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Regenwassernutzung: Tipps für die sinnvolle Regenwassernutzung

Geld sparen und die Umwelt schonen  

Regenwassernutzung für Haushalt und Garten

10.06.2020, 16:08 Uhr | rw, dpa-tmn, t-online.de, jb

Regenwassernutzung: Tipps für die sinnvolle Regenwassernutzung. Wasserfall mit Regenwasser (Quelle: Getty Images/DIPA)

Brunnen: Mit Regenwasser lässt sich einfach ein Wasserspiel im Garten gestalten (Quelle: DIPA/Getty Images)

Einen hohen Wasserverbrauch können Sie reduzieren, indem Sie für Ihre Toilette und Waschmaschine Regen- anstatt Trinkwasser verwenden. Eine Regenwassernutzungsanlage macht den gesammelten Niederschlag als Brauchwasser für den Haushalt nutzbar. Aber lohnen sich die teils sehr hohen Kosten für eine solche Anlage überhaupt? 

Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserversorger (BDEW) in Berlin lag der durchschnittliche Trinkwasserverbrauch in Deutschland in den letzten Jahren bei durchschnittlich 127 Litern pro Person und Tag. Nur ein Bruchteil dieser Menge wird tatsächlich zum Kochen und Trinken verwendet.

Regenwasser kann als Brauchwasser im Haushalt verwendet werden

Hauptverbraucher im Haushalt ist die Toilette: Rund 34 Liter sauberes Trinkwasser spült der Durchschnittsdeutsche jeden Tag das WC hinunter. Hinzu kommen weitere 25 Liter fürs Geschirrspülen, Putzen und Wäschewaschen sowie etwa fünf Liter für den Garten. So die Recherchen des Bunds für Umwelt- und Naturschutz (BUND).

Da ist es kein Wunder, dass bei manchen Bauherren und Hausbesitzern der Wunsch entsteht, gesammeltes Regenwasser nicht nur zur Gartenbewässerung einzusetzen. Grundsätzlich können schließlich auch WC-Spülung und Waschmaschine mit gesammeltem Regenwasser gespeist werden. Das geht allerdings nicht ganz ohne Aufwand.

Info
Wenn Sie gesammeltes Regenwasser im Haushalt weiterverwenden möchten, zahlen Sie hierfür Abwassergebühren. Zusätzliche Kosten, wie beispielsweise für Frischwasser, fallen nicht an.

Bestandteile einer Regenwassernutzungsanlage

"Die Voraussetzung, Regenwasser im Haus zu verwenden, ist eine fachgerecht installierte Regenwassernutzungsanlage", erläutert der Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung (fbr) in Darmstadt. Ideal für den Einbau einer Hausanlage sei zudem ein schräges Dach. Zur Anlage gehören ein Wasserspeicher aus Beton oder Kunststoff, ein Rohr- und Filtersystem und eine möglichst effiziente Pumpe. Angemeldet werden muss die Anlage beim Wasserversorger.

Kosten einer Regenwassernutzungsanlage

"Eine Regenwassernutzungsanlage sollte immer von qualifizierten Handwerkern eingebaut werden", rät der Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK). Außerdem müssten beim Bau der Anlage die gesetzlichen Bestimmungen der Norm DIN 1989-1 eingehalten werden. "Es darf keine direkte Verbindung zwischen Trink- und Regenwasserkreislauf geben", erklärt der (ZVSHK) den wichtigsten Grundsatz. Eine solche Anlage kostet zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die fachgerechte Installation.

Darüber hinaus muss die Regenwassernutzungsanlage vor Inbetriebnahme beim Wasserversorger angemeldet und dem Gesundheitsamt angezeigt werden. 

Voraussetzung für Regenwasserspeicher

So ein Regenwasserspeicher kann entweder im Keller oder außerhalb im Erdreich des Gartens aufgestellt werden. Als Behälter für das gesammelte Regenwasser eignen sich sowohl Beton- als auch Kunststoffspeicher. Auch stillgelegte Öltanks oder Abwassergruben könnten nach gründlicher Reinigung durch eine Fachfirma im Einzelfall genutzt werden. Wichtig ist, dass Kellertanks aus lichtundurchlässigem Kunststoff bestehen. Andernfalls können sich in ihnen Algen bilden.

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Darüber hinaus muss der Regenwasserspeicher mit einem Überlauf ausgestattet sein, für den Fall, dass mehr Regen vom Himmel kommt, als der Tank fassen kann. Für lange Trockenperioden sollte die Anlage aber auch mit Trinkwasser aufgefüllt werden können. Hierbei darf das Regenwasser aber nicht mit der Trinkwasserinstallation in Verbindung kommen.

Regenwasser für den Garten und den Haushalt nutzen

"Ob sich mit so einer Anlage Regenwasser effektiv nutzen lässt, hängt von vielen Faktoren ab", erklärt der BUND. Dazu gehören zum Beispiel die Größe des Dachs, die zu erwartende Niederschlagsmenge sowie die Anzahl der Personen im Haushalt. Auch muss die Zisterne ausreichend groß sein, falls das Regenwasser auch für die Toilettenspülung genutzt werden soll.

Besonders sinnvoll und lukrativ ist die Regenwassernutzung für Hausbesitzer mit großem Garten. In dem Tank lässt sich ausreichend Wasser speichern, um die Pflanzen während Trockenperioden zu wässern. Auch zum Wäschewaschen ist Regenwasser gut geeignet. "Wer weiches Regenwasser für die Waschmaschine nutzt, spart Waschmittel und Weichspüler und belastet das Abwasser weniger mit Chemikalien", sagt die Verbraucherzentrale Hamburg. Ein weiterer Vorteil für die Nutzung von Regenwasser im Haushalt: Das Wasser ist so weich, dass auch auf aggressive Putzmittel und Kalkentferner verzichtet werden kann.

Hygiene: Wie sauber ist Regenwasser?

Die Keimbelastung des Regenwassers ist laut mehrerer Untersuchungen sehr gering. Wichtig hierbei ist jedoch, dass das Wasser entsprechend sauber aufgefangen und in den Tank geleitet wird - hier also Kontaminierung erfolgt. Die Nutzung des Regenwassers für die Toilette als auch zum Wäschewaschen ist daher problemlos möglich.

Regenwassernutzungsanlagen im Mietrecht

Auch wenn der Kostenspareffekt sowohl die positive Auswirkung auf die Umwelt deutlich sind, dürfen Vermieter und Hauseigentümer Regenwassernutzungsanlagen nicht einfach einbauen und somit die Mieter vor vollendete Tatsachen stellen. "Mieter müssen immer selbst entscheiden können, ob sie ihre Wäsche mit Trinkwasser oder Regenwasser waschen wollen", betont der ZVSHK. Daher müsse immer auch ein Anschluss mit Trinkwasser vorhanden sein. Ob ein weiterer Anschluss für Brauchwasser genutzt werde, bleibe dann dem Mieter überlassen. Der Vermieter kann die Hausgemeinschaft nicht zur Regenwassernutzung zwingen.

Kritik von der deutschen Wasserwirtschaft

Überwiegend kritisch wird die Regenwassernutzung von der deutschen Wasserwirtschaft bewertet. Meist wird in den Wasserspeichern das von Dach ablaufende Regenwasser gesammelt. "Das ist kein pures Regenwasser, denn es löst Schadstoffe von den Dachflächen mit ab: Schwermetalle, Bakterien, Krankheitserreger. Sie gelangen dann in die Zisterne", warnt der BDEW.

Bestritten wird aber vor allem der ökonomische Nutzen der meisten Regenwassernutzungsanlagen. Der Einbau einer sachgerecht konzipierten Anlage sei fast immer ein wirtschaftliches Zuschussgeschäft, und könne die ohnehin vorhandene Hausinstallation für Trinkwasser keinesfalls ersetzen, sondern allenfalls ergänzen. Zwei nebeneinander betriebene Anlagen bedeuteten aber doppelte Anschaffungs- und doppelte Wartungskosten, heißt es beim BDEW.

Wirtschaftliche Formen der Regenwassernutzung

"Regenwasseranlagen nutzen immer der Umwelt, sie rechnen sich aber nach Ansicht von Experten ohne öffentliche finanzielle Förderung wirtschaftlich nicht", fasst auch die Verbraucherzentrale Hamburg die Gemengelage bei Regenwassernutzungsanlagen zusammen. Zugleich wirbt er aber für günstigere Lösungen der Regenwassernutzung, die ohne Zisterne auskommen:

Für die Bewässerung von Garten- und Balkonpflanzen sei das kalkarme, weiche Regenwasser bestens geeignet. Deshalb sei es sinnvoll, Wasser in einer möglichst frostfesten Regentonne aufzufangen. Diese gebe es in verschiedensten Ausführungen zu erschwinglichen Preisen. Abhängig Fassungsvermögen und Qualität sind gute Regentonnen schon ab 30 bis 40 Euro erhältlich. Derartige Wasserspeicher rechnen sich relativ schnell, da keine Frisch- und Abwasserkosten anfallen.

Alternative zur Regenwassernutzungsanlage

Für Familien kann eine Regentonne allerdings zum Sicherheitsrisiko werden. Denn Kleinkinder können selbst in flachem Wasser ertrinken. Eine Regentonne stellt somit eine tödliche Gefahr da, wenn die Kleinen beispielsweise hinaufklettern und anschließend hineinfallen. Die Regentonne sollte daher ausreichend gesichert sein. 

In einem kindersicherem Haushalt sollte die Regentonne mit einem Gitter oder schweren Holzdeckel abgedeckt sein, den Kinder nicht öffnen können. Auf das Versenken der Tonne im Erdreich sollten Gartenbesitzer möglichst ganz verzichten. Die Gefahr, dass Kinder hineinstürzen, sei einfach zu groß, so die Expertenmeinung.

Ein weiterer Vorteil, die Regentonne komplett zu verschließen: Mücken und andere Insekten können keine Eier hier hineinlegen. Auch die Veralgung der Anlage wird dadurch unterbunden. Somit muss die Regentonne seltener gereinigt werden und bleibt länger instand. 

Das Regenwasser können Sie auch ideal für einen Miniteich auf Ihrem Balkon nutzen. Wie das geht? Erfahren Sie es hier.

Verwendete Quellen:

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