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Schrotschusskrankheit erkennen und vorbeugen

Kirsche, Pflaume & Co.  

Schrotschusskrankheit: So beugen Sie ihr im Garten vor

29.03.2020, 09:59 Uhr | po, t-online, ron

Schrotschusskrankheit erkennen und vorbeugen. Sauerkirsche (Prunus cerasus): Noch sehen die Blätter gesund aus. Werden diese aber löchrig, ist oftmals die Schrotschusskrankheit schuld. (Quelle: imago images/blickwinkel)

Sauerkirsche (Prunus cerasus): Noch sehen die Blätter gesund aus. Werden diese aber löchrig, ist oftmals die Schrotschusskrankheit schuld. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Sie kann bei Steinobst auftreten und die Ernte gefährden oder auch Ziergehölze wie die Kirschlorbeere befallen: die sogenannte Schrotschusskrankheit. Wie Sie diese erkennen und was Sie dagegen tun können.

Wer freut sich nicht auf knackige Süßkirschen oder leckere Pflaumen aus dem eigenen Garten? Umso größer ist die Ernüchterung für den Hobbygärtner, wenn er an den vor allem jungen Blättern seines Obstbaums aufgehellte Punkte bemerkt, die sich im weiteren Verlauf rotbraun verfärben.

Was ist die Schrotschusskrankheit?

Das ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Baum an der Schrotschusskrankheit (Stigmina carpophila) erkrankt ist – da die Blätter wie von Schrotkugeln durchschossen aussehen. Aus diesem Grund heißt die Pflanzenkrankheit so. Schuld ist ein Pilz namens Wilsonomyces carpophilus.

Foto-Serie mit 8 Bildern

Bei welchen Pflanzen tritt sie auf?

Die Schrotschusskrankheit befällt vor allem Steinobst, zum Beispiel:

  • Zwetschge
  • Pflaume
  • Mirabelle
  • Pfirsich
  • Aprikose
  • Nektarine
  • Süß- und Sauerkirsche.

Der Pilz tritt aber auch bei Ziergehölzen wie dem Mandelbäumchen (Prunus dulcis), der Japanischen Zierkirsche (Prunus serrulata) oder dem Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) auf – einer der beliebtesten Heckenpflanzen.

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus): Sind auf den Blättern des Ziergehölzes helle Flecken zu erkennen, sollten Sie schnell handeln. (Quelle: imago images/blickwinkel)Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus): Sind auf den Blättern des Ziergehölzes helle Flecken zu erkennen, sollten Sie schnell handeln. (Quelle: blickwinkel/imago images)

In welcher Jahreszeit tritt sie auf?

Besonders stark tritt die Krankheit in beziehungsweise nach einem feuchten Frühjahr auf. In dieser Zeit werden die Pflanzen durch anhaltenden Regen, Nässe und niedrige Temperaturen geschwächt – und sind daher besonders anfällig.

Das können Sie vorbeugend tun 

Es ist empfehlenswert, proaktiv die Pflanzen regelmäßig zu kontrollieren, um etwaige Anzeichen der Krankheit frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Beim Kauf neuer Obstbäume und Ziergehölze sollten Sie weniger anfällige Sorten auswählen. Beispielsweise sind das bei der Süßkirsche:

  • Königskirsche Typ Gatterstadt
  • Abels Späte
  • Hausmüller Mitteldicke
  • Büttners Rote Knorpel.

Süßkirsche (Prunus avium): Die Sorte Büttners Rote Knorpel gilt als resistent gegenüber der Schrotschusskrankheit. (Quelle: imago images/McPhoto)Süßkirsche (Prunus avium): Die Sorte Büttners Rote Knorpel gilt als resistent gegenüber der Schrotschusskrankheit. (Quelle: McPhoto/imago images)

Unser Tipp
Vermeiden Sie beim Setzen von neuen Obstbäumen Standorte, die vor Kälte und Nässe ungeschützt sind und so der Schrotschusskrankheit Vorschub leisten können.

Befallene Blätter zurückschneiden

Ist eine Pflanze von der Schrotschusskrankheit befallen, sollten Sie schnell handeln, um ein weiteres Ausbreiten zu stoppen. So sollten Sie vorgehen:

  • Schneiden Sie die befallenen Blätter mit einer Gartenschere großzügig zurück.
  • Entfernen Sie auch die betroffenen Triebe und kürzen Sie diese bis auf das gesunde Holz.
  • Sammeln Sie nach dem Rückschnitt auf dem Boden liegendes Pflanzenmaterial sorgfältig auf.
  • Entsorgen Sie alle von der Krankheit befallenen Pflanzenteile ausschließlich im Biomüll.

Info
Der Komposthaufen eignet sich nicht zum Entsorgen. Der Grund: Der Schadpilz könnte sich durch die Feuchtigkeit erneut in Ihrem Garten ausbreiten.

Krankheit biologisch bekämpfen

Viele Hobbygärtner setzen bei der biologischen Bekämpfung der Schrotschusskrankheit auf Tonerdepräparate sowie Netzschwefel. Beide sind im gut sortierten Gartenhandel erhältlich. Führen Sie diese Behandlungen vom Frühjahr (März) bis in den Hochsommer (August) durch.

Hauszwiebel (Allium cepa): Sie soll unter Obstbäumen und in der Nähe von Ziergehölzen der Schrotschusskrankheit vorbeugen. (Quelle: imago images/blickwinkel)Hauszwiebel (Allium cepa): Sie soll unter Obstbäumen und in der Nähe von Ziergehölzen der Schrotschusskrankheit vorbeugen. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Außerdem kann es helfen, wenn Sie vorbeugend die Baumscheibe mulchen und in der näheren Umgebung anfälliger Bäume und Ziergehölze zum Beispiel Farn, Knoblauch oder Zwiebeln pflanzen.

Sind Früchte befallener Pflanzen essbar?

Neben den Blättern der Obstbäume sind auch meist die Früchte von der Schrotschusskrankheit betroffen. Anfangs können Sie Kirschen, Pflaumen oder Aprikosen noch roh essen und für die Weiterverarbeitung nutzen.

Je weiter der Befall allerdings fortschreitet, desto ungenießbarer wird auch die Frucht. Vom Verzehr ist daher abzuraten – egal, ob roh oder weiterverarbeitet. Auf dem Boden liegende Früchte sollten im Biomüll entsorgt werden.

Kirschlorbeer ist besonders anfällig

Der Kirschlorbeer stammt ursprünglich aus den warmen Gefilden des Orients. Der Sprung in unsere Breitengrade liegt bereits viele Jahrhunderte zurück. Dennoch hat sich die Pflanze bis heute nicht vollständig akklimatisiert, sodass neu gepflanzte Kirschlorbeeren eine regelrechte Stressphase durchleben.

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus): Die Blätter des beliebten Ziergehölzes sind von der Schrotschusskrankheit befallen. (Quelle: imago images/blickwinkel)Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus): Die Blätter des beliebten Ziergehölzes sind von der Schrotschusskrankheit befallen. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Währenddessen sind sie – ähnlich wie ein Mensch mit einem geschwächten Immunsystem – besonders anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Diese Schwäche macht sich der winterresistente Schadpilz Stigmina carpophilum, der Auslöser der Schrotschusskrankheit, zunutze.

Einige Kirschlorbeerarten gelten als anfälliger als andere: Die Sorte Reynvaanii ist häufigstes Opfer des Schadpilzes. Um eine Infektion zu vermeiden, sollte die Pflanze mit einem Pilzbekämpfungsmittel vorbeugend behandelt werden – und zwar sobald die ersten Blätter im Frühjahr erscheinen.

Verwendete Quellen:
  • Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
  • Gartendialog: Schrotschusskrankheit an Kirsche, Birne & Co. – Kann man die Früchte essen?
  • Grüne Liga Berlin e.V.: Schrotschusskrankheit
  • Mein schöner Garten: Schrotschusskrankheit
  • NDR-Ratgeber Garten: Schrotschusskrankheit natürlich bekämpfen
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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