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Alte Tapeten entfernen: Das machen wir beim Ablösen oft falsch

Hartnäckige Reste  

Tapeten entfernen: Das machen wir oft falsch

30.05.2021, 16:17 Uhr | sj, dpa-tmn, t-online

Alte Tapeten entfernen: Das machen wir beim Ablösen oft falsch. rRaufasertapete entfernen: Oft wird zu früh versucht, die Tapete abzukratzen. (Quelle: imago images/Shotshop)

Raufasertapete entfernen: Oft wird zu früh versucht, die Tapete abzukratzen. (Quelle: Shotshop/imago images)

Es ist eine eher unliebsame Arbeit beim Renovieren: alte Tapeten entfernen. Bei Vliestapeten geht es meist einfach, doch bei einer Papiertapete machen die meisten einen großen Fehler.

Bevor ein neues Tapetenmuster die Wand verschönern kann, muss die alte Tapete runter. In den meisten Fällen bedeutet das, mit einem Spachtel bewaffnet stundenlang kleinste Tapetenreste von der Wand zu kratzen. Aber kann man sich die mühsame Arbeit nicht auch erleichtern? Ja, denn wie man eine Tapete von der Wand ablöst, hängt vor allem von ihrem Material ab.

Vliestapeten ablösen: Einfach abziehen

Besonders leicht funktioniert das Ablösen bei Vliestapeten. Sie sind spaltbar – bestehen also aus zwei Schichten. Die obere Schicht lässt sich trocken ganz einfach am Stück abziehen, so Karsten Brandt vom Deutschen Tapeten-Institut.

Brandt empfiehlt: Am besten zieht man am unteren Ende rechts und links gleichzeitig an den Ecken die Tapete nach oben weg. Die untere Schicht bleibt als dünner Makulaturgrund auf der Wand kleben – und kann anschließend wieder neu tapeziert oder gestrichen werden.

Sollte die untere Schicht Blasen werfen, beschädigt sein oder nicht mehr gut haften, muss man sie vor den nächsten Arbeitsschritten ganz entfernen. Dabei behandelt man sie wie Papiertapeten.

Papiertapeten entfernen: Mit Wasser und Ablöser

Bevor man Papiertapeten von der Wand abkratzt, sollte man sie mit einem speziellen Tapetenlöser einweichen. Als Hausmittel hat sich dazu auch warmes Wasser bewährt, dem etwas Spülmittel zugegeben wird. Das Gemisch trägt man großzügig und großflächig mit einem Quast oder einer Kleisterbürste auf, rät Brandt. Sein Tipp: Vorher unbedingt den Boden abdecken.

Tapezieren: Wer eine Wand neu tapezieren will, sollte diese gut vorbereiten. (Quelle: dpa/tmn/Markus Scholz)Tapezieren: Wer eine Wand neu tapezieren will, sollte diese gut vorbereiten. (Quelle: Markus Scholz/dpa/tmn)

Das Ganze muss man mindestens fünf bis zehn Minuten einwirken lassen, bevor man den Vorgang wiederholt. Wichtig ist, dass die Feuchtigkeit bis zum Kleister durchdringt. Etwas Fingerspitzengefühl könne nicht schaden, um große Teile am Stück zu entfernen, so Brandt.

Wichtig
Viele machen allerdings den Fehler, dass sie zu früh versuchen, die Tapete abzukratzen. Es ist besser, das Wässern und Weichen so oft zu wiederholen, bis die alte Tapete sich einfach von der Wand ablösen oder abkratzen lässt.

Wofür eignet sich ein Tapetenigel?

Damit das Wasser besser einwirkt, kann man einen sogenannten Tapetenigel verwenden, auch Nagelwalze oder -rolle genannt. Er perforiert die Oberfläche der Tapete. Das hilft dabei, den Kleister zu lösen.

Tapetenigel: Er durchlöchert die Oberfläche der Tapete – so kann das Wasser besser eindringen. (Quelle: dpa/tmn/DTI/Marburg)Tapetenigel: Er durchlöchert die Oberfläche der Tapete – so kann das Wasser besser eindringen. (Quelle: DTI/Marburg/dpa/tmn)

Acryl- und Raufasertapeten ablösen

Vor allen bei waschbeständigen Tapeten, Acryltapeten oder Raufasern – die entweder mit wasserabweisender Farbe gestrichen sind oder viele Farbschichten haben – empfiehlt sich der Tapetenigel. Vor dem Einweichen zieht man den mit spitzen Dornen gespickten Igel kraftvoll über die gesamte Wand. Durch die Löcher kann das Wasser dann bis zur Leimschicht vordringen.

Unser Tipp
Diese Methode empfiehlt sich auch, wenn mehrere Schichten Tapeten übereinander kleben. Wer kein spezielles Werkzeug zur Hand hat, kann die Tapete auch mit einem Kartonmesser einritzen.

Falls noch Klebereste übrig bleiben, sollte man diese mit dem Spachtel entfernen. Löcher in der Wand können mit Gipsspachtel geschlossen und glatt geschliffen werden – erst dann die Wand weiter bearbeiten.

Tapeten ablösen: Papiertapeten sollte man vorher gut einweichen. (Quelle: dpa/tmn/DTI/Rasch)Tapeten ablösen: Papiertapeten sollte man vorher gut einweichen. (Quelle: DTI/Rasch/dpa/tmn)

"Restlos trocken abziehbare" Tapeten entfernen

Noch leichter lassen sich Tapeten ablösen, wenn es "restlos trocken abziehbare" sind. Die Bahnen sind speziell beschichtet und können bei Bedarf ganz einfach vollständig von der Wand abgezogen werden. Beim Tapezieren ist etwas mehr Geschick erforderlich, da die Tapeten manchmal dazu neigen, sich an den Kanten hochzustellen.

"Spaltbar trocken abziehbare" Tapeten ablösen

Ebenfalls leicht entfernt werden auch "spaltbar trocken abziehbare" Tapeten. Bei einer Renovierung lässt sich die oberste Schicht der Tapete in einem Rutsch abziehen, während die untere Schicht als glatter Makulaturgrund für die neue Tapete an der Wand verbleibt. Beim Anbringen werden die Bahnen ganz normal verklebt. Allerdings muss man an den Nähten für besonders gute Haftung sorgen, damit sich die Tapete nicht vorzeitig löst.

Tapeten mit Dampfreiniger abziehen

Wer einen Dampfreiniger besitzt, kann diesen zum Lösen der Tapeten einsetzen. Der aufgesprühte Dampf dringt tief in die Tapete ein und weicht sie nach einer kurzen Einwirkzeit auf. Die Geräte kann man auch im Baumarkt leihen.

Bevor man nach dem Einweichen anfängt, mit einem Spachtel kleinere Fetzen abzulösen, sollte man auch hier versuchen, die Tapete großflächig abzuziehen. Dazu löst man am besten eine der unteren Ecken der Tapetenbahn und versucht, die komplette Bahn nach oben abzuziehen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Eigene Recherche

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