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Laubbläser und -sauger: Gute Gründe, sie nicht zu verwenden

Hassobjekt oder Hilfe?  

Fünf gute Gründe, keine Laubsauger zu verwenden

19.10.2021, 18:35 Uhr | dpa-tmn, jb

Laubbläser und -sauger: Gute Gründe, sie nicht zu verwenden. Laubsauger (Quelle: Getty Images/tommaso79)

Gartenarbeit: Ein Laubsauger kann die Arbeit erleichtern, schadet aber mehr als er hilft. (Symbolbild) (Quelle: tommaso79/Getty Images)

Wenn Herbststürme das Laub von den Bäumen fegen, wird wieder überall zu Laubsaugern und Laubbläsern gegriffen. Was für die einen die bequemste Art ist, Laub zu entfernen, tötet anderen den letzten Nerv. Dabei ist es nicht nur der Lärm, der die Laubbeseitiger im Herbst zum größten Hassobjekt aller geplagten Nachbarn macht. 

Am meisten stören Laubbläser und Laubsauger wegen des durchdringenden Lärms, den sie verursachen. Je nach Modell erzeugen sie über 110 Dezibel und sind damit lauter, als so mancher Presslufthammer und die meisten Kreissägen. Deshalb dürfen die Geräte nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz auch nur an Werktagen zwischen 9 Uhr und 13 Uhr und von 15 Uhr bis 17 Uhr zum Einsatz kommen. Geräte mit dem EG-Umweltzeichen CE dürfen hingegen werktags zwischen 7 und 20 Uhr eingesetzt werden. Teilweise gibt es allerdings auch regionale Unterschiede.

Wer sich nicht daran hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Diese kann sogar mit bis zu 5.000 Euro bestraft werden, laut Bußgeldkatalog. Verwenden Sie den Laubbläser oder -sauger an Sonn- und Feiertagen, droht in einigen Bundesländern sogar ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

Ab 85 Dezibel Lautstärke kann das menschliche Gehör Schaden davontragen – besonders Benutzer der Geräte sollten daher einen ausreichenden Hörschutz tragen.

Tipp
Wenn Sie durch einen Laubbläser oder Laubsauger innerhalb der Ruhezeiten gestört werden, sollten Sie Ihren Nachbarn direkt darauf ansprechen. Reagiert dieser nicht, können Sie sich auch beim Ordnungsamt Ihrer Stadt beschweren. 

Laubsauger vernichten Nützlinge

Von Umweltverbänden wie dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) wird vor allem die tödliche Wirkung der Laubsauger auf nützliche Insekten angeprangert. In einem Informationsblatt des Nabu heißt es, dass die Geräte einen Sog von bis zu 160 Stundenkilometern erzeugen. Spätestens die anschließende Häckselfunktion ist für Nützlinge tödlich, die sich im Laub und der mit aufgesaugten bodennahen Krautschicht befanden.

Zu den zerstückelten Kleintieren gehören neben Käfern, Spinnen und Asseln mitunter auch Frösche und kleine Igel. Laut Bund Naturschutz in Bayern haben viele dieser Tiere wichtige ökologische Funktionen für den Boden. Das Fehlen der Tiere und des Laubs führe zu einer Verarmung des Bodenlebens und unterbreche die Humusbildung. Außerdem wird durch das restlose Beseitigen von Laub und Pflanzenresten nützlichen Insekten, Igeln und Schmetterlingslarven der benötigte Unterschlupf für den Winter entzogen.

Abgase von Laubbläsern belasten Mensch und Umwelt

Viele insbesondere ältere Laubsauger und Laubbläser werden mit Zweitaktmotoren betrieben und erzeugen unnötige Abgase. Laut einer – allerdings aus dem Jahr 2002 stammenden – Berechnung des Umweltbundesamtes (UBA) stößt ein Laubbläser mit Zweitaktaktmotor in einer Stunde 270 Gramm unverbrannte Kohlenwasserstoffe aus. Das entspricht der 200-fachen Menge eines PKW mit geregeltem Katalysator. Bei neueren Modellen ist der Schadstoffausstoß zwar mit etwa 60 Gramm deutlich geringer, aber immer noch zu hoch. Neben Kohlenwasserstoffen werden nach Angaben des UBA auch Stickoxide ausgestoßen, die zur Bildung von bodennahem Ozon beitragen.

Feinstaubbelastung durch Laubbläser

Problematisch ist nach Ansicht des Bund Naturschutz in Bayern auch der Einsatz von Laubbläsern auf Wegen und Straßen. Mit dem Laub werde der auf der Straße liegende Feinstaub aufgewirbelt. Dieser enthalte mit Dieselruß sowie dem Abrieb von Reifen und Bremsen krebserregende Substanzen, die lungengängig sind.

Besen und Rechen bei nassem Laub besser

Die Naturschützer raten deshalb, nach Möglichkeit auf den Einsatz von Laubbläsern und Laubsaugern ganz zu verzichten. Gerade unter Bäumen und Sträuchern störe es nicht, wenn das Laub als Unterschlupf für Kleintiere liegen gelassen wird. Der Nabu weist außerdem darauf hin, dass zusammengerechte Laubhaufen für viele Tiere wie Igel und die Larven zahlreicher Schmetterlinge eine notwendige Überwinterungshilfe darstellen.

Wer das Laub unbedingt entfernen will, greift besser zu Besen oder Rechen. Um nicht zu viel Arbeit zu haben, kann man das Laub liegen lassen, bis alle Blätter abgefallen sind und sie dann zusammenkehren. Bei nassem Laub sind die Handgeräte ohnehin die schnellere Wahl. Wir haben die besten Tipps zum Laub entfernen für Sie zusammengestellt.

Wenn schon Laubsauger, dann leise

Wer trotzdem einen Laubsauger benötigt, sollte ein elektrisches Modell wählen. Die Geräte mit Stromanschluss sind leiser als Modelle mit Benzinmotor, das schont die Nerven der Nachbarn.


Der TÜV Süd in München rät, beim Kauf auf die Größe des Auffangsacks zu achten. Der Behälter sollte sich leicht vom Gerät entfernen lassen und seine Öffnung müsse groß genug sein, sodass der Hobbygärtner den Inhalt gut ausschütten kann. Der Auffangsack sollte ein Volumen von 40 bis 45 Litern haben. Ist der Sack zu klein, müsse man ihn häufig leeren, ist er zu groß, schleppe man zu viel Gewicht bei der Gartenarbeit mit sich rum.

Umwelt- und Artenschutz spricht gegen Laubbläser

Beide Varianten sind aus Sicht des Umwelt- und Artenschutzes für die Deutsche Wildtierstiftung unvertretbar. Sie nennt fünf Gründe, den Laubbläser im Schuppen zu lassen:

1. Laubbläser pusten in Orkanstärke mit 250 Stundenkilometern. Mit Ästen und Blättern werden von Rasen und Wegen auch Spinnen, Insekten, Igel und Mäuse mit 70 Metern pro Sekunde durch die Luft geschossen. Noch schneller wird ihnen in Laubsaugern der Garaus gemacht - dort werden sie gleich mitgeschreddert.

Wer Harke und Besen nutzt, lässt die Tiere am Leben. Wer Laubhaufen sogar im Garten belässt, bietet Wildtieren wie Igel, Spitzmaus, Erdkröte, Schmetterling, Marienkäfer, Ringelnatter oder Molch Lebensraum und lebenswichtige Nahrung.

2. Laub auf Beeten und unter Hecken und Sträuchern schützt den Boden vor dem Austrocknen.

3. Aus Laub im Komposthaufen machen Regenwürmer, Milben und Bakterien Komposterde, die im folgenden Jahr wertvolle Nährstoffe für Blühpflanzen und den eigenen Gemüseanbau liefert.

4. Es kommt zu weniger CO2-Ausstoß und weniger Feinstaubbelastung.

5. Wer den Laubbläser auslässt, kann frische Herbstluft atmen und die bunten Herbstblätter leise und sachte zu Boden fallen hören.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn

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