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FĂŒnf gute GrĂŒnde, keine Laubsauger zu verwenden

Von dpa-tmn, jb

Aktualisiert am 19.10.2021Lesedauer: 4 Min.
Laubsauger
Gartenarbeit: Ein Laubsauger kann die Arbeit erleichtern, schadet aber mehr als er hilft. (Symbolbild) (Quelle: tommaso79/getty-images-bilder)
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Wenn HerbststĂŒrme das Laub von den BĂ€umen fegen, wird wieder ĂŒberall zu Laubsaugern und LaubblĂ€sern gegriffen. Was fĂŒr die einen die bequemste Art ist, Laub zu entfernen, tötet anderen den letzten Nerv. Dabei ist es nicht nur der LĂ€rm, der die Laubbeseitiger im Herbst zum grĂ¶ĂŸten Hassobjekt aller geplagten Nachbarn macht.

Am meisten stören LaubblĂ€ser und Laubsauger wegen des durchdringenden LĂ€rms, den sie verursachen. Je nach Modell erzeugen sie ĂŒber 110 Dezibel und sind damit lauter, als so mancher Presslufthammer und die meisten KreissĂ€gen. Deshalb dĂŒrfen die GerĂ€te nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz auch nur an Werktagen zwischen 9 Uhr und 13 Uhr und von 15 Uhr bis 17 Uhr zum Einsatz kommen. GerĂ€te mit dem EG-Umweltzeichen CE dĂŒrfen hingegen werktags zwischen 7 und 20 Uhr eingesetzt werden. Teilweise gibt es allerdings auch regionale Unterschiede.


Diese BÀume fÀrben sich im Herbst besonders schön

Der Amberbaum hat wohl eine der beeindruckendsten HerbstfÀrbungen. Die Palette reicht von gelborange bis purpur. Er kann an einem sonnigen bis halbschattigen Standort stehen und braucht nÀhrstoffreichen Boden. Der Amberbaum wird etwa zehn Meter hoch und bis zu vier Meter breit.
Bekannt fĂŒr seine bunte HerbstfĂ€rbung sind auch die meisten Ahornsorten. Doch die BĂ€ume werden auch wegen ihrer Wuchsform und der dekorativen Rinde gepflanzt. Der Rostbart-Ahorn hat weiße LĂ€ngsstreifen, der Zimt-Ahorn besticht durch eine zimtbraune Rinde, die sich in großen, dĂŒnnen Streifen vom Stamm und den Ästen ablöst.
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Wer sich nicht daran hĂ€lt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Diese kann sogar mit bis zu 5.000 Euro bestraft werden, laut Bußgeldkatalog. Verwenden Sie den LaubblĂ€ser oder -sauger an Sonn- und Feiertagen, droht in einigen BundeslĂ€ndern sogar ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

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Ab 85 Dezibel LautstĂ€rke kann das menschliche Gehör Schaden davontragen – besonders Benutzer der GerĂ€te sollten daher einen ausreichenden Hörschutz tragen.

Tipp
Wenn Sie durch einen LaubblÀser oder Laubsauger innerhalb der Ruhezeiten gestört werden, sollten Sie Ihren Nachbarn direkt darauf ansprechen. Reagiert dieser nicht, können Sie sich auch beim Ordnungsamt Ihrer Stadt beschweren.

Laubsauger vernichten NĂŒtzlinge

Von UmweltverbĂ€nden wie dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) wird vor allem die tödliche Wirkung der Laubsauger auf nĂŒtzliche Insekten angeprangert. In einem Informationsblatt des Nabu heißt es, dass die GerĂ€te einen Sog von bis zu 160 Stundenkilometern erzeugen. SpĂ€testens die anschließende HĂ€ckselfunktion ist fĂŒr NĂŒtzlinge tödlich, die sich im Laub und der mit aufgesaugten bodennahen Krautschicht befanden.

Zu den zerstĂŒckelten Kleintieren gehören neben KĂ€fern, Spinnen und Asseln mitunter auch Frösche und kleine Igel. Laut Bund Naturschutz in Bayern haben viele dieser Tiere wichtige ökologische Funktionen fĂŒr den Boden. Das Fehlen der Tiere und des Laubs fĂŒhre zu einer Verarmung des Bodenlebens und unterbreche die Humusbildung. Außerdem wird durch das restlose Beseitigen von Laub und Pflanzenresten nĂŒtzlichen Insekten, Igeln und Schmetterlingslarven der benötigte Unterschlupf fĂŒr den Winter entzogen.

Abgase von LaubblÀsern belasten Mensch und Umwelt

Viele insbesondere Ă€ltere Laubsauger und LaubblĂ€ser werden mit Zweitaktmotoren betrieben und erzeugen unnötige Abgase. Laut einer – allerdings aus dem Jahr 2002 stammenden – Berechnung des Umweltbundesamtes (UBA) stĂ¶ĂŸt ein LaubblĂ€ser mit Zweitaktaktmotor in einer Stunde 270 Gramm unverbrannte Kohlenwasserstoffe aus. Das entspricht der 200-fachen Menge eines PKW mit geregeltem Katalysator. Bei neueren Modellen ist der Schadstoffausstoß zwar mit etwa 60 Gramm deutlich geringer, aber immer noch zu hoch. Neben Kohlenwasserstoffen werden nach Angaben des UBA auch Stickoxide ausgestoßen, die zur Bildung von bodennahem Ozon beitragen.

Feinstaubbelastung durch LaubblÀser

Problematisch ist nach Ansicht des Bund Naturschutz in Bayern auch der Einsatz von LaubblĂ€sern auf Wegen und Straßen. Mit dem Laub werde der auf der Straße liegende Feinstaub aufgewirbelt. Dieser enthalte mit Dieselruß sowie dem Abrieb von Reifen und Bremsen krebserregende Substanzen, die lungengĂ€ngig sind.

Besen und Rechen bei nassem Laub besser

Die NaturschĂŒtzer raten deshalb, nach Möglichkeit auf den Einsatz von LaubblĂ€sern und Laubsaugern ganz zu verzichten. Gerade unter BĂ€umen und StrĂ€uchern störe es nicht, wenn das Laub als Unterschlupf fĂŒr Kleintiere liegen gelassen wird. Der Nabu weist außerdem darauf hin, dass zusammengerechte Laubhaufen fĂŒr viele Tiere wie Igel und die Larven zahlreicher Schmetterlinge eine notwendige Überwinterungshilfe darstellen.

Wer das Laub unbedingt entfernen will, greift besser zu Besen oder Rechen. Um nicht zu viel Arbeit zu haben, kann man das Laub liegen lassen, bis alle BlĂ€tter abgefallen sind und sie dann zusammenkehren. Bei nassem Laub sind die HandgerĂ€te ohnehin die schnellere Wahl. Wir haben die besten Tipps zum Laub entfernen fĂŒr Sie zusammengestellt.

Wenn schon Laubsauger, dann leise

Wer trotzdem einen Laubsauger benötigt, sollte ein elektrisches Modell wÀhlen. Die GerÀte mit Stromanschluss sind leiser als Modelle mit Benzinmotor, das schont die Nerven der Nachbarn.


Der TÜV SĂŒd in MĂŒnchen rĂ€t, beim Kauf auf die GrĂ¶ĂŸe des Auffangsacks zu achten. Der BehĂ€lter sollte sich leicht vom GerĂ€t entfernen lassen und seine Öffnung mĂŒsse groß genug sein, sodass der HobbygĂ€rtner den Inhalt gut ausschĂŒtten kann. Der Auffangsack sollte ein Volumen von 40 bis 45 Litern haben. Ist der Sack zu klein, mĂŒsse man ihn hĂ€ufig leeren, ist er zu groß, schleppe man zu viel Gewicht bei der Gartenarbeit mit sich rum.

Umwelt- und Artenschutz spricht gegen LaubblÀser

Beide Varianten sind aus Sicht des Umwelt- und Artenschutzes fĂŒr die Deutsche Wildtierstiftung unvertretbar. Sie nennt fĂŒnf GrĂŒnde, den LaubblĂ€ser im Schuppen zu lassen:

1. LaubblĂ€ser pusten in OrkanstĂ€rke mit 250 Stundenkilometern. Mit Ästen und BlĂ€ttern werden von Rasen und Wegen auch Spinnen, Insekten, Igel und MĂ€use mit 70 Metern pro Sekunde durch die Luft geschossen. Noch schneller wird ihnen in Laubsaugern der Garaus gemacht - dort werden sie gleich mitgeschreddert.

Wer Harke und Besen nutzt, lÀsst die Tiere am Leben. Wer Laubhaufen sogar im Garten belÀsst, bietet Wildtieren wie Igel, Spitzmaus, Erdkröte, Schmetterling, MarienkÀfer, Ringelnatter oder Molch Lebensraum und lebenswichtige Nahrung.

2. Laub auf Beeten und unter Hecken und StrĂ€uchern schĂŒtzt den Boden vor dem Austrocknen.

3. Aus Laub im Komposthaufen machen RegenwĂŒrmer, Milben und Bakterien Komposterde, die im folgenden Jahr wertvolle NĂ€hrstoffe fĂŒr BlĂŒhpflanzen und den eigenen GemĂŒseanbau liefert.

4. Es kommt zu weniger CO2-Ausstoß und weniger Feinstaubbelastung.

5. Wer den LaubblÀser auslÀsst, kann frische Herbstluft atmen und die bunten HerbstblÀtter leise und sachte zu Boden fallen hören.

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Von Jennifer Buchholz

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