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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Gartenhaus: Vor dem Aufbau werden teure Fehler gemacht

Von dpa-tmn, jb

Aktualisiert am 23.02.2022Lesedauer: 6 Min.
Gartenhaus: Unerfahrene HobbygĂ€rtner können auf FertigbausĂ€tze aus dem Baumarkt oder Fachhandel zurĂŒckgreifen.
Gartenhaus: Unerfahrene HobbygĂ€rtner können auf FertigbausĂ€tze aus dem Baumarkt oder Fachhandel zurĂŒckgreifen. (Quelle: joel-t/getty-images-bilder)
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Ein Gartenhaus aufzustellen, ist dank Bausatzlösungen auch fĂŒr Hobbyhandwerker machbar.

Das Wichtigste im Überblick


GartenhĂ€user sind ideal, um GartengerĂ€te oder FahrrĂ€der unterzubringen und im Winter können dort gut die KĂŒbelpflanzen lagern. Inzwischen gibt es GartenhĂ€user sogar in modernen Designs als Fertigbausatz – sodass jeder fĂŒr seinen Garten leicht das passende Modell findet. Unerfahrene HobbygĂ€rtner können auf FertigbausĂ€tze aus dem Baumarkt oder Fachhandel zurĂŒckgreifen. Denn auch bei kleinen HĂŒtten muss die Statik stimmen.

Wann braucht man eine Baugenehmigung?

Schon beim Aussuchen des HĂ€uschens gilt es einiges zu beachten. Je nach Bundesland brauchen Sie abhĂ€ngig von GrĂ¶ĂŸe, Nutzung und Stellplatz eine Baugenehmigung. Ein Blick in die Landesbauordnung ist unerlĂ€sslich. Um sicherzugehen, ob die Gemeinde nicht noch eigene zusĂ€tzliche Auflagen hat, sollten Sie sich beim örtlichen Bauamt erkundigen. Die Beratung im Bauamt ist kostenlos und verbindlich. Am besten nehmen Sie die Planzeichnungen fĂŒr die HĂŒtte und einen Grundriss des GrundstĂŒcks mit. Da GartenhĂ€user gerne an den Rand des GrundstĂŒcks gestellt werden, beziehen Sie auch Ihre Nachbarn in Ihre Planungen mit ein.

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Welche Materialien braucht man?

Wenn Sie Ihr Gartenhaus aus Holz selbst bauen möchten, benötigen Sie folgende Materialien:

  • FĂŒr das Fundament
    Kies, Splitt, Sand, Beton
  • FĂŒr die HĂŒtte
    GerĂŒstbalken, Balkenschuhe, Dachpappe, Kanthölzer, Latten, Leisten, Grobspanplatten, Metallwinkel.
    Wenn das Material unbehandelt ist, sollten Sie zusÀtzlich an Holzlack oder eine andere ImprÀgnierung denken.
    Verwenden Sie Ihr Gartenhaus nicht nur zur Aufbewahrung von GartengerÀten, sollten Sie zusÀtzlich DÀmmmaterial wie Mineralwolle kaufen.
  • Werkzeuge
    DarĂŒber hinaus benötigen Sie auch die entsprechenden Werkzeuge wie Bohrer, Schrauber, SĂ€gen, HĂ€mmer, Leiter, Messwerkzeuge sowie einen Betonmischer. Das meiste davon können Sie sich im Baumarkt oder Fachhandel ausleihen.

Gartenhaus Schritt-fĂŒr-Schritt selbst bauen

Wenn Sie Ihr Gartenhaus selbst bauen möchten, sind folgende Schritte nötig:

  • Fertigen Sie eine Skizze mit den exakten Messdaten fĂŒr Ihr Gartenhaus an.
  • Graben Sie einen Bereich fĂŒr das Fundament aus.
  • Errichten Sie ein Betonfundament.
  • Positionieren Sie die Pfosten in Balkenschuhen in den Boden beziehungsweise das Fundament.
  • Montieren Sie waagerechte StĂŒtzbalken auf den Pfosten.
  • Montieren Sie waagerechte Balken zwischen den Pfosten in der Höhe von knapp 50 Zentimetern. Achtung: An der Stelle, an der sich spĂ€ter die TĂŒr befinden soll, wird kein waagerechter StĂŒtzbalken befestigt.
  • Sichern Sie die waagerechten Balken zusĂ€tzlich mit Metallwinkeln.
  • Bauen Sie aus Dachsparren und Balken das GerĂŒst fĂŒr das Dach. Achten Sie dabei darauf, dass die Sparren eine unterschiedliche Höhe haben, damit das Dach spĂ€ter abschĂŒssig ist und Regenwasser abfließen kann.
  • Montieren Sie die Grobspanplatten auf das GerĂŒst.
  • Befestigen Sie die Dachpappe auf den Platten.
  • Setzen Sie das DachgerĂŒst auf die Pfosten und befestigen Sie dieses mit Schrauben.
  • Durch Metallwinkel sichern Sie die Konstruktion zusĂ€tzlich.
  • FĂŒr die Wandbekleidung montieren Sie die Bretter an den Pfosten. Sparen Sie allerdings bestimmte Bereiche fĂŒr die TĂŒr und das Fenster aus. Die Bretter sollten bĂŒndig anliegen. Durch kleine Spalte könnte sonst spĂ€ter Feuchtigkeit in das Holzgartenhaus dringen.
  • Befestigen Sie die Scharniere fĂŒr die TĂŒr.
  • Montieren Sie die TĂŒr.
  • Tragen Sie den Holzschutz auf.

Abschließend können Sie im Inneren des HĂ€uschens noch das DĂ€mmmaterial anbringen.

Gartenhaus aus Holz oder Kunststoff?

Selbstbau: Beim Gartenhausbau kommt es auf die richtige Planung an.
Selbstbau: Beim Gartenhausbau kommt es auf die richtige Planung an. (Quelle: Copit/getty-images-bilder)

Holz ist im Vergleich zu Kunststoff ein relativ teures Material. Zudem brauchen HĂ€uschen aus Holz regelmĂ€ĂŸige Schutzanstriche mit einem speziellen Lack – dadurch gibt es zusĂ€tzlich Folgekosten. Im Gegensatz zu Modellen aus Kunststoff sind die GerĂ€teschuppen aus Holz aber auch wesentlich robuster und langlebiger. Zudem integrieren sich Bauten aus natĂŒrlichen Materialien besser in den Garten als kĂŒnstliche.

Wenn Sie Ihr Gartenhaus allerdings nur zum Aufbewahren von GartengerĂ€ten nutzen, können Sie auch auf eine Variante aus Kunststoff zurĂŒckgreifen.

Welche WandstĂ€rke fĂŒr welches Gartenhaus?

AbhĂ€ngig von Standort und Einsatzzweck sollten Sie die richtige WandstĂ€rke wĂ€hlen. Die meisten angebotenen BlockbohlenhĂ€user sind in StĂ€rken von 19 bis 100 Millimetern erhĂ€ltlich. Mit 18 bis 19 Millimetern starken Nut- und Federbrettern können Sie beispielsweise einen GerĂ€teschuppen bauen. Dient das HĂ€uschen als RĂŒckzugsort fĂŒr Familie und Freunde, greifen Sie auf dickere WandstĂ€rken ab 40 Millimeter zurĂŒck. Das gilt auch fĂŒr Gartenlauben, die stark dem Wind und Wetter ausgesetzt sind.

Wie teuer ist ein Gartenhaus?

Wichtig ist, welche Anforderungen das Gartenhaus spĂ€ter erfĂŒllen soll (GerĂ€teschuppen, Wochenend- oder FerienhĂ€uschen). Planen Sie neben dem Nutzen auch das Budget. Eine einfache HolzhĂŒtte gibt es fĂŒr ein paar hundert Euro. Je höher die AnsprĂŒche an GrĂ¶ĂŸe und Komfort sind, desto höher ist der Preis. Sie können teilweise bis zu 10.000 Euro ausgeben.

Wo steht die GartenhĂŒtte am besten?

So wichtig die Wirkung der GartenhĂŒtte ist, bei der Standortauswahl sollten Heimwerker auch die Haltbarkeit berĂŒcksichtigen. Die GartenhĂŒtte muss auch vor anhaltender Feuchtigkeit geschĂŒtzt werden, da sonst das Holz schneller angegriffen wird. Ein Platz in der Sonne ist also besser als ein schattiges Örtchen mit großem Baumbestand.

Braucht das Gartenhaus ein Fundament?

Ist der Platz fĂŒr die HĂŒtte gefunden, können Sie mit dem Fundament loslegen. AbhĂ€ngig von der Boden- und GelĂ€ndebeschaffenheit sowie der GrundflĂ€che des Gartenhauses kann die GrĂŒndung mit einer Betonplatte, einem Streifenfundament oder auf Gehwegplatten erfolgen. Wichtig ist, dass die unterste Holzschwelle oder die Pfosten sich nicht im Erdreich befinden und gegen aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden abgesichert sind. Ein Streifen Teerpappe als Sperrschicht kann abdichten.

Um das Fundament fĂŒr Gehwegplatten anzulegen, muss der Boden zunĂ€chst etwa 25 Zentimeter ausgehoben werden. Die Grube fĂŒllen Sie mit grobem Splitt, der anschließend verdichtet wird. Damit die Steinplatten eben liegen, werden sie in eine Schicht aus feinem Kies oder Sand gebettet. Bei einem Streifenfundament werden nur die AußenwĂ€nde auf Betonstreifen gestellt. FĂŒr die Streifen muss der Beton allerdings etwa 60 Zentimeter tief gegossen werden.

Um fĂŒr den restlichen Untergrund sicherzustellen, dass der Boden des HĂ€uschens dauerhaft trocken bleibt, entfernen Sie vorher den Rasen, decken Sie das Erdreich mit einer Kunststofffolie ab und sorgen Sie fĂŒr eine gute BelĂŒftung des Raums zwischen Erdreich und Boden des Gartenhauses. DafĂŒr sinnvoll sind zum Beispiel die HohlrĂ€ume zwischen den Balken, die als Unterlage fĂŒr die Bodenbretter dienen. Verschließen Sie diese vollstĂ€ndig, sonst kann die Feuchtigkeit nicht abziehen – Schimmel droht.

Blockbohlen einfach zusammensetzen

FĂŒr die eigentliche Konstruktion, also die Blockbohlen oder die Pfosten des HĂ€uschens, eignet sich besonders Fichte als preiswertes Holz. Bei der Außenbekleidung hingegen gibt es eine Palette an möglichen Holzarten – von LĂ€rche ĂŒber Kiefer bis hin zu Douglasie. Bei den meisten FertigbausĂ€tzen handelt es sich um BlockbohlenhĂ€user. Hierbei stecken Sie die einzelnen Holzbretter einfach ineinander. Je nach Dicke der Bohlen greifen ein bis drei Nuten ineinander. So bleibt das Haus auch dicht, wenn sich das Material setzt.

Ein großes Problem bei HolzhĂ€usern sind nĂ€mlich Setzungserscheinungen. Durch Temperaturschwankungen und das Eindringen von Feuchtigkeit schwindet das Material oder es quillt auf. Damit TĂŒr und Fenster nicht irgendwann klemmen, sollten bei den ĂŒbereinander geschichteten Blockbohlen oben einige Zentimeter Luft gelassen werden. Der Bundesverband Farbe, Gestaltung, Bautenschutz in Frankfurt am Main rĂ€t zu einem ausreichend großen DachĂŒberstand. Der Vorteil: Je grĂ¶ĂŸer der DachĂŒberstand ist, umso mehr ist das darunterliegende Wandbauteil vor WitterungseinflĂŒssen geschĂŒtzt.

Was muss man beim Anstrich beachten?

Streichen: Damit es lÀnger hÀlt, sollte das Holz lasiert werden.
Streichen: Damit es lÀnger hÀlt, sollte das Holz lasiert werden. (Quelle: artursfoto/getty-images-bilder)

Um Schimmel und FĂ€ulnis bei HolzgartenhĂ€usern vorzubeugen, ist es ratsam, die Einzelteile mit einer Grundierung zu behandeln, die das Holz gegen Feuchtigkeit und andere WitterungseinflĂŒsse schĂŒtzt. Damit die Grundierung auch alle Ritzen erreicht, sollten Sie sie vor dem Aufbau auftragen. Der endgĂŒltige Anstrich kann dann am fertig gebauten HĂ€uschen erfolgen.

FĂŒr die Beleuchtung oder den Anschluss elektrischer Gartenwerkzeuge braucht die GartenhĂŒtte einen Stromanschluss. Zwar gibt es im Baumarkt entsprechende Erdkabel fĂŒr den Stromanschluss im Außenbereich, diese mĂŒssen aber von einem Fachmann verlegt, angeschlossen und abgesichert werden.

Mehrwert fĂŒr das Dach

Bei vielen BausÀtzen wird als Dachbedeckung bestenfalls Dachpappe mitgeliefert. ZusÀtzliche Schindeln oder Wellplatten sehen nicht nur besser aus, sie sind auch standhafter bei Wind und Wetter. Wer zusÀtzlich noch eine Regenrinne anbringt, kann das Wasser vom Dach in einer Regentonne oder Zisterne sammeln und zum BewÀssern nutzen.

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Braucht das Gartenhaus eine Versicherung?

Wer auf seinem Grund und Boden ein Gartenhaus baut, muss das HĂ€uschen in der Regel nicht extra versichern. NebengebĂ€ude auf einem GrundstĂŒck seien ĂŒber die WohngebĂ€udeversicherung mitgeschĂŒtzt, erklĂ€rt die Verbraucherzentrale Baden-WĂŒrttemberg. Das bezieht sich zunĂ€chst nur auf die Bausubstanz. Die Innenausstattung des GartenhĂ€uschens wiederum sei meist ĂŒber die Hausratversicherung abgedeckt.

Besitzer eines Schrebergartens sollten dagegen mit ihrem Versicherer abklĂ€ren, ob der dorthin ausgelagerte Hausrat mit versichert ist. In jedem Fall ist eine WohngebĂ€udeversicherung auf dem GartengrundstĂŒck nicht mehr wirksam, erklĂ€rt die Verbraucherzentrale. FĂŒr Lauben in SchrebergĂ€rten gĂ€be es jedoch spezielle Versicherungsangebote.

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