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Elstern effektiv aus dem Garten und vom Balkon vertreiben | Tipp


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Wie Sie Elstern aus Ihrem Garten und von Ihrem Balkon vertreiben

t-online, mb, ar

Aktualisiert am 25.07.2022Lesedauer: 4 Min.
Elster: Der Vogel ist sehr intelligent.
Elster: Der Vogel ist sehr intelligent. (Quelle: blickwinkel/imago-images-bilder)
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Vor allem bei Gartenbesitzern sorgen Elstern für Frust: Auf der Suche nach Nahrung verwüsten sie Beete, fressen Keimlinge oder das Saatgut. Wie können Sie den frechen Vogel loswerden?

Das Wichtigste im Überblick


  • Sind Elstern ein Problem für Singvögel?
  • Wie kann man Elstern aus dem Garten vertreiben?
  • Was fressen Elstern?
  • "Diebische Elster": Was steckt dahinter?

Vor allem bei vielen Gartenbesitzern sorgt die Elster (Pica pica) für Unmut: Auf der Suche nach Nahrung verwüsten sie Beete, fressen Keimlinge oder das Saatgut. Zudem durchwühlen sie auch gerne Behälter, Boxen und Tüten, die im Garten oder auf dem Balkon stehen. Kurz: Auf ihrer Nahrungssuche verbreiten Elstern ziemliches Chaos.


Vögel: Amsel, Drossel, Fink und Star

Amsel (Turdus merula): Das Männchen trägt ein schwarzes Gefieder und hat einen auffällig gelben Schnabel.
Amsel (Turdus merula): Im Gegensatz zum Männchen sind Amsel-Weibchen durchgehend schlicht braun gefärbt.
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Sind Elstern ein Problem für Singvögel?

Laut dem Naturschutzbund Deutschland e. V. (Nabu) stehen neben Käfern und anderen Insekten auch Jungvögel auf dem Speiseplan der Elster. Dass dieser Anteil nur verschwindend gering ist – gerade einmal zehn Prozent –, wird dabei oft vernachlässigt. Denn viel häufiger sterben Nestlinge und Jungvögel, weil es ihnen an Futter mangelt oder durch freilaufende Katzen.

Warum gibt es so viele Elstern in der Stadt?

Dass der etwa 46 Zentimeter große Rabenvogel die Nähe zum Menschen sucht, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der natürliche Lebensraum der Tiere mehr und mehr zerstört und die Elster ihrer Nahrungsgrundlagen beraubt wurde. Statt auf Feldern versucht der Vogel nun, seine Nahrung in den Städten zu finden.

Wie kann man Elstern aus dem Garten vertreiben?

Die Elster unterliegt – wie alle europäischen Vogelarten – dem allgemeinen Schutz der EU-Vogelschutzrichtlinie (Anhang II/B) sowie dem § 7 Absatz 2 Nr. 13 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatschG). Danach dürfen die Tiere weder gefangen noch verletzt oder gar getötet werden. Elstern können und sollten daher nur mit tierfreundlichen Methoden aus dem Garten vertrieben werden. Schaden darf ihnen dabei nicht zugefügt werden.

Elstern lassen sich an Orten nieder, die für sie eine geeignete Lebensumgebung darstellen. Um sie zu vertreiben, sollten Sie dafür sorgen, dass sich die Vögel in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon nicht (mehr) wohlfühlen.

Akute Maßnahmen

  1. Um Elstern zu vertreiben, sollten Sie auf deren natürlichen Feinde setzen. Zu ihnen zählen neben Raubvögeln wie Habichte und Sperber auch Katzen oder Hunde. Übrigens: Vor Attrappen ihrer Feinde aus Kunststoff oder Pappe haben die intelligenten Vögel keine Angst.
  2. Setzen Sie auf optische Reize oder Geräusche. Diese sollten jedoch variieren, da Elstern den Trick schnell durchschauen und beides dann nicht mehr als Gefahr wahrnehmen. Wichtig dabei ist auch, dass sich Ihre Nachbarn durch diese Maßnahmen nicht gestört fühlen.
  3. Wichtig ist zudem, die Nahrungsquellen der Elstern einzustellen. Bringen Sie daher umgehend nach dem Essen im Garten oder auf dem Balkon alle Lebensmittel wieder ins Haus oder die Wohnung. Elstern könnten sich andernfalls an den Speisen bedienen, sobald diese unbeaufsichtigt sind.
  4. Lassen Sie Katzen- oder Tierfutter im Allgemeinen nicht auf der Terrasse oder im Garten stehen. Neben fremden Katzen und Igeln bedienen sich auch Elstern gerne an den fleischigen Stücken.

Vorbeugende Maßnahmen

  1. In einem vogelfreundlichen Garten finden Singvögel gute Verstecke, die von den Elstern weder leicht entdeckt noch ausgeraubt werden können. Zusätzlich können Sie Nistkästen mit kleinen Öffnungen anbringen, sodass die Rabenvögel nicht an die Eier und Jungvögel anderer Vogelarten gelangen können.
  2. Schützen Sie Ihre Saat und Keimlinge, indem Sie das Beet mit einer Plane abdecken. Achten Sie dabei jedoch darauf, dass sich weder Elstern noch Singvögel hierin verheddern. Die Abdeckung soll lediglich zum Schutz Ihres Beetes dienen.
  3. Besitzen Sie einen Komposthaufen, sollten Sie diesen mit einer Plastikplane abdecken oder einen verschließbaren Kompostbehälter kaufen. Dadurch verhindern Sie, dass sich Elstern von den dort liegenden Lebensmitteln ernähren.
  4. Schließen Sie stets den Deckel Ihrer Mülltonnen.

Info
Da sich Elstern auch von Aas und Abfällen wie Fallobst ernähren, sind sie für den Garten durchaus nützlich.

Was fressen Elstern?

Elstern: Die Rabenvögel sind sich ein Leben lang treu.
Elstern: Die Rabenvögel sind sich ein Leben lang treu. (Quelle: Stephen Lyons / EyeEm/getty-images-bilder)

Elstern sind keine Zugvögel, sondern verbringen den Winter in heimischen Gefilden. Dank dem reichen Nahrungsangebot in den Städten besteht auch gar keine Not fortzuziehen, schließlich sind die Vögel bei der Wahl ihres Futters nicht anspruchsvoll: Sie fressen neben Insekten, Regenwürmern, kleineren Wirbeltieren und Beeren auch Speisereste aus Abfallbehältern oder Aas. Außerdem legt der intelligente Rabenvogel für den Winter Futterverstecke an.

Brutzeit und Jungvögel

Brutstätte: Ein Elsternnest ist meist leicht von anderen zu unterscheiden.
Brutstätte: Ein Elsternnest ist meist leicht von anderen zu unterscheiden. (Quelle: Denise Hasse/getty-images-bilder)

Ein Elsternpaar kümmert sich gemeinsam jedes Jahr im Februar um den Bau des gemeinsamen Nests. In der Regel entsteht die kugelrunde Reisigbehausung in den Kronen der höchsten Bäume und wird von viel Vogelgeschrei begleitet. Die Vögel haben Brutreviere und verteidigen diese mit ihrer lautstarken Vogelstimme. Der charakteristische Ruf der Elster, auch Schackern genannt, ist leicht zu erkennen. Er klingt wie ein hartes 'tscha-k' oder auch 'tschaah-tscha', so der Nabu. Mit ihnen warnen sich die Tiere gegenseitig vor Feinden. Der Gesang der Elstern ist allerdings kaum zu hören.

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Die Brutzeit ist einmal im Jahr zwischen April bis Juni. Das Weibchen legt etwa vier bis sieben Eier. Rund die Hälfte aller Bruten ist von Erfolg gekrönt. Die andere Hälfte fällt Nesträubern oder der Zerstörungswut des Menschen zum Opfer. Das Weibchen brütet alleine und wird vom Männchen mit Nahrung versorgt. Sind die Jungvögel nach etwa 20 Tagen geschlüpft, werden diese gemeinschaftlich von den Eltern versorgt. Nach etwa einem Monat verlassen die Jungvögel das Nest.

Achtung
Nester der Elster dürfen nur von Jägern und nur zu bestimmten Jahreszeiten entfernt werden. Beachten Sie hierbei die Bestimmungen Ihres jeweiligen Bundeslandes. Entfernen Sie diese selbst, so machen Sie sich strafbar.

Wussten Sie übrigens, dass Elstern nach ihrer "Vogelhochzeit" in der Regel ihr Leben lang zusammenbleiben? Maximal 16 Jahre lang leben die Vögel, ihre durchschnittliche Lebenserwartung in freier Natur liegt allerdings bei etwa zweieinhalb Jahren.

"Diebische Elster": Was steckt dahinter?

Was ist an dem Gerücht dran, dass Elstern diebisch sind und alles fortschleppen, was funkelt und glitzert? Eine räuberische Veranlagung ist nicht die Ursache für dieses Verhalten. Es ist zwar tatsächlich zu beobachten, kommt aber selten vor. Funkelnde Gegenstände wecken ihre Neugier und die gleichen Instinkte wie bei der Nahrung. Nur hin und wieder tragen die Vögel den Gegenstand tatsächlich fort, inspizieren ihn und verstecken ihn dann.

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Verwendete Quellen
  • Naturschutzbund Deutschland e. V.: "Elster"
  • Naturschutzbund Deutschland e. V. – Regionalverband Leipzig: "Problemfall Elster"
  • Naturschutzbund Deutschland e. V.: "Die Elster"
  • Gartenlexikon
  • Eigene Recherche
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Von Jennifer Buchholz
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