereich in die Lunge gewandert sein, weshalb die Virenkonzentration niedrig ausfällt. Das heißt, der Zeitpunkt des Tests ist wichtig.

Ein weiterer Punkt, der die Aussagekraft des Ct-Werts einschränkt: Es gibt PCR-Tests von verschiedenen Herstellern, die nicht zwangsläufig zu den gleichen Testergebnissen kommen. Eine Standardisierung der PCR-Tests steht noch aus. Laut RKI gibt es inzwischen aber Referenzproben, die für eine bessere Vergleichbarkeit sorgen.

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Festzuhalten bleibt: Der Ct-Wert ist nur ein Richtwert für die Ansteckungsgefahr, weil PCR-Tests nicht standardisiert und die Ergebnisse abhängig von der Probenentnahme sind.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Christiane Braunsdorf
  • Sandra Simonsen
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