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Marder im Haus: So vertreiben Sie die Tiere

Katzengroße Tiere machen Ärger  

Wie Sie Marder aus dem Haus vertreiben

17.10.2020, 18:38 Uhr | dpa-tmn, jb

Marder im Haus: So vertreiben Sie die Tiere. Marder: Meist fällt ein Marder im Haus anfangs nicht auf, da die Tiere erst nachts aktiv werden.  (Quelle: imago images/blickwinkel)

Marder: Meist fällt ein Marder im Haus anfangs nicht auf, da die Tiere erst nachts aktiv werden. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Wenn Sie es abends im Bett vom Dachboden her laut poltern hören, Sie Krabbelgeräusche ungeklärten Ursprungs um den Schlaf bringen, dann befindet sich womöglich ein Marder im Haus.

Obwohl sie Wildtiere sind, kommen Marder inmitten der Großstadt vor. Hier sorgen die knapp katzengroßen Tiere für einigen Ärger, da sie sich in den oberen Etagen des Hauses breit machen und dort Fraßschäden an Dachstuhl und Dämmung anrichten. Doch egal wie sehr die ungebetenen Gäste auch wüten: In Fallen fangen oder gar töten darf der normale Hausbesitzer Marder nicht.

Sind Marder gefährlich für die Gesundheit?

Meist fällt ein Marder im Haus anfangs nicht auf, da die Tiere am Tage in ihren Verstecken schlafen und erst nachts aktiv werden. Krabbelgeräusche und ein Poltern auf dem Dachboden können Anzeichen für einen Marderbefall oder einen Waschbärenbefall im Haus,sein. Weiterhin deuten Kot- und Urinspuren sowie Überreste von Aas auf einen Marder hin. Bleibt ein Marderbefall für längere Zeitraum unbemerkt, breitet sich der Geruch von Fäkalien und Verwesung im ganzen Haus aus. Zudem werden durch das Aas der Marder Fliegen und andere Schädlinge angezogen.

Welche Schäden verursachen Marder im Haus?

Als Versteck bevorzugen Marder die oberen Stockwerke, speziell den Dachboden. Dort graben sie sich beispielsweise in die Tunnelgänge der Dachisolierung. Häufig zerstören sie auch die Unterspannbahn. Dadurch kann die darunterliegende Isolierung nass werden. Es ist keine Dämmwirkung mehr vorhanden. Wärmebrücken entstehen, durch die warme Luft nach draußen entweicht. Das wiederum treibt die Heizkosten in die Höhe und begünstigt Schimmel – vor allem bei nicht ausgebauten und unbeheizten Dachböden.

 Diese Tipps helfen gegen Marder im Haus.

Wie kommt der Marder auf den Dachboden?

Steinmarder können sehr gut klettern und über zwei Meter weit springen. Bäume oder die Fallrohre von Regenrinnen nutzen sie als Kletterhilfen und erklimmen so die Hauswand. Teilweise können die Raubtiere sogar ganz ohne Kletterhilfe kurze Strecken an einer rauverputzten Hauswand empor klettern, um bis zum Dach zu gelangen und dort ins Hausinnere gelangen. Öffnungen von etwa sieben bis acht Zentimeter Durchmesser reichten dafür aus. Und ist keine Lücke vorhanden, so kann ein Marder sogar einen schweren Dachziegel hoch drücken, um unter diesem hindurch zu schlüpfen, so Experten.

Marder auf dem Dachboden – Was kann man tun?

Hat sich der Marder dann erst einmal niedergelassen, ist es schwer ihn wieder loszuwerden. Steinmarder unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht, informiert der Nabu. Nur mit einer entsprechenden Berechtigung dürfen Sie den Tieren nachstellen. Auch Lebendfallen dürfen nicht eingesetzt werden – außer es liegt eine entsprechende Berechtigung vor.

"Einige Bundesländer haben Fallenfangverordnungen. Nur diejenigen, die einen 'Fallenpass' besitzen, sind zum Fallenfang berechtigt", so der Nabu. Um eine solche Berechtigung zu erwerben, muss man einen besonderen Lehrgang zur Fallenjagd abgeschlossen haben.

Das Fangen und Aussetzen der Tiere ist langfristig jedoch wenig erfolgversprechend. Denn das freigewordene Revier kann durch neue Marder besetzen werden oder der vertriebene Marder kehrt zurück. Über Duftspuren finden Artgenossen schnell den Weg ins Haus und beanspruchen den freigewordenen Lebensraum für sich, so der Nabu.

Kann man Marder mit Hausmitteln vertreiben?

Dem geplagten Hausbesitzer bleiben also nur wenig Alternativen, um gegen den unerwünschten Mitbewohner vorzugehen. Der Nabu rät zu sogenannten Vergrämungsmitteln. Machen Sie Ihrem ungebetenen Gast seinen Aufenthalt möglichst unangenehm, damit er irgendwann freiwillig das Weite sucht.

Beispielsweise können Sie mit einem laut spielenden Radio am Tag seine Nachtruhe stören oder gezielt dort klopfen, wo der Marder sein Versteck hat. Auch Ultraschallgeräte – sogenannte Marderscheuchen – oder Schellenwecker sollen Wirkung zeigen.

Mit unangenehmen Gerüchen können Sie die Tiere ebenfalls vertreiben. Im Handel erhältlich sind spezielle Anti-Marder-Sprays und -Pasten, die entsprechende Duftstoffe verströmen und den Marder so in die Flucht schlagen sollen. Auch duftstarke Hausmittel wie Hundehaare und Tierurin werden oft empfohlen. Der Nabu rät außerdem dazu, WC-Duftsteine im befallenen Dachboden auszulegen.

Einige Experten zweifeln jedoch an der Wirksamkeit der gängigen Tipps. Ob das nun Hundehaare sind oder Toilettensteine, wirklich hundertprozentig belegt ist die Wirksamkeit bei keiner der Methoden. Marder haben innerhalb ihres Reviers meist mehrere Unterschlüpfe. Auch wenn ein Marder längere Zeit nicht auftaucht, könne es daher sein, dass er nur vorübergehend eine andere seiner zahlreichen Behausungen aufsucht. Sobald er auf Ihrem Dachboden dann keine Geruchs- oder Geräuschbelästigung mehr fürchten muss, würde er wieder einziehen.

Marderabwehr SOS – Was tun bei Marder im Dach?

Auf Dauer können Marder im Haus nur vermieden werden, wenn das Gebäude für sie unzugänglich ist. Das Schlupfloch des Eindringlings muss also gefunden und verschlossen werden. Dies kann teilweise schwierig und teuer werden. Schauen Sie daher zunächst selbst nach sichtbaren Spuren, um den Weg des Tieres nachzuverfolgen. Das geht etwa, indem Hausbesitzer geharkte Sandflächen rund um das Gebäude anlegen, auf denen der Marder seine Fußspuren hinterlässt. Auch Kratzspuren an Regenrinne, Fassade oder an nahegelegenen Bäumen können Hinweise geben. Wenn Sie den Einschlupf selbst nicht finden, holen Sie sich bei der Spurensuche auf dem Dach vom Dachdecker Hilfe.

Ist die Einschlupfstelle gefunden, muss sie sorgfältig und stabil versperrt werden – zum Beispiel mit Maschendraht. Das machen Sie am besten, wenn das Tier gerade nicht im Haus ist. Befindet sich der Mader nämlich noch im Haus, müsste er verhungern. Zudem wird er versuchen auszubrechen und dabei größere Schäden anrichten.
Während der Aufzuchtzeit ihrer Jungtiere im Frühling dürfen Sie den Einschlupf eines Marders nicht blockieren. Sonst könnte ein Muttertier von ihren Jungen getrennt werden und diese elendig verenden. Das verbietet das Jagdrecht.

Die einzige Ausnahme liegt vor, wenn dem ein überwiegendes Schutzbedürfnis der betroffenen Menschen entgegen stehe. Ein wenig Geruchs- oder Geräuschbelästigung reicht dafür aber nicht aus.

Welche Schäden richten Marder im Pkw an?

Auch für Autofahrer sind Mader eine ernste Bedrohung, weil sie in den Motorräumen Unterschlupf suchen. Dort beißen sie in Isoliermaterial, Kabel oder Schläuche und zerfleddern diese manchmal regelrecht. Besonders ärgerlich: Nicht immer werden alle Marderschäden durch die KfZ-Versicherung erstattet. "Schäden an Bremsschläuchen sind bislang jedoch nicht bekannt geworden", beruhigt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) immerhin.

Welche Mittel halten Marder vom Auto fern?

Im Handel sind zahlreiche Produkte erhältlich, die den Motorraum des Fahrzeuges vor Marderschäden schützen sollen. Dazu zählen unter anderem:

  • Ultraschallgeräte: Durch das senden sehr hoher Töne im Ultraschallbereich, sollen die Marder vertrieben werden. Menschen können die Töne nicht hören, andere Tiere wie Hunde allerdings schon. Teilweise ist jedoch ein sehr hohes Piepen, das die Geräte verursachen, zu vernehmen. Experten empfehlen, regelmäßig die Frequenz der Ultraschallgeräte zu wechseln, damit sich die Marder nicht an die hohen Töne gewöhnen können. 
  • Mardergitter: Unter das Auto wird ein Marderteppich oder eine Mardermatte gelegt. Die Tiere scheuen sich, über das Gitter zu gehen. Somit können Sie auch den Motorraum des Autos nicht erreichen.
  • Schutzschläuche: Mithilfe einer Hülle aus Hartplastik werden die Kabel vor Fraßschäden geschützt. Sie lassen sich, auch nachträglich noch, einfach um die Kabel legen. Bei Bedarf können sie wieder abgenommen werden. Die Anti-Marder-Schläuche verhindern allerdings nicht, dass sich ein Marder im Motorraum einnistet. 
  • Motor- und Unterbodenwäsche: Durch das Entfernen der Duftstoffe, die ein Marder hinterlässt, verhindern sie, dass Konkurrenten des Tieres angelockt werden. Denn hat ein Marder sein Markier, in diesem Fall Ihr Auto, markiert, reagieren seine Artgenossen sehr aggressiv. Somit sind sie eher dazu verführt, in die Kabel zu beißen.  
  • Motorabschottung: Durch die Abschottung des Motorraums verhindern Sie, dass der Marder zu den Schläuchen und Kabeln vordringen kann. Ihr Auto können Sie mit diesem Marderschutz in der Kfz-Werkstatt nachrüsten lassen. 
  • Tierhaare: Viele Autobesitzer legen einen Stoffbeutel mit Hunde- oder Katzenhaaren in den Motorraum. Der Geruch soll ebenfalls Marder fernhalten. 
  • Elektroschocks: Mit leichten Stromschlägen sollen die Marder vom Motorraum vertrieben werden. Sie funktionieren ähnlich wie ein Weidezaun. Das Gerät mitsamt der Leitungen sollten von einem Fachmann eingebaut werden.

Professionelle Hilfe gegen den Marder im Haus – Was tut ein Kammerjäger?

Betroffenen, die im Kampf gegen den Marder im Haus selbst nicht weiterkommen, bleibt nur der Gang zum Profi. An einigen Stellen wird empfohlen, sich an einen Kammerjäger zu wenden. Dieser allerdings ist gegenüber Mardern weitgehend machtlos. Unter Umständen kann er zwar dabei helfen, den Einschlupf des Tieres zu finden. Die eigentliche Marderbekämpfung darf der Schädlingsbekämpfer aber gar nicht durchführen. Das Tier mit Fallen einfangen oder gar töten darf nur ein Jäger mit entsprechenden Berechtigungen. In vielen Städten gibt es hauptberufliche Stadtjäger, an die Sie sich wenden können. Vermitteln könne einen geeigneten Jäger aber auch die untere Jagdbehörde bei der Kreisverwaltung.

Kurzfassung: Wie werde ich Marder im Haus los?

  • Finden und verschließen Sie die Einschlupfstelle des Marders
  • Stellen Sie vorher sicher, dass der Marder nicht im Haus ist
  • Laute Musik oder Toilettensteine helfen nicht, den Marder loszuwerden
  • Marder dürfen nur mit Genehmigung gefangen werden, es drohen Bußgelder von bis zu 5.000 €
Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • ADAC
  • NDR
  • ​eigene Recherche
  • weitere Quellen
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