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Holzlasur oder Holzschutzmittel: Holz im Aussenbereich schützen

Holz im Außenbereich schützen  

Holzpflege und Holzschutz im Außenbereich

24.04.2018, 08:12 Uhr | rw, dpa-tmn, t-online.de

Holzlasur oder Holzschutzmittel: Holz im Aussenbereich schützen. Ein Stück Holz wird lasiert (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/MimaCZ)

Lasur und Öl schützt Holz (Quelle: MimaCZ/Thinkstock by Getty-Images)

Witterung, Pilze und Schädlinge setzen dem Holz im Außenbereich zu. Mit regelmäßigen Anstrichen oder Lasuren können Sie die Lebensdauer von Zäunen, Gartenhäusern oder Carports deutlich verlängern. Zu diesen Tipps im Umgang mit Holzschutzmitteln rät das Bundes-Verbraucherschutzministerium. 

Chemischer Schutz ist nicht nötig

Grundsätzlich braucht Holz im Garten für Terrassenböden, Rankhilfen oder einen Zaun keinen chemischen Schutz. Die Witterung lässt es mit der Zeit silbergrau werden. Laut Bremer Umweltberatung wirkt dieser Schleier wie eine Schutzschicht. Nicht jedem gefällt allerdings diese natürliche Patina. Auf viele Menschen wirkt sie ungepflegt. Um diese Verfärbung zu vermeiden, kann man mit Öl den natürlichen Holzton erhalten, erklärt der Gesamtverband Deutscher Holzhandel.

Zwischen Veredelungs-, Wetterschutz- und Holzschutzmittel unterscheiden

Ist Gartenholz nicht direkt Regen oder Spritzwasser ausgesetzt, empfiehlt der Verband eine Behandlung mit Veredelungsmitteln für die Oberfläche ohne pilz- oder insektenwidrige Stoffe. Sie schützen die Oberfläche und verhindern Ausbleichungen. Für Holz, das ungeschützt der Witterung ausgesetzt ist, raten die Experten zu Wetterschutzmitteln. Sie lassen Wasser von der Holzoberfläche abperlen, enthalten aber ebenso wie Veredelungsmittel keine Biozide.

Nur für Holz, das direkt in der Erde und im Wasser steht, wie Zäune oder die Pfähle des Carports, kann die Verwendung eines chemischen Holzschutzmittels sinnvoll sein, um das Material vor Pilzen und Holzschädlingen zu schützen.

Holz mit umweltfreundlichen Lasuren und Lacken schützen

Für die allermeisten Anwendungsfälle reicht zur Holzpflege der regelmäßige Anstrich mit Lacken oder Lasuren völlig aus. Wenn Sie dabei die Holzmaserung beibehalten möchten, eignen sich Lasuren, die nicht deckend wirken – anders als die meisten Lacke. Maßhaltige Holzteile wie Türen und Fenster werden alle zwei Jahre mit einer umweltfreundlichen Dickschichtlasur neu gestrichen. Bauteile, die sich auch etwas verziehen dürfen, brauchen sogar jedes Jahr eine Behandlung mit einer hochwertigen Dünnschichtlasur. Wer nicht so oft streichen möchte, kann auch auf eine Behandlung mit Lack setzen. Diese hält vier bis fünf Jahre.

Bei der Wahl eines geeigneten Produkts ist aber nicht nur auf einen optimalen Schutz fürs Holz zu achten. Wichtig ist zudem der eigene Gesundheitsschutz. Vor allem lösemittelbasierte Holzlasuren konfrontieren den Anwender mit einer Vielzahl teils gefährlicher Schadstoffe. Emissionsärmer und gesundheitlich weniger riskant sind wasserbasierte Holzlasuren, die ebenfalls im Baumarkt erhältlich sind. Lösemittelbasierte Lasuren haben allerdings den Vorteil, dass sie gut in das Holz eindringen und dadurch einen besseren Feuchtigkeitsschutz gewährleisten.

Holzschutzmittel sollten Heimwerker wenn möglich meiden

Neben Lasuren und Lacken werden auch Holzschutzmittel angeboten. Sie enthalten unter anderem Biozide und wirken gegen Insekten oder Pilze. Biozidprodukte sind Wirkstoffe und Zubereitungen, die auf chemischem oder biologischem Wege pflanzliche und tierische Organismen töten. Durch chemische Vergiftung sollen Baumaterialien vor Schäden bewahrt werden. Da Biozide nicht nur auf die Zielorganismen einwirken, empfiehlt das Umweltinstitut, wenn irgend möglichst auf Holzschutzmittel zu verzichten.

Verwirrspiel bei der Kennzeichnung von Holzpflege- und Holzschutzmitteln

Die Produktkennzeichnung ist häufig nicht eindeutig. Aus allgemeinen Produktbezeichnungen, die eine Ware als Grundierung, Lasur oder Lack ausweisen, könnten Verbraucher nicht zuverlässig schließen, ob es sich um ein Holzschutzmittel oder ein schadstoffarmes Produkt handelt, warnt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Auch zusätzliche Herstellerangaben auf den Gebinden oder beiliegende Produktbeschreibungen erlaubten meist kein klares Urteil.

Auf Nummer sicher gehen Verbraucher bei Produkten mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel". Diese freiwillige Kennzeichnung sei ein sicheres Merkmal für Anstrichmittel ohne biozide Wirkstoffe, so das Ministerium.

Alternativen zu Holzschutzmitteln: Thermoholz

Die Industrie hat aber auch Methoden, umweltschonend Holz haltbarer zu machen. Heimische Laub- oder Nadelhölzer können in einem speziellen Verfahren mit Öl oder Wasserdampf bei hohen Temperaturen von um die 200 Grad behandelt werden. Das Thermoholz halte dem Angriff von Pilzen und Insekten Stand und eigne sich daher etwa für Holzterrassen, erklärt Peter Himmelhuber, Gärtner und Fachbuchautor aus Regensburg. Eine leicht zu pflegende Alternative seien Dielen aus Wood-Plastic Composites (WPC), findet Josef Plößl vom Gesamtverband Deutscher Holzhandel. Das Material ist ein Biowerkstoff aus Holzmehl und Kunststoff.

Holz durch "konstruktive Maßnahmen" schützen

Grundsätzlich geschützt ist Holz im Außenbereich, solange es trocken bleibt. Pilze und Insekten brauchen eine gewisse Feuchte, um im Holz überleben zu können. Sogenannte "konstruktive Maßnahmen" wie Dachüberstände bei Gebäuden, ein Gefälle bei Terrassen oder Pfostenschuhe bei Gartenzäunen oder Carport-Pfosten verhindern, dass das Holz unentwegt Nässe ausgesetzt ist.

Auch die Auswahl der richtigen Holzart ist entscheidend. Zum Beispiel ist Kernholz von natürlich dauerhaften Hölzern wie Robinie oder Eiche sehr witterungsunempfindlich. Douglasien und das Kernholz von Kiefer und Lärche haben eine mittlere Resistenz. Bei Fichte und Tanne ist die natürliche Widerstandfähigkeit gegen holzzerstörende Pilze eher gering. Mehr zum Holzschutz lesen Sie hier.

Verwendete Quellen:
  • dpa-tmn
  • eigene Recherche


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