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Waschbecken und Badewanne selbst reparieren: So geht's

Keramik, Emaille und Acryl  

Mit dieser einfachen Methode beseitigen Sie Macken in Wanne und Waschbecken

27.08.2020, 10:32 Uhr | dpa-tmn, jb

Waschbecken und Badewanne selbst reparieren: So geht's. Waschbecken: Risse, Sprünge und Löcher im Waschbecken oder der Badewanne sollten Sie nicht ignorieren. (Quelle: Getty Images/Malkovstock)

Waschbecken: Risse, Sprünge und Löcher im Waschbecken oder der Badewanne sollten Sie nicht ignorieren. (Quelle: Malkovstock/Getty Images)

Kratzer und Macken in Badewanne und Waschbecken geschehen schnell. Diese fehlerhaften Stellen sind nicht nur ein optisches Problem: Reparieren Sie kleine Löcher nicht sofort, werden daraus größere Schäden. Dabei können Sie einfache Reparaturen leicht selbst durchführen.

Sowohl Risse als auch Sprünge und Löcher im Waschbecken oder der Badewanne sollten Sie nicht ignorieren, warnt die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft. Denn sogar kleinste Stellen können schnell größer werden. Diese Schäden können sich dann so tief ins Material fressen, dass eine Reparatur unmöglich wird, und das Becken oder die Wanne ausgetauscht werden muss.

Waschbecken: Sind große Teile aus dem Waschbecken gesprungen, sollten Sie es komplett austauschen.  (Quelle: Getty Images/Ruletka)Waschbecken: Sind große Teile aus dem Waschbecken gesprungen, sollten Sie es komplett austauschen. (Quelle: Ruletka/Getty Images)

Wie unterscheiden sich verschiedene Werkstoffe?

Wenn der Parfümflacon oder die Flasche mit dem Rasierwasser heruntergefallen ist und kleine Stellen vom Belag abgeplatzt sind, sollten Sie nicht zögern und zum Reparaturset greifen. Wichtig ist dabei zu wissen, um welche Art von Sanitärkeramik es sich dabei handelt. Üblicherweise werden im Sanitärbereich die Werkstoffe Keramik, Emaille und Acryl verwendet.

Badewannen und Duschtassen bestehen gewöhnlich aus Stahlemaille oder Acryl. Wasch- und Spülbecken sowie Toilettenbecken werden meist aus Keramik hergestellt. Diese Materialien sind unterschiedlich empfindlich und müssen auch unterschiedlich behandelt werden. Allen gemeinsam ist jedoch, dass scharfe und ätzende Putzmittel möglichst vermieden werden müssen. Sie schmirgeln die Oberfläche auf und beschädigen das Material unwiderruflich.

Wie kann ich Schäden im Emaille-Becken beheben?

Badewannen aus Emaille haben unter der weißen Oberschicht eine Schicht Blaukeramik. Wenn nur die oberste Schicht Schaden genommen hat, genügt unter Umständen ein Lackierstift, um die Stelle auszubessern. Aufwendiger wird es, wenn auch die darunterliegende Schicht beschädigt ist. Dann sollte das Loch unverzüglich verschlossen werden, erläutert die DIY Academy. Unter der Blaukeramik befindet sich stahlhaltiges Material. Liegt dies frei, kann es schnell anfangen zu rosten. Dadurch vergrößert sich das Volumen an der beschädigten Stelle zusätzlich. Die Reparatur wird dann aufwendiger.

Womit kann ich Risse im Waschbecken reparieren?

Im Baumarkt gibt es Reparatursets mit Sandpapier, einer Spachtelmasse und Speziallack zur Oberflächenbehandlung von Keramik, Emaille und Acryl. Sie funktionieren bei Löchern und Kratzern, die zwischen zwei und vier Millimeter tief sind. An größeren und tiefer gehenden Beschädigungen sollten sich Laien lieber nicht selbst versuchen.

Info
Unabhängig davon, ob Sie den Schaden selbst reparieren oder von einem Fachmann beheben lassen, sieht die Wanne nach der Behandlung nicht wieder wie neu aus.

Wie repariere ich eine aufgeplatzte Stelle oder ein Loch im Waschbecken?

Bei der Reparaturen gehen Sie wie folgt vor:

  1. Säubern Sie die Stelle. Sie sollte anschließend trocken und fettfrei sein.
  2. Rost ist sorgfältig und vollständig zu entfernen.
  3. Säubern Sie auch das Loch oder den Kratzer.
  4. Ob Sie die zu behandelnde Stelle vorher anschleifen müssen, ist bei den angebotenen Produkten unterschiedlich. Entnehmen Sie diese Information den Herstellerangaben auf der Verpackung.
  5. Verteilen Sie die Spachtelmasse gut auf der schadhaften Stelle. Vermeiden Sie dabei, dass sich Luftblasen bilden.
  6. Wichtig ist, die Stelle zügig zu reparieren. Nach etwa einer halben Stunde wird die Spachtelmasse langsam hart. Bis dahin sollten Sie mit der Arbeit fertig sein.
  7. Versiegeln Sie zum Schluss die Oberfläche mit dem Speziallack.

Es braucht ein paar Tage, bis alles vollständig ausgehärtet ist und man Wanne oder Becken wieder nutzen kann.

Bei Reparatur auf Speziallacke achten

Wer kein Reparaturset verwenden möchte, sondern sich die einzelnen Komponenten selbst zusammenstellt, sollte vor allem auf den richtigen Lack achten. Die Oberflächen von Waschbecken, Badewannen und Toilettenbecken werden durch kalkhaltiges Wasser, Reinigungsmittel und andere Chemikalien stark beansprucht. Wird bei der Reparatur von kleinen Schäden ein ungeeigneter Lack verwendet, hält die Versiegelung nicht lange, erklärt das Deutsche Lackinstitut. 

Verwenden Sie besser hochwertige Spezialprodukte. So sollten die Lacke speziell für die Reparatur von Badewannen, Toiletten und Waschbecken ausgewiesen sein. Dies ist auf der Verpackung explizit angegeben. Auch Fliesen können mit speziell für sie zugeschnittenen Produkten überstrichen werden. Wenn sorgfältig gearbeitet wird, sieht das gut aus und hält lange, so das Institut.

Wie repariere ich Schäden im Acryl-Waschbecken?

Sanitäreinrichtungen aus Acryl sind meist preiswerter als die aus Keramik oder Emaille und zudem weniger anfällig. Aber auch sie nehmen natürlich Schaden, wenn die mechanische Einwirkung zu groß ist.

  • Schleifen Sie die ein bis drei Millimeter starke Acrylschicht ab.
  • Bauen Sie anschließend die Oberfläche mit einem speziellen Reparatur-Gel wieder auf.
  • Polieren Sie anschließend die Stelle glatt.

Für die Behebung kleinerer oberflächlicher Kratzer empfiehlt die DIY Academy ein spezielles Radiergummi. Durch die Reibungswärme, die beim Radieren entsteht, schmelze der Kunststoff an der Oberfläche. Dadurch lassen sich kleine Vertiefungen herauspolieren.

Kann ich Risse im Plastik-Waschbecken reparieren?

Ist der Riss im Waschbecken oder der Duschtasse aus Kunststoff nicht zu groß, können Sie diesen einfach und schnell reparieren. Hierfür sind im Baumarkt spezielle Reparatursets erhältlich. Am besten verwenden Sie dabei einen Zwei-Komponenten-Klebstoff oder UV-Kleber, der für Oberflächen aus Hartkunststoff geeignet ist.

  1. Kleben Sie die Fläche seitlich des Risses mit Abdeckband ab.
  2. Rauhen Sie das Kunststoffmaterial leicht auf.
  3. Mischen Sie die zwei Komponenten des Klebers zusammen und tragen Sie diese auf den Riss auf. 
  4. Verwenden Sie UV-Kleber, dann tragen Sie diesen auf die Stelle auf und behandeln ihn mit der UV-Lampe.

Achtung: Sobald der Kleber leicht angetrocknet ist, sollten Sie das Abdeckband entfernen. So verhindern Sie einerseits, dass der Kleber zu den Seiten hin wegließt und andererseits, dass Sie das Abdeckband später nicht mehr entfernen können.

Durch den Zwei-Komponenten-Klebstoff für Hartkunststoff oder den UV-Kleber lassen sich zwar Schäden in Plastik-Waschbecken und -Duschtassen leicht beheben, allerdings verfärbt sich die behandelte Stelle nach kurzer Zeit bräunlich. Behelfsweise können Sie weißen Speziallack oder weißes Silikon auf die Stelle auftragen.

Kann ich Splitter in Fliesen problemlos ausbessern?

Auf stark beanspruchten Fliesen an Wand und Boden kommt es immer wieder zu Absplitterungen der Glasur, zu Sprüngen im Material oder zur Kratzerbildung. Dem lässt sich mit Wachs beikommen. Mithilfe von Schmelzstiften können Sie es erwärmen, sodass es sich gut in die Risse und Löcher einfügt. Diese Prozedur muss allerdings mehrfach wiederholt werden.

Silikonfugen lassen sich leicht erneuern

Neben der Keramik sollten Sie auch die Silikonfugen in Bad und Küche regelmäßig auf Schäden hin kontrollieren. Sie verbinden Sanitärmöbel wasserdicht mit der Wand oder dem Boden. Bilden sich dort kleine Risse, sollten Sie umgehend das betroffene Stück herausschneiden und ersetzen. Andernfalls kann sich hinter dem Waschbecken oder der Badewanne Feuchtigkeit ansammeln. Die Stelle bietet dann optimale Bedingungen für die Schimmelbildung.

Doch auch wenn die Silikonfugen optisch gut aussehen, sollten Sie sie alle fünf Jahre vollständig auswechseln. Dichtungen werden durch Reinigungsmittel, Chemikalien und mechanische Einflüsse stark abgenutzt und verschleißen. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Eigene Recherche

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