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Befall vorbeugen: Einfache Tipps um Blattläuse wirksam zu bekämpfen

Hausmittel und Nützlinge  

Blattläuse bekämpfen und dem Befall vorbeugen

25.04.2020, 15:27 Uhr
Befall vorbeugen: Einfache Tipps um Blattläuse wirksam zu bekämpfen. Blattläuse befallen im Frühling besonders gerne junge Blätter und Triebe. (Quelle: imago images/Insadco)

Blattläuse: Die Schädlinge befallen im Frühling besonders gerne junge Blätter und Triebe. (Quelle: Insadco/imago images)

Sie setzen sich an Blüten, Blättern und Stengeln zahlreicher Pflanzen fest und saugen diese dann gnadenlos aus: Blattläuse. Die Schädlinge verbreiten sich rasant. Umso wichtiger ist es, sie schnell zu bekämpfen. Chemische Mittel sind dabei nicht immer sinnvoll. 

Blattläuse sind lästig und hartnäckig. Die Schädlinge tauchen scheinbar aus dem Nichts auf Beet-, Balkon- und Zimmerpflanzen auf. Dort saugen sie dann den wertvollen Saft aus den Gewächsen und schaden ihnen somit nachhaltig. Besonders junge Blätter und frische Triebe sind von einem Lausbefall oft betroffen. Mit einfachen Hausmitteln können Sie die kleinen Pflanzenschädlinge schnell bekämpfen.

Nicht gleich zur Chemie greifen

Sind Erntepflanzen wie Obstbäume, Gemüsepflanzen, Salat und Kräuter von Blattläusen befallen, ist der Griff zu chemischen Insektiziden nicht ratsam. Die Inhaltsstoffe setzen sich auf der Ernte ab und machen das Gemüse und die Früchte somit ungenießbar. Des Weiteren sind Sie teilweise auch für den Menschen giftig. So steht der Wirkstoff Pyrethroide beispielsweise im Verdacht, hormonelle Auswirkungen zu haben und somit die Fruchtbarkeit von Männern zu verringern. Darüber hinaus könnten bestimmte in Insektiziden enthaltene Wirkstoffe Asthma oder Hautausschläge auslösen.

Ohne Gift: Blattläuse mit Hausmitteln bekämpfen

Blattläuse lassen sich mit einfachen Hausmitteln bekämpfen. Damit diese wirken, müssen sie – im Gegensatz zu den Insektiziden – mehrfach angewendet werden. Je nach Stärke des Befalls sind verschiedene Maßnahmen zur Eindämmung möglich:

Wasserstrahl

Sind Ihre Zimmer- und Zierpflanzen nur gering mit Blattläusen befallen, können Sie die Schädlinge mit einem kräftigen Wasserstrahl beispielsweise in der Dusche von den Blättern, Blüten und Stängeln herunterspülen.

  1. Stellen Sie den Topf in eine große Kunststofftüte.
  2. Verschließen Sie diese kurz oberhalb der Erde um den Stamm gut. Die Erde sollte durch das Wasser nicht herausgespült werden.
  3. Richten Sie nun den starken Wasserstrahl auf die betroffene Pflanze. Gehen Sie dabei gründlich vor und kontrollieren Sie anschließend, ob alle Blattläuse entfernt wurden.
  4. Wiederholen Sie den Vorgang mehrmals, bis ein Befall nicht mehr zu erkennen ist. 

Für Kübelpflanzen im Garten können Sie stattdessen den Wasserstrahl des Gartenschlauches nutzen. Vorher sollten Sie ebenfalls die Erde im Topf mittels einer großen Kunststofftüte vor dem Herausspülen schützen.

Kaffee

Ein ebenfalls wirksames Hausmittel ist Kaffee. Verdünnen Sie erkalteten Kaffeeaufguss mit Wasser (Verhältnis 1:1) und sprühen Sie diese Tinktur mit einem Zerstäuber auf die von Blattläusen befallenen Pflanzenteile. 

Brennnesselsud

Bei einem mittleren Befall von Blattläusen auf Ihrer Pflanze kann Brennnesselbrühe helfen. 

  1. Legen Sie zwei Hände voll Brennnesseln in eine große Schüssel.
  2. Gießen Sie zwei Liter kaltes Wasser über die Blätter.
  3. Lassen Sie alles mindestens zwölf Stunden lang ziehen.
  4. Befüllen Sie mit dem Brennnesselsud eine Sprühflasche und benetzen Sie damit die befallenen Pflanzen ausreichend.
  5. Wiederholen Sie den Vorgang mehrmals täglich über ein paar Tage.

Durch das Einweichen lösen sich die Nesselgifte aus den Blättern. Der Vorteil dieses Hausmittels ist, dass die Früchte anschließend genießbar bleiben und der Sud in die Erde versickern darf, ohne der Pflanze zu schaden. 

Ackerschachtelhalm-Sud

Ähnlich wieder der Brennnesselsud wird auch die Brühe aus Ackerschachtelhalm angewendet. Allerdings benötigen Sie hierfür mehrere Zutaten: 

  • 150 Gramm Ackerschachtelhalm
  • eine Knoblauchknolle
  • eine Zwiebel 
  • Speiseöl 

Zubereitung

  1. Zerkleinern Sie die Halme, die Knoblauchzehen und die Zwiebel. 
  2. Geben Sie alles in einen mittleren Topf mit etwas Wasser. 
  3. Fügen Sie etwa zwei Esslöffel Speiseöl hinzu.
  4. Bringen Sie alles zum Kochen und lassen Sie es für 15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln.
  5. Füllen Sie den Sud im Verhältnis 1:5 in eine Sprühflasche und benässen Sie damit die befallenen Pflanzen.

Seifenlauge

Die Seifenlauge ist ebenfalls ein bekanntes Mittel gegen Blattläuse. Dabei sollte jedoch möglichst wenig hiervon in die Erde gelangen, um der Pflanze nicht zu schaden. Zudem ist es sinnvoll, das Erdreich zu bedecken, wenn Sie Ihre Pflanze mit der Seifenlauge besprühen. 

So stellen Sie die Seifenlauge her:

  1. Geben Sie 50 Gramm Kernseife, 75 Milliliter Spiritus zusammen mit einem Liter Wasser in ein Sprühflasche.
  2. Schütteln Sie alles gut durch.
  3. Decken Sie die Blumenerde ab.
  4. Besprühen Sie die Pflanze regelmäßig über mehrere Tage.

Alternativ können Sie auch einen Esslöffel Schmierseife (Kaliseife) in einem Liter Wasser auflösen und hiermit die befallenen Blätter, Blüten und Stängel besprühen. 

Der Nachteil dieser Methode ist, dass vor allem der Spiritus zu Schäden an der Pflanze führen kann.

Neemöl

Neem oder auch Niem eignet sich vor allem bei einem größeren Lausbefall. Das biologische Mittel ist als Öl oder fertige Mischung im Fachhandel und in Gartencentern erhältlich. 

  1. Geben Sie das Neemöl mit etwas Wasser in eine Sprühflasche.
  2. Besprühen Sie die Pflanze regelmäßig mit der Lösung.

Schwarze Blattläuse: Seifenlauge kann die Schädlinge bekämpfen. (Quelle: imago images/Nature Picture Library)Schwarze Blattläuse: Seifenlauge kann die Schädlinge bekämpfen. (Quelle: Nature Picture Library/imago images)

Blattläuse mit Nützlingen bekämpfen

Blattläuse sind nicht nur Pflanzenschädlinge. Für einige Tiere sind sie auch Nahrung. Es kann daher sinnvoll sein, die kleinen Insekten mit Nützlingen zu bekämpfen. Hierzu zählen beispielsweise Ohrenkneifer, auch Ohrenkriecher genannt, und Marienkäfer. Um diese Helfer bei der Bekämpfung von Blattläusen im Garten ansiedeln zu können, sollten Sie ihnen entsprechende Unterschlupfmöglichkeiten bieten – beispielsweise in Form eines Insektenhotels. Alternativ reicht es auch, einen Blumentopf mit Stroh oder Holzwolle auszustopfen und diesen umgekehrt in die Nähe der befallenen Pflanze zu hängen. 

Blattlausbefall erkennen

Blattläuse sind grün, gelb, braun oder schwarz und nur wenige Millimeter groß. Sie kommen oft in größerer Stückzahl an Pflanzen vor, sodass sie auch mit bloßen Auge zu erkennen sind.

Zusätzlich können

  • sich zusammen ziehende Blätter,
  • abfallende Blüten und Knospen,
  • ein schlechtes Wachstum sowie
  • ein klebriger Belag (Honigtau)

auf einen Blattlausbefall hindeuten.

Untersuchen Sie bei derartigen Anzeichen am besten die betroffene Pflanze gründlich. Die Pflanzenschädlinge tummeln sich gerne unter den Blättern und werden dadurch erst spät entdeckt.

Wie schaden Blattläuse den Pflanzen?

Blattläuse saugen mit ihren Rüsseln den zuckerhaltigen Pflanzensaft der Gewächse aus. Die nahrhafte Flüssigkeit wird jedoch nicht vollständig verwertet, sondern zum größten Teil wieder ausgeschieden. Als klebriger Belag – dem Honigtau – überzieht er dann die gesamte Pflanze. Durch das Aussaugen verliert die Pflanze an Kraft, Vitalität und wird nachhaltig geschwächt. Sie kann sogar eingehen.

Marienkäfer: Viele Nützlinge ernähren sich von Blattläusen und helfen somit bei deren Bekämpfung. (Quelle: imago images/Ardea)Marienkäfer: Viele Nützlinge ernähren sich von Blattläusen und helfen somit bei deren Bekämpfung. (Quelle: Ardea/imago images)

Warum verbreiten sich Blattläuse so schnell?

Blattläuse vermehren sich oft sehr schnell. Sie sind geschlechtslos, innerhalb weniger Wochen geschlechtsreif und bringen pro Tag bis zu fünf Nachkommen hervor. Sobald Sie einen Befall an Ihren Zier- oder Nutzpflanzen bemerken, sollten Sie also umgehend tätig werden.

Blattläusen vorbeugen

Um einem erneuten Blattlausbefall vorzubeugen sollten Sie die Erde leicht mit Stickstoff anreichern. Dosieren Sie diesen jedoch nicht zu hoch, um eine Überdüngung zu vermeiden. Das würde sich dann wiederum negativ auf den Pflanzenwuchs auswirken. Durch den Stickstoff wird der Pflanzensaft für die Blattläuse weniger attraktiv. 

Auch die richtigen Nachbarpflanzen können vor einem Schädlingsbefall schützen. Als hilfreich haben sich Pflanzen erwiesen, die viele ätherische Öle enthalten – beispielsweise Lavendel. Setzen Sie diese am besten zwischen die bedrohten Sorten. Bohnenkraut soll dieselbe abschreckende Wirkung auf schwarze Blattläuse haben.

Um einen Schädlingsbefall nicht nur von Blattläusen vorzubeugen, eignen sich am besten Mischkulturen im Garten. Wachsen gleichartige Pflanzen auf engem Raum nebeneinander, können sich Krankheiten und Schädlinge schnell verbreiten, das sollte man also möglichst vermeiden. Noch besser, sowohl zum Vorbeugen als auch zum Bekämpfen, ist ein naturnaher Garten. In diesem Biotop können sich die natürlichen Feinde der Blattläuse wie Florfliegen, Marienkäfer, Ohrenkneifer und andere Nützlinge ansiedeln und vermehren. 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • NDR-Gartenratgeber
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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