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Der Regenwurm ist eine Wunderwaffe für den Garten

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So fühlt er sich wohl  

Der Regenwurm ist eine Wunderwaffe im Garten

13.03.2016, 10:32 Uhr | dpa-tmn, t-online.de

Der Regenwurm ist eine Wunderwaffe für den Garten. Regenwürmer verbessern die Erde im Garten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Regenwürmer verbessern die Erde im Garten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kinder haben meist keine Scheu vor ihm, viele Erwachsene ekeln sich aber – dabei ist der Regenwurm doch der beste Freund des Gärtners. Der Wurm lockert den Boden auf und reichert ihn mit feinstem Dünger an. Wem es gelingt, Regenwürmern ideale Lebensbedingungen zu bieten, bekommt daher quasi Dünger frei Haus.

"Wenn der Laie vom Regenwurm spricht, meint er meist den Aal- oder Tauwurm", sagt Helmut Schimmel, Diplom-Gärtner und Buchautor aus Gera. Dieser Bodenbewohner vom Stamm der Ringelwürmer ist ein Tunnelbauer. Den Ursprung des Namens Regenwurm, wissenschaftlich auch Lumbricus genannt, erklärt Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) damit, dass die Würmer vor allem sichtbar sind, wenn es stark geregnet hat.

Der Regenwurm ertrinkt nicht

"Es ist allerdings nicht richtig, dass er dann herauskommt, weil er sonst in dem durchnässten Boden ertrinken würde", erläutert der Zoologe. Regenwürmer haben keine Atmungsorgane, sondern nehmen Sauerstoff über die Haut auf und können ihn aus dem Wasser lösen. Warum die Würmer bei Regen aus der Erde kriechen, ist nicht völlig geklärt.

Regenwurm verbessert die Erde im Garten

Der Regenwurm ist eine Wunderwaffe: Durch seine Aktivität durchmischt, belüftet und stabilisiert der Regenwurm den Boden. "Damit wirkt er der Bodenerosion entgegen", erklärt Schimmel. Zusätzlich verbessern die Tiere die Erde mit ihren Ausscheidungen. "Sie sind für das Bodenleben wichtig, weil sie an allem knabbern, was abgestorben in und auf dem Boden liegt", ergänzt Heiermann.

Laubblätter dienen zur Nahrung der Regenwürmer

Aber Regenwürmer fressen nicht nur totes Material, sondern ziehen zum Beispiel Blätter in ihre Gänge hinein, wodurch das Pflanzenmaterial direkt tief in den Boden gelangt und mit der Zersetzung übergeht. "Manchmal sieht man, dass Laubblätter tief im Boden stecken", sagt Heiermann.

Die Bodenbewohner haben eine ungewöhnliche Methode, sich fortzubewegen, erläutert der Zoologe Heiermann: "Regenwürmer fressen sich quasi durch den Boden." Da der Erdwurm über keine Zähne verfügt, ernährt er sich von einem feinen, matschigen Brei aus organischem Material, das gerade verwest und bereits von Mikroorganismen vorverdaut wird, erläutert der Fachbuchautor Schimmel. "Dabei verdaut er auch Bakterien, Pilze und Mineralien", ergänzt Heiermann.

Regenwurm fördert die Fruchtbarkeit des Bodens

Wählerisch ist der Regenwurm nicht. Und im Darm des Regenwurms kommt es zur Durchmischung von organischem und mineralischem Material. Sein Kot wird auch als Ton-Humus-Komplex bezeichnet, bekannt als wertvoller Pflanzennährstoff. Er fördert die Fruchtbarkeit der Böden.

Regenwurm-Kot ist ein hervorragender Dünger

Der Kot wird bis in tiefe, mineralische Bodenschichten abgesetzt, aber auch als kleine Häufchen auf dem Rasen. Letzteres ärgert Hobbygärtner schon mal, da sie Angst haben, der Rasen sähe nicht mehr schön aus. "Eigentlich ist das aber ein gutes Zeichen", erklärt der Nabu-Experte Heiermann. Denn der Kot des Regenwurms ist ein hervorragender natürlicher Dünger.

Mineralischer Dünger vertreibt den Wurm

Aufpassen müssen Hobbygärtner, wenn sie selbst in die Zusammensetzung der Böden eingreifen: "Mineralische Dünger mag der Regenwurm nicht", erklärt Heiermann. Wenn man ihn verwendet, macht sich der Regenwurm rar, und in der Folge geht das restliche Bodenleben ebenfalls zurück.

Auch der Kompostwurm ist nützlich

Neben den Regenwürmern gibt es den Kompostwurm, auch als Mist- oder Humuswurm bezeichnet (Eisenia foedita). Typisch ist für ihn eine rötliche Farbe. "Es handelt sich hierbei um eine Art domestizierten Wurm, der vom Menschen gezielt zur Kompostierung eingesetzt wird", sagt Buchautor Schimmel. Der Wurm baut keine Tunnel, sondern erzeugt feine, krümelige Erde. "Dieser Wurmhumus ist die fruchtbarste Komposterde, die ich kenne."

Die Kompostierung mit diesen Würmern bringt vor allem einen Vorteil: Die Umsetzung kommt bereits bei niedriger Temperatur des Substrats in Gang, was Fäulnisprozesse unterdrückt. "Dadurch werden die Energieverluste gegenüber der herkömmlichen Kompostierung reduziert", erklärt Schimmel.

Der Kompostwurm mag Kaffeesatz und Stallmist

Der Gärtner kann mit Hilfe von Mulch und Gründünger sowie dem Anbau von Zwischenfrüchten im Winter und dem Einhalten von Fruchtfolgen auf dem Beet dafür sorgen, dass "die kleinen Heinzelmännchen, also Mikroorganismen und Erdwürmer, genügend Nahrung bekommen", erläutert der Gartenexperte Schimmel. Er empfiehlt, den Kompostwurm mit seinen Lieblingsspeisen anzulocken: Kaffeesatz, Zwiebelabfällen und Stallmist. "Daher kommt auch der Name Mistwurm", fügt Schimmel hinzu.

Regenwurmzucht auf eigene Faust

Wer der Verwurmung im Garten etwas nachhelfen möchte, kann für den Boden auch Würmer nachkaufen. Preise variieren auch je nach Menge. So sind 250 Gramm Wurmmischung für rund 15 Euro im Onlinehandel zu haben. Wer Größeres vorhat, kann sich ein so genanntes "Terra-Forming-Paket" für 149 Euro gönnen. Enthalten sind dort aber auch drei Kilo Würmer.

Fortpflanzung der Zwitter

Die Vermehrung der Regenwürmer ist relativ einfach, da es sich um Zwitter handelt. "Sind die Würmer geschlechtsreif, erkennt man ein verdicktes Segment, das Geschlechtsteil", erklärt der Zoologe Heiermann. An dieser Stelle liegen sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsteile. Paaren sich zwei Würmer, tauschen sie gegenseitig Spermien aus. Nach der Befruchtung erfolgt die Eiablage in kleinen Kokons, aus denen die Larven schlüpfen. Während Kompostwürmer pro Jahr zwischen 20 und 30 Kokons mit jeweils bis zu 11 Eiern produzieren, sind es beim Tauwurm nur 5 bis 10 Kokons mit je einem Ei.

Bis zur Geschlechtsreife vergehen beim Regenwurm ein bis zwei Jahre. Unter geschützten Bedingungen können sie durchaus bis zu acht Jahren alt werden. "Allerdings haben Regenwürmer viele Feinde", sagt der Zoologe. "Um dieses Alter zu erreichen, muss so ein Regenwurm schon Glück haben."

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