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Holzschutzmittel sind fast immer ĂŒberflĂŒssig

dpa-tmn, t-online, rw

Aktualisiert am 20.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Pinsel mit Lasur: FĂŒr die allermeisten AnwendungsfĂ€lle reicht zur Holzpflege der regelmĂ€ĂŸige Anstrich mit Lacken oder Lasuren völlig aus.
Pinsel mit Lasur: FĂŒr die allermeisten AnwendungsfĂ€lle reicht zur Holzpflege der regelmĂ€ĂŸige Anstrich mit Lacken oder Lasuren völlig aus. (Quelle: MimaCZ/getty-images-bilder)
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Witterung, Pilze und SchĂ€dlinge setzen dem Holz im Außenbereich zu.

Chemischer Schutz ist nicht nötig

GrundsĂ€tzlich braucht Holz im Garten fĂŒr Terrassenböden, Rankhilfen oder einen Zaun keinen chemischen Schutz. Die Witterung lĂ€sst es mit der Zeit silbergrau werden. Laut Bremer Umweltberatung wirkt dieser Schleier wie eine Schutzschicht. Nicht jedem gefĂ€llt allerdings diese natĂŒrliche Patina. Auf viele Menschen wirkt sie ungepflegt. Um diese VerfĂ€rbung zu vermeiden, kann man mit Öl den natĂŒrlichen Holzton erhalten, erklĂ€rt der Gesamtverband Deutscher Holzhandel.

Zwischen Veredelungs-, Wetterschutz- und Holzschutzmittel unterscheiden

Ist Gartenholz nicht direkt Regen oder Spritzwasser ausgesetzt, empfiehlt der Verband eine Behandlung mit Veredelungsmitteln fĂŒr die OberflĂ€che ohne pilz- oder insektenwidrige Stoffe. Sie schĂŒtzen die OberflĂ€che und verhindern Ausbleichungen. FĂŒr Holz, das ungeschĂŒtzt der Witterung ausgesetzt ist, raten die Experten zu Wetterschutzmitteln. Sie lassen Wasser von der HolzoberflĂ€che abperlen, enthalten aber ebenso wie Veredelungsmittel keine Biozide.

Nur fĂŒr Holz, das direkt in der Erde und im Wasser steht, wie ZĂ€une oder die PfĂ€hle des Carports, kann die Verwendung eines chemischen Holzschutzmittels sinnvoll sein, um das Material vor Pilzen und HolzschĂ€dlingen zu schĂŒtzen.

Holz mit umweltfreundlichen Lasuren und Lacken schĂŒtzen

FĂŒr die allermeisten AnwendungsfĂ€lle reicht zur Holzpflege der regelmĂ€ĂŸige Anstrich mit Lacken oder Lasuren völlig aus. Wenn Sie dabei die Holzmaserung beibehalten möchten, eignen sich Lasuren, die nicht deckend wirken – anders als die meisten Lacke. Maßhaltige Holzteile wie TĂŒren und Fenster werden alle zwei Jahre mit einer umweltfreundlichen Dickschichtlasur neu gestrichen. Bauteile, die sich auch etwas verziehen dĂŒrfen, brauchen sogar jedes Jahr eine Behandlung mit einer hochwertigen DĂŒnnschichtlasur. Wer nicht so oft streichen möchte, kann auch auf eine Behandlung mit Lack setzen. Diese hĂ€lt vier bis fĂŒnf Jahre.

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Bei der Wahl eines geeigneten Produkts ist aber nicht nur auf einen optimalen Schutz fĂŒrs Holz zu achten. Wichtig ist zudem der eigene Gesundheitsschutz. Vor allem lösemittelbasierte Holzlasuren konfrontieren den Anwender mit einer Vielzahl teils gefĂ€hrlicher Schadstoffe. EmissionsĂ€rmer und gesundheitlich weniger riskant sind wasserbasierte Holzlasuren, die ebenfalls im Baumarkt erhĂ€ltlich sind. Lösemittelbasierte Lasuren haben allerdings den Vorteil, dass sie gut in das Holz eindringen und dadurch einen besseren Feuchtigkeitsschutz gewĂ€hrleisten.

Holzschutzmittel sollten Heimwerker wenn möglich meiden

Neben Lasuren und Lacken werden auch Holzschutzmittel angeboten. Sie enthalten unter anderem Biozide und wirken gegen Insekten oder Pilze. Biozidprodukte sind Wirkstoffe und Zubereitungen, die auf chemischem oder biologischem Wege pflanzliche und tierische Organismen töten. Durch chemische Vergiftung sollen Baumaterialien vor SchÀden bewahrt werden. Da Biozide nicht nur auf die Zielorganismen einwirken, empfiehlt das Umweltinstitut, wenn irgend möglichst auf Holzschutzmittel zu verzichten.

Verwirrspiel bei der Kennzeichnung von Holzpflege- und Holzschutzmitteln

Die Produktkennzeichnung ist hĂ€ufig nicht eindeutig. Aus allgemeinen Produktbezeichnungen, die eine Ware als Grundierung, Lasur oder Lack ausweisen, könnten Verbraucher nicht zuverlĂ€ssig schließen, ob es sich um ein Holzschutzmittel oder ein schadstoffarmes Produkt handelt, warnt das Bundesministerium fĂŒr ErnĂ€hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Auch zusĂ€tzliche Herstellerangaben auf den Gebinden oder beiliegende Produktbeschreibungen erlaubten meist kein klares Urteil.

Auf Nummer sicher gehen Verbraucher bei Produkten mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel". Diese freiwillige Kennzeichnung sei ein sicheres Merkmal fĂŒr Anstrichmittel ohne biozide Wirkstoffe, so das Ministerium.

Alternativen zu Holzschutzmitteln: Thermoholz

Die Industrie hat aber auch Methoden, umweltschonend Holz haltbarer zu machen. Heimische Laub- oder Nadelhölzer können in einem speziellen Verfahren mit Öl oder Wasserdampf bei hohen Temperaturen von um die 200 Grad behandelt werden. Das Thermoholz hĂ€lt dem Angriff von Pilzen und Insekten Stand und eignet sich daher auch fĂŒr Holzterrassen. Eine leicht zu pflegende Alternative sind Dielen aus Wood-Plastic Composites (WPC). Das Material ist ein Biowerkstoff aus Holzmehl und Kunststoff.

Holz durch "konstruktive Maßnahmen" schĂŒtzen

GrundsĂ€tzlich geschĂŒtzt ist Holz im Außenbereich, solange es trocken bleibt. Pilze und Insekten brauchen eine gewisse Feuchte, um im Holz ĂŒberleben zu können. Sogenannte "konstruktive Maßnahmen" wie DachĂŒberstĂ€nde bei GebĂ€uden, ein GefĂ€lle bei Terrassen oder Pfostenschuhe bei GartenzĂ€unen oder Carport-Pfosten verhindern, dass das Holz unentwegt NĂ€sse ausgesetzt ist.

Auch die Auswahl der richtigen Holzart ist entscheidend. Zum Beispiel ist Kernholz von natĂŒrlich dauerhaften Hölzern wie Robinie oder Eiche sehr witterungsunempfindlich. Douglasien und das Kernholz von Kiefer und LĂ€rche haben eine mittlere Resistenz. Bei Fichte und Tanne ist die natĂŒrliche WiderstandfĂ€higkeit gegen holzzerstörende Pilze eher gering.

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Von Jennifer Buchholz
SchÀdling

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