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Wasser sparen schont die Umwelt und den Geldbeutel

Dürre in Deutschland  

Warum Wasser sparen teuer wird

08.08.2018, 13:50 Uhr | jb, t-online.de

Wasser sparen schont die Umwelt und den Geldbeutel. Wasser läuft aus einem Wasserhahn (Quelle: Getty Images/deepblue4you)

Wasserhahn: Wasser einfach laufen zu lassen, ist für viele Verbraucher mittlerweile nicht mehr vollstellbar. (Symbolbild) (Quelle: deepblue4you/Getty Images)

Die anhaltende Hitze und der sehr geringe oder teilweise ganz fehlende Niederschlag haben in Deutschland zu einer Dürre geführt, die laut Experten bis September anhalten könnte. Doch was bedeutet das für Verbraucher? Müssen wir jetzt vermehrt Wasser sparen? Und könnte sogar das Grundwasser knapp werden? t-online.de hat Experten gefragt.

Trinkwasser ist ein kostbares Gut. Es ist nur begrenzt vorhanden und muss aufwendig aus Salz- oder Abwasser hergestellt werden. Ein bewusster Umgang mit Wasser ist daher sinnvoll, auch wenn Deutschland zu den wasserreichen Ländern zählt. Aber Leitungswasser ist auch eine regionale Ressource. Das bedeutet, wenn Sie hierzulande Wasser sparen, kann der Wassermangel an einem anderen Ort auf der Welt nicht gelöst werden, heißt es auf der Seite der Berliner Wasserbetriebe. Dennoch sparen viele Haushalte Wasser – und das kann Ihr Portemonnaie belasten.

Wasser zu sparen erhöht Kosten und verschlechtert die Qualität

Übertriebenes Wassersparen ist, laut des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), kein Beitrag zu einem umweltbewussten und nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Es wird zum Erhalt des Wasserkreislauf benötigt. Zudem verursacht übertriebene Sparsamkeit zusätzliche Kosten. Und auch die Qualität leide, so das Umweltbundesamt (UBA). Wieso das?

Wird Wasser nicht verbraucht und bleibt es dadurch lange in den Leitungen vom Haus ungenutzt stehen, können sich Keime vermehren. Verbraucher merken, wenn Wasser länger in der Leitung stand, weil es dann sehr warm aus der Leitung kommt. Besonders nach einer längeren Abwesenheit ist das der Fall. Lassen Sie daher nach Ihrer Rückkehr das Leitungswasser einige Minuten laufen, bis es kühl aus dem Wasserhahn kommt, sagt Astrid Hackenesch-Rump, Pressesprecherin Berliner Wasserbetriebe, t-online.de. Erst dann sei wieder die gewohnte Trinkwasserqualität gegeben. "Die Hauptleitungen liegen mindestens 1,5 Meter unter der Erde. Hier bleibt das Wasser ausreichend kühl. Die Temperatur steigt bei lang anhaltender Hitze zwar auch hier um ein bis zwei Grad, aber das birgt keine Keimgefahr." 

Ein weiteres Problem bei einem geringen Wasserverbrauch ist, dass die Kanäle nicht ausreichend durchgespült werden. Es kommt vermehrt zu Ablagerungen und Zersetzungsprozessen und somit zur Bildung von Schwefelwasserstoff. Er verursacht starke, unangenehme Gerüche und kann die Abwasserkanäle angreifen, erklärt Hackenesch-Rump. Um die Ablagerungen zu entfernen, müssen die Wasserbetriebe in den Kanälen eine Hochdruckspülung durchführen. Das ist aufwendig und verursacht zusätzliche Kosten, die die Wasserkosten erhöhen. 

Gibt es einen Grundwassermangel?

Angesichts der Dürre-Prognose einiger Experten, haben viele Verbraucher Sorgen, dass das Grundwasser und somit das Wasser im Allgemeinen knapp werden könnte. 

Grundwasser gleich Leitungswasser?
Der Wasserverbrauch in deutschen Haushalten beträgt laut BDEW derzeit 123 Liter pro Tag und Einwohner. Dieser Wasserbedarf wird mit bis zu 61,5 Prozent aus Grundwasser und 30,5 Prozent aus Oberflächenwasser gedeckt.

"Aufgrund der regenreichen Winter- und Frühjahrsmonate liegen die Grundwasserstände zumeist auf einem guten Niveau, auch die Trinkwasser-Talsperren sind gut gefüllt", sagt Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, t-online.de. "Es gibt daher keine Wassermangelsituation in Deutschland." Vereinzelt könne es jedoch vorkommen, dass die örtliche Kapazität der Trinkwasseraufbereitungsanlagen oder des Wasserleitungsnetzes nicht immer vollständig für die zum Teil sprunghaft und stark angestiegene Wassernachfrage ausreiche. Dies liege jedoch nicht an einer Wasserknappheit, sondern an Verteilungsproblemen, die durch einen schwankenden Druck bei den Wasserpumpen verursacht wird, so der BDEW. "Achten Sie auf die Hinweise der Wasserversorger und Kommunen vor Ort." 

Auch Astrid Hackenesch-Rump sieht derzeit noch keinen Grund, weshalb Verbraucher in Panik geraten sollten. Grundwasser sei noch ausreichend vorhanden. Sicher sei der Grundwasserspiegel nach Ende der Sommersaison niedriger als noch im Frühjahr – aber er sinke nicht bedrohlich. "Derzeit können die Verbraucher noch beruhigt sein", so Hackenesch-Rump.

Kleine Tipps mit großer Wirkung

Dennoch sollten Sie im Haushalt bewusst und sinnvoll mit Wasser umgehen, es sparsam verwenden und so Ihrem Geldbeutel und der Umwelt etwas Gutes tun. Folgende Tipps haben wir für Sie:

Wasser wiederverwenden

Leitungswasser kann grundsätzlich als Trinkwasser genutzt werden, wird aber im Haushalt auch als Waschwasser oder für die Toilettenspülung verwendet. Möchten Sie das qualitativ hochwertige Trinkwasser für solche Zwecke einsparen, bauen Sie beispielsweise eine separate Leitung für Brauchwasser aus einer Regenwasserzisterne. Aber auch kleinere Maßnahmen helfen Ihnen dabei, Wasser zu sparen.

Wassersparende Hilfsmittel

Rüsten Sie Ihre Armaturen mit wassersparenden Mischdüsen, Strahlreglern oder Duschköpfen aus und lassen Sie beim Zähneputzen oder Händewaschen den Hahn nicht ungenutzt laufen. Praktische Helfer sind hier Einhebelmischarmaturen, Fußhebel oder Lichtschranken für die Regulierung des Wasserflusses.

Spartaste und Wasserstopper

Benutzen Sie außerdem die Spartaste an der Toilettenspülung oder rüsten Sie Ihren Spülkasten mit einem Wasserstopp nach. Dennoch sollten Sie ab und zu die Spülung im vollem Umfang nutzen, damit die Rohre durchgespült werden und keine großen Ablagerungen bleiben und keine unangenehmen Gerüchte entstehen. Das Gleiche gilt auch für die Badewanne oder das Spülbecken. Auch wenn Sie die Anzahl Ihrer Vollbäder reduzieren, sollten Sie die Abwasserleitungen regelmäßig gut durchspülen. Ein Vollbad wirkt sich somit gleich zweifach positiv aus: Auf Ihre Leitungen und auf Ihre Entspannung. 

Kosten beim Wasser sparen
Möchten Sie Ihre Energiekosten senken, so rät das Umweltbundesamt, beim Warmwasser sparsam zu sein. Denn diese mache im Schnitt zwölf Prozent des gesamten Energiebedarfs im Privathaushalt aus.

Mit Neuanschaffungen lässt sich Wasser sparen

Neue Haushaltsgeräte haben einen deutlich geringeren Wasserverbrauch als ältere Modelle. Achten Sie beim Neukauf auf eine hohe Energieeffizienzklasse und lassen Sie sich bezüglich des Wasserverbrauchs der zukünftigen Haushaltshelfer von einem Fachmann beraten. Wasser sparen können Sie beispielsweise, indem Sie Waschmaschine und Geschirrspüler in der Küche nur voll befüllt anschalten. Das kann auch Energiekosten sparen.

Speisereste auf dem Geschirr entfernen Sie vorher mit einem Haushaltstuch. Eine Vorwäsche unter dem laufenden Wasserhahn ist dann nicht mehr erforderlich und auch nicht gut für die Abwasserleitung, wie die Berliner Wasserbetriebe erklären. Weiterhin ist es sinnvoll, nicht alles in der Geschirrspülmaschine zu waschen. Teller, Gläser und Besteck werden maschinell gesäubert, Töpfe, Pfannen und alle anderen großen Teile kommen ins Spülbecken. So sparen Sie Zeit und vor allem Platz im Geschirrspüler.

Wasser sparen im Garten

Trinkwasser für die Gartenbewässerung zu benutzen, strapaziert den Geldbeutel unnötig. Haben Sie die Möglichkeit, Regenwasser aufzufangen, nutzen Sie dieses zum Gießen. Stellen Sie dazu mehrere Regentonnen kaskadenförmig nebeneinander und verbinden Sie diese mit Überlaufschläuchen. In die am niedrigsten stehende Tonne können Sie eine Tauchwasserpumpe stellen und so den Garten bequem mit dem Gartenschlauch bewässern.

Waschen Sie Gemüse, gießen Sie das Wasser nicht einfach weg, sondern sammeln Sie es in einem Wasserzubehör, den Sie bequem von der Küche aus erreichen können. Mähen Sie außerdem Ihren Rasen nicht zu kurz, damit er Trockenperioden besser übersteht. Auch wenn das saftige Grün in den heißen Sommermonaten meist etwas leidet – der erste Regen lässt Ihren Rasen wieder grün werden.

Verwendete Quellen:
  • eigene Recherche
  • Berliner Wasserbetriebe
  • Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft
  • wasser-wissen.de
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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