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Pflanzen vermehren: So gelingt es mit Gemüse, Kräutern und Zierpflanzen


Teilen, Samen, Stecklinge
Wie man Pflanzen richtig vermehrt

Von dpa-tmn
Aktualisiert am 01.02.2022Lesedauer: 3 Min.
Hilfreiche Utensilien: Eine schnelle Methode, um aus einer Pflanze viele zu machen, ist das Teilen des Wurzelstocks.Vergrößern des BildesHilfreiche Utensilien: Eine schnelle Methode, um aus einer Pflanze viele zu machen, ist das Teilen des Wurzelstocks. (Quelle: Shotshop/imago-images-bilder)
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Gemüse, Kräuter und Zierpflanzen lassen sich im Garten auf unterschiedliche Weise vermehren. Je nach Form der Vermehrung kann dies eine bestimmte Pflanze erhalten oder die Artenvielfalt fördern.

Manche Pflanzen möchte man am liebsten jedes Jahr im Garten wissen – weil sie so schön blühen oder eine reiche Ernte bringen. Um Nachschub für Beet und Balkonkasten zu sichern, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten.

Blühpflanzen vermehren

Die ideale Zeit dafür ist im Frühjahr. Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz rät: Triebe mit je drei Blattpaaren unterhalb des untersten Blattknotens mit einem scharfen, sauberen Messer abschneiden. Hobbygärtner sollten dann Blüten, Knospen und weitere Nebenblätter entfernen.

Die Stecklinge werden anschließend in kleine Töpfe mit nährstoffarmer, durchlässiger Erde gesteckt - mit leichtem Druck ein bis zwei Zentimeter tief. Der Boden sollte auch steril, also keimfrei sein - alte Blumenerde kann zum Beispiel Krankheiten der alten Bepflanzung übertragen. Abschließend die Erde angießen und dann den Topf an einen hellen, warmen Standort stellen.

Unterschiede bei der Vermehrung

Bei der geschlechtlichen Vermehrung müssen Blüten bestäubt werden, damit sie Samen bilden – sei es durch Insekten oder Wind. Die ungeschlechtliche Vermehrung erfolgt ohne solche Hilfe.

Der Unterschied: "Bei der vegetativen Vermehrung durch Stecklinge oder Teilung entstehen identische Kopien einer Pflanze. Bei einer generativen Vermehrung durch Samen mischen sich die Erbanlagen und es kann Neues entstehen", erklärt Heidi Lorey, im Bereich Pflanzenzüchtung promovierte Gartenbauwissenschaftlerin und Gartenbuchautorin aus Steinhagen.

Saatgut lässt sich laut Lorey am einfachsten von einjährigen Sommerblumen wie Ringelblumen, Tagetes und Kornblumen sowie Hülsenfrüchten wie Bohnen und Erbsen gewinnen. Die Samenstände und Hülsen werden geerntet, wenn sie braun und eingetrocknet sind.

Tipp: Bevor die Samen kühl und trocken in beschrifteten Schraubgläsern oder Papiertütchen aufbewahrt werden, ist es ratsam, sie zu reinigen, also sie aus den Hülsen zu pulen und den Samenständen zu klopfen.

Tomatensamen müssen zunächst aus dem Fruchtfleisch gelöffelt und zwei bis drei Tage lang in einem Glas mit Wasser und etwas Zucker gären, damit sich die gallertartige Hülle um die Samen auflöst. Anschließend werden sie getrocknet und gelagert. "Wer Samen von Kürbisgewächsen wie Zucchini, Gurke oder Kürbis gewinnen will, muss die Blüten isolieren und eine Bestäubung von Hand durchführen, um bei den Fremdbefruchtern Einkreuzung einer anderen Sorte zu vermeiden", so Lorey.

Vermehrung auch ab Spätsommer möglich

Bei einer Frühlingsvermehrung geht das Wachstum in der Regel rasant los. Da kann man die Pflanzen schnell in einen großen Topf umsetzen und muss nur für genügend Licht und Luft sorgen.

Wer aber keinen Wintergarten oder ein kleines Gewächshaus für die Mutterpflanzen hat, sollte die Stecklinge erst ab August schneiden. Bei dieser sogenannten Herbstvermehrung sind die Bedingungen meist schlechter, da drinnen in der Regel das Licht fehlt.

Die Experten der Gartenakademie raten, die Pflanzen dann so hell und so kühl wie möglich zu stellen - etwa ins Treppenhaus oder einem meistens nicht beheizten Gästezimmer. So kann man versuchen, das Wachstum abzubremsen, bis die Verhältnisse wieder besser sind. Da die Wurzeln dann nicht so schnell wachsen, reicht beim Umtopfen eine Zwischengröße - so nimmt der Topf nicht so viel Platz weg.

Wie Sie Pflanzen vermehren können

Eine schnelle Methode, um aus einer Pflanze viele zu machen, ist das Teilen des Wurzelstocks. Das eignet sich für die überwiegende Mehrzahl der Gartenstauden, die jedes Jahr neu austreiben und sich nach der Blühsaison im Spätherbst wieder zurückziehen.

"Stauden lassen sich beliebig durch Teilung vermehren, wenn sie sich mit eigenem Wurzelwerk und Seitentrieben willig zu den Seiten gleichmäßig ausbreiten. Bei Pflanzen mit nur einer Austriebsbasis oder einer Pfahlwurzel wie Pfingstrosen, einige Storchschnabelarten, Stockrosen oder Fingerhut klappt es nicht", erklärt Mechtild Ahlers von der Niedersächsischen Gartenakademie.

Teilung im Herbst oder Frühjahr

Der beste Zeitpunkt für die Teilung ist ihrer Ansicht nach im Spätherbst, wenn die Pflanzen verblüht, die Blütenstiele eingetrocknet und die Blätter eingezogen sind. Das zeitige Frühjahr ist hingegen gut geeignet für die Teilung der Stauden, die ab dem Sommer blühen oder sich schnell ausbreiten.

Ob Frühjahr oder Herbst – die Vorgehensweise ist identisch: Robuste Stauden werden ausgegraben und mit einem scharfen Spaten beherzt, aber vorsichtig halbiert, damit Triebe nicht verletzt werden. Ist das Wurzelgeflecht weniger stark oder kompakt, können die Wurzeln auch mit einem scharfen Messer zerschnitten oder auseinandergezogen werden.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
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