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Kamelie richtig pflegen: Tipps für eine schöne Kamelienblüte

Chinesische Kulturpflanze  

Pflege der Kamelie: Tipps von Überwintern bis Düngen

08.11.2018, 11:46 Uhr | dpa-tmn, jb, t-online.de

Kamelie richtig pflegen: Tipps für eine schöne Kamelienblüte. Kamelien (Quelle: Getty Images/akatuki)

Kamelie: Als Strauch oder Kübelpflanze lässt sich die exotische Kamelie hierzulande kultivieren. (Quelle: akatuki/Getty Images)

Die Kamelie ist eine unterkühlte Schönheit. Ihre großen weißen, rosafarbenen oder roten Blüten sind eine Attraktion im Garten. Dafür braucht die Kamelie aber kalte Temperaturen – eine ideale Winterschönheit also.

Als Strauch oder Kübelpflanze lässt sich die exotische Kamelie (Camellia japonica) hierzulande kultivieren. Fürs Zimmer eignet sich die Kamelie nicht. Was bei der Pflege der Kamelie zu beachten ist.

Der geeignete Standort

Der richtige Standort im Garten ist ausschlaggebend für eine gute Winterhärte der Kamelie. Sie sollte dabei vor Ostwind und Morgensonne geschützt sein. Außerdem brauchen Freiland-Kamelien im Winter, solange der Boden gefroren ist, einen Schutz vor kräftiger Sonneneinstrahlung. Anderenfalls verdunstet über die in der Sonne stehenden Blätter viel Wasser, das aus dem gefrorenen Boden nicht nachgeliefert werden kann. Die Pflanzen vertrocknen.

Kamelie ist nur bedingt winterhart

Kamelien im Kübel müssen vor Frost geschützt werden. Und auch als winterhart deklarierte Sorten sollten bei längeren Frösten einen Schutz bekommen, wenn sie draußen bleiben.

Zum Überwintern braucht die Kamelie einen guten Schutz vor der Kälte. Für einen guten Winterschutz reicht bereits eine lockere Laubschicht auf den Wurzeln, so dass das diese nicht durchfrieren, aus. Der Strauch wird zudem mit luftdurchlässigem, schattierendem Material wie Vlies oder Betttüchern umhüllt. Das Vlies bietet der Kamelie auch Schutz vor der hellen Wintersonne, die bei Frost oftmals zum Verdursten von immergrünen Pflanzen führen kann. Sie können dann kein Wasser aus dem gefrorenen Boden aufnehmen, die Blätter geben aber Feuchtigkeit ab.

Ideal ist ein Platz, der durch Hecken oder von großen Bäumen geschützt ist, weil so extreme Bedingungen vermieden werden können.

Higo-Kamelien sind besonders winterhart

Als besonders winterhart hat sich die Sorte Higo-Kamelien. Sie stammen aus der japanischen Provinz Kumamoto, die früher Higo hieß. Typisch für die Higos ist eine ungefüllte Blüte mit einem prominenten Büschel gelber Staubgefäße in der Mitte. Außerdem duften die Blüten zart. Greifen Sie für Ihren Garten zu älteren Sorten, die sich bereits in strengen Wintern bewährt haben, wie beispielsweise die rotblühende "Adolphe Audusson", "Hagoromo" mit lilienförmigen, zartrosafarbenen Blüten und der früh blühenden "Nobilissima". 

Camellia (Quelle: imago/Leemage)Higo Kamelie: Diese Sorten sollen besonders winterhart sein. (Quelle: Leemage/imago)

Diesen Boden bevorzugt die Kamelie 

Wenn Sie im Herbst Laub unter den Ziersträuchern ausbreiten, schützt das nicht nur, sondern ist gut für die Pflanze. Arbeiten Sie zudem auch Tannennadeln unter. Dies senkt den pH-Wert. Denn der ideale Boden für Kamelien ist locker, humos und hat einen leicht sauren ph-Wert, ähnlich wie bei Rhododendron.

Kamelie nach dem Sommer nicht mehr düngen

Staunässe vertragen Kamelien nicht. Wichtig ist auch, dass die oberen Wurzeln der Kamelie sichtbar bleiben und nicht mit Erde abgedeckt werden. Pflanzen Sie den Strauch daher nicht zu tief. Setzen Sie den Strauch drei bis fünf Zentimeter höher in die Erde, als er zuvor im Topf aus dem Handel gestanden hat. Dünger ist nicht notwendig, wenn die Kamelien in das Beet gesetzt wurden. Das unterscheidet sie zu Kamelien im Kübel.

Wer dennoch die Pflanzen mit Nährstoffen versorgen möchte, sollte sich auf die erste Jahreshälfte beschränken. Anderenfalls stehen die Triebe am Anfang des Winters noch im vollen Saft und Winterschäden sind vorprogrammiert. In Sommer und Herbst braucht die Kamelie außerdem viel Wasser. Trocknet die Pflanze aus, wirft sie bereits angelegte Knospen ab.

Pflegeschnitt nach der Blüte

Nach der Blüte, die je nach Art und Sorte zwischen September und Mai erfolgt, können Sie die Pflanze zurückschneiden. Das ist jedoch nur empfehlenswert, wenn die Pflanzen wirklich zu groß geworden sind oder sie nicht dicht genug wachsen. 

Neben den richtigen Standortbedingungen spielt die Sortenwahl eine Rolle, wenn es um die Frage der Winterhärte geht. Rund 250 Wildarten gibt es. Darüber hinaus sind rund 40.000 Kameliensorten bekannt. Unter den Züchtungen, die in Deutschland erhältlich sind, hat Camellia japonica die größte Bedeutung. Die in China vorkommende Camellia reticulata wird häufig zur Züchtung verwendet, eignet sich aber klimatisch nicht für die hiesigen Standortbedingungen.

Kamelie als Topfpflanze

Wer einen kühlen Raum oder Wintergarten zur Verfügung hat, sollte die Kamelie in der Blütezeit von Oktober an bis Ende April hell und bei zwei bis acht Grad halten. In Gegenden mit milden Wintern kann die Kamelie auch in einer geschützten Ecke der Terrasse stehen. Isolieren Sie in diesem Fall den Topf beispielsweise mit einer Kokosmatte. Eine hohe Luftfeuchtigkeit um die 60 Prozent ist wichtig. Gießen Sie sie nur wenig – düngen gar nicht.

Nach den letzten Frösten im Frühling darf die Kamelie ins Freie. Es eignet sich ein schattiger Platz mit Morgensonne oder unter einem Baum. Vor starker Sonne muss man die Kamelie jedenfalls schützen, da die Blätter sonst verbrennen. Bis Juli werden die Kübelpflanzen ausreichend gedüngt, am besten mit einem Azaleen- oder Rhododendrondünger. Ab Juli wird wieder weniger gegossen – bis sich im August die ersten Knospen bilden. Austrocknen darf die Kamelie aber auf keinen Fall. Mit der Knospenbildung braucht die Pflanze wieder mehr Wasser. Ab Oktober kommt die Kamelie zurück ins Winterquartier.

Japanische Kamelie: Lady Campbell  (Quelle: imago/blickwinkel)Japanische Kamelie: Lady Campbell (Quelle: blickwinkel/imago)

Die Kamelie eignet sich nicht als Zimmerpflanze

Die Kamelie gehört zur Familie der Teestrauchgewächse und ist eng mit dem Teestrauch verwandt, aus dem wir unseren Tee gewinnen. Ende des 19. Jahrhunderts haben sich Kamelien als Modepflanzen einen Namen gemacht und wurden vor allem bei Reichen ins Zimmer gestellt. So schön die Kamelienblüte ist, eignet sich diese Pflanze nicht immer für die Wohnung. Damals herrschte ein kühleres Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit. Doch diese idealen Bedingungen gibt es in modernen Wohnräumen nicht mehr. Kamelien leiden heute unter den warmen Zimmertemperaturen und der geringen Luftfeuchtigkeit. Ihre Blütenknospen fallen daher meist vertrocknet ab. Möchten Sie dennoch die Blüte der Zierpflanze nicht in Ihrer Wohnung missen, stellen Sie sie an einen ungeheizten, kühlen Ort, wie beispielsweise das Schlafzimmer oder den Wintergarten. Die Luftfeuchtigkeit muss dabei regelmäßig überprüft werden. 

Japanische Kamelie: Alba Plena  (Quelle: imago/blickwinkel)Japanische Kamelie: Alba Plena (Quelle: blickwinkel/imago)

Pillnitzer Kamelie

Die wohl älteste deutsche Kamelie ist übrigens im Park von Schloss Pillnitz bei Dresden zu bewundern, wo sie zum Schutz vor winterlicher Kälte mit einem eigenen Gewächshaus überbaut wurde. Eine weitere besondere Kamelie ist in Roßwein zu bewundern: Dort blüht die zweitälteste Kamelie nördlich der Alpen – die Camelia japonica alba plena von Roßwein ist stolze 200 Jahre alt.

Pflegesteckbrief

Kamelie (Camellia japonica)

 

Überwintern

Wurzeln mit Laub schützen; Strauch in ein Vlies hüllen.
Besonders winterharte Sorten: Higo-Kamelien überstehen auch strenge Winter.

Düngen

Freiland-Kamelien brauchen keinen Dünger.

Schneiden

Nach der Blüte, also je nach Art und Sorte zwischen September und Mai.

Standort

Im Garten vor Ostwind und Morgensonne schützen. Starke Sonneneinstrahlung ist im Winter schädlich.

Verwendete Quellen:
  • eigene Recherche


 

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