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Hortensien richtig pflegen, schneiden und überwintern

Beliebter Zierstrauch  

Hortensien richtig pflegen, schneiden und überwintern

31.10.2018, 10:58 Uhr | oh, jb, t-online.de

Hortensien richtig pflegen, schneiden und überwintern. Hydrangea brown winter frost (Quelle: Getty Images/nevermode)

Pflanzenschutz: Hortensien sollten im Winter geschützt stehen. (Quelle: nevermode/Getty Images)

Die bei uns üblichen Hortensien-Arten sind generell winterhart. Allerdings sollten die Pflanzen vor starkem Frost geschützt werden. Allerdings gilt es einiges bei den schönen Pflanzen zu beachten.

Für die Hortensien-Pflege ist nicht nur das richtige Vorgehen beim Düngen und Schneiden ausschlaggebend: Vor allem der Standort entscheidet darüber, wie wohl sich Hortensien in Ihrem Garten fühlen und wie lange sie Blüten tragen. Erfahren Sie mehr zu Pflege, Schnitt und richtiger Überwinterung des beliebten Sommerblühers.

Hortensien richtig überwintern

Damit die Hortensien überwintern können, muss der Wurzelhals über dem Boden mit Gartenerde, Kompost, Rindenmulch oder Torf zehn bis 20 Zentimeter hoch abgedeckt werden. Zum Schluss noch mit einem Leinensack umhüllen – schon ist die Pflanze für die kalte Jahreszeit gewappnet. 

Wichtig
Die Hortensie muss atmen. Auf keinen Fall darf sie in Folie oder andere luftundurchlässige Materialien gewickelt werden. Wenn größere Pflanzen nicht mehr mit Sackleinen abgedeckt werden können, sollten Sie auf einen Rückschnitt im Herbst verzichten. Die Triebe sind danach besonders empfindlich und dürfen keinem Frost ausgesetzt werden. 

Hortensien in Kübeln werden am besten frostfrei überwintert und in den Keller gestellt. Vor allem wenn es bei Ihnen im Winter häufig regnet und die Temperaturen sehr lange in einem kritischen Minusbereich liegen. Die Temperatur im Keller darf jedoch nicht über fünf Grad liegen. Die Kälte und das fehlende Licht sorgen dafür, dass die Pflanze ihren Stoffwechselkreislauf runter fährt und eine Art Winterschlaf hält. Das begünstigt zudem die Knospenbildung im Frühjahr.

Tipp
Auch im Winter müssen Hortensien gegossen werde – allerdings nur mäßig. Am besten eignet sich der Morgen. Abends besteht die Gefahr, dass durch Nachtfrost das Wasser gefriert.

Ist dies nicht möglich, sollte die Pflanze samt Kübel mit einem Sackleinen verhüllt werden. Umhüllen Sie den Topf erst mit Luftpolsterfolie und anschließend noch einmal mit Kokosmatten oder Vlies, damit die Wurzeln in der kalten Jahreszeit nicht zu sehr auskühlen. Stellen Sie dann den Topf auf Styropor oder eine Dämmplatte sowie an einen vor Witterungen geschützten, schattigen Platz. Wind, Regen und zu starke Sonneneinstrahlung können der eingepackten Pflanze schaden.

Tipp
Für das Entfernen erfrorener oder abgestorbener Zweige warten Sie am besten bis zum Frühjahr. Die Temperaturen sollte nicht mehr dauerhaft im Minusbereich liegen.

Hortensien schneiden: Schnittgruppen beachten

Wenn Sie Hortensien schneiden wollen, müssen Sie berücksichtigen, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse der jeweiligen Hortensien-Arten beachten. Dazu werden Hortensien in Kategorien aufgeteilt: Hortensien-Arten, die wenig nur wenig geschnitten werden dürfen und welche, die im Herbst gestutzt werden sollten. 

Diese Hortensien im Frühjahr nur wenig schneiden:

  • Bauernhortensie
  • Ballhortensie
  • Eichblatthortensie
  • Kletterhortensie
  • Riesenblatthortensie
  • Samthortensie
  • Tellerhortensie

Der Rückschnitt dieser Hortensien erfolgt im zeitigen Frühjahr. Sie bilden ihre Knospen für das kommende Jahr bereits im Herbst aus, weshalb der Rückschnitt nur dezent ausfallen sollte. Wird zu viel abgeschnitten, müssen Sie ein Jahr auf die Blüten verzichten. Entfernt werden im Winter erfrorene Triebspitzen und alte Blütenstände. Schneiden Sie dazu direkt über dem ersten Knospenpaar den alten Blütenstand ab.

Hortensien der zweiten Gruppe im Herbst schneiden

Schneeballhortensien und Rispenhortensien sind die einzigen Hortensienarten, die ihre Knospen erst im Jahr der Blüte an den neuen Austrieben bilden. Ihr Rückschnitt entspricht dem klassischen Sommerblüher: Im Spätherbst oder im Frühjahr – am besten bis Ende Februar – werden alle Triebe der vergangenen Saison bis auf ein kurzes Stück mit je einem Augenpaar gestutzt. Die Pflanzen bilden dann kräftige neue Triebe mit großen Blüten aus.

Sonderfall Hortensie "Endless Summer" und "The Bridge"

Die neuen Hortensien-Züchtungen "Endless Summer" und "The Bridge" blühen den ganzen Sommer über, da sie Blüten an neuem und an altem Holz entwickeln können. Daher ist der Rückschnitt nicht zwingend erforderlich. Bei frisch gepflanzten Hortensien dieser Art sollten Sie sogar besser darauf verzichten. Es reicht, wenn Sie verblühte Blüten entfernen. Erst nach fünf bis sechs Jahren sollte ein größerer Rückschnitt erfolgen. Dazu werden die ältesten und knorrigsten Zweige herausgeschnitten. So wird das Wachstum gefördert und die nächste Blüte setzt schneller ein.

Der richtige Standort für Hortensien

Wenn Sie Hortensien pflanzen möchten, wählen Sie dazu idealerweise einen schattigen oder halbschattigen Standort. In der prallen Sonne ist die Gefahr zu groß, dass die Erde austrocknet, denn Hortensien benötigen zum Gedeihen stets ausreichend Wasser. Wichtig: Zwar verdunstet über die enorme Blattfläche der Hortensie jede Menge Feuchtigkeit, dennoch sollte beim regelmäßigen Gießen keine Staunässe entstehen. Besonders gut geeignet sind Lehmböden oder humose Böden, da sie Feuchtigkeit speichern, jedoch locker und durchlässig sind.

Schnittfehler lässt Hortensien weniger blühen

Besonders empfindlich gegen zu viel Nässe und direktes Sonnenlicht zeigen sich Bauern- und Tellerhortensien. Überschwemmte, trockene oder frosthaltige Böden lassen sie verwelken. Rispenhortensien sind hingegen etwas robuster. Achten Sie zudem auf einen möglichst windgeschützten Standort. 

Hortensien blühen in den schönsten Farben (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)Hortensien blühen in den schönsten Farben

Hortensien blau färben: Auf den Boden kommt es an

Die Beschaffenheit des Bodens ist wichtig sowohl für die Hortensien-Pflege als auch für die Färbung der Blüten. Wird eine rosafarbene Bauernhortensie auf saurem Boden mit einem pH-Wert von 4,0 bis 4,5 gepflanzt, wird das im Boden vorhandene Aluminium von den Wurzeln aufgenommen. Nach einer Weile ändert sich die Blütenfarbe von Rosa zu einem satten Blau. Um diesen Prozess zu beschleunigen, eignen sich nährstoffreiche Rhododendron-Erde und die Gabe von Aluminium-Dünger (zum Beispiel Kalialaun aus der Apotheke) oder spezielle Blaufärbemittel aus dem Garten-Fachhandel.

Der richtige Zeitpunkt zum Düngen ist das Frühjahr, wenn sich die Blüten auszubilden. Geben Sie bei bereits blaue Hortensien ab dem zweiten Jahr Aluminium-Dünger. Verwenden Sie zum Gießen möglichst Regenwasser, da kalkhaltiges Leitungswasser den pH-Wert des Bodens verändert und die Aufnahme von Aluminium verhindert. 

Hortensien richtig düngen

Unabhängig von der Blütenfarbe düngen Sie Hortensien am einfachsten mit einem speziellen Hortensiendünger, den Sie nach Packungsangabe ausbringen. Alternativ eignet sich auch Dünger für Rhododendren, Azaleen oder Volldünger für Grünpflanzen. Wichtig ist, dass er nicht zu viel Phosphor enthält, sondern ein ausgewogenes Stickstoff-Phosphor-Verhältnis aufweist. Blaukorn-Dünger sind deshalb nicht geeignet.

Möchten Sie auf chemische Produkte verzichten, können Sie auch mit organischem Dünger Ihre Hortensien düngen. Geben Sie den Pflanzen dazu hin und wieder etwas Kompost oder auch Hornspäne.

Hortensien und Goldregen (Quelle: Getty Images/schnuddel)Blütenpracht: Damit Hortensien blau blühen, kommt es auf die richtige Zusammensetzung des Bodens an. (Quelle: schnuddel/Getty Images)

Hortensien-Pflege: Die Nachtbarschaft ist hilfreich

Wählen Sie als Standort für Ihre Hortensien einen Platz im Garten, der Nachbarschaftshilfe unter den Pflanzen ermöglicht. Am besten werden Hortensien mit Stauden wie Eisenhut oder Rittersporn ansiedelt. Auch andere Gartenpflanzen sorgen dafür, dass Hortensien üppig und lange blühen. Besser wirken diese neben Großstauden.

Ein ebenfalls guter Standort für Hortensien ist unter einem tief wurzelnden Baum. Dank des Blätterdachs werden die Blüten hier vor Wind, Mittagssonne und heftigen Regenschauern geschützt.

Hortensien mit Stecklingen vermehren

Alle Hortensienarten lassen sich mit Stecklingen vermehren. Schneiden Sie dazu im Frühling oder Frühsommer junge Triebe ohne Knospen ab und teilen Sie die mit je einem Blattpaar oben und unten in Stücke. Damit die Stecklinge nicht vertrocknen, schneiden Sie die oberen Blätter mit einem scharfen Messer oder einer Schere in der Mitte quer ab. Die unteren Triebenden werden von den Blättern befreit, kurz in Bewurzelungspulver getaucht und in Anzuchterde gesetzt.

Da Bewurzelungspulver auf hormoneller Basis nur schwer erhältlich ist, können Sie auch auf Weidenwasser zurückgreifen. Dieses können Sie selbst herstellen: Schneiden Sie frische Triebe der Weide in ein bis zwei Zentimeter große Stücke und übergießen Sie diese mit heißem Wasser. Nach etwa 24 Stunden Ziehzeit wird der Sud durch einen Sieb abgegossen und kann verwendet werden.

Unser Tipp
Setzen Sie die Triebe ein paar Zentimeter tief in den Boden, damit die Wurzeln später genug Platz haben, um sich auszubreiten. Im nächsten Schritt sollten Sie die Erde gut wässern, ohne die Pflanzen zu ertränken. Ob als Steckling oder ausgewachsene Pflanze – Hortensien brauchen viel Feuchtigkeit

Hortensien rauchen? Vergiftungsgefahr

Es kommt immer wieder zu Meldungen, dass Hortensien als Droge missbraucht werden. Die Wirkung soll ähnlich der von Marihuana sein, allerdings in abgeschwächter Form. Tatsächlich gelten die Pflanzen als ausgesprochen giftig. Sie enthalten Blausäureverbindungen, die beim Rauchen in größeren Mengen freigesetzt werden. Dies kann zu Blausäurevergiftungen mit fatalen Folgen führen, so Heidemarie Lux, Oberärztin am Klinikum Nürnberg:

  • Die Atmungskette wird blockiert.
  • Das zentrale Nervensystem wird zerstört.
  • Inneres Ersticken droht, was den Tod zur Folge hätte.

Die berauschende Wirkung von Hortensienrauch ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Von den bekannten Inhaltsstoffen der Hortensie sollte eigentlich keiner einen Rausch auslösen können. Sicher ist aber, dass der Konsum zu schweren Vergiftungen führen kann, die sogar tödlich enden können.

Verwendete Quellen:
  • eigene Recherche
  • dpa-tmn
  • Mein schöner Garten
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen


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