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Gartenhaus selbst bauen: Diese Tipps muss man kennen

Schritt für Schritt  

Gartenhaus selbst bauen

05.03.2020, 10:04 Uhr | dpa-tmn, jb, t-online.de

Gartenhaus selbst bauen: Diese Tipps muss man kennen. Gartenhaus: Unerfahrene Hobbygärtner können auf Fertigbausätze aus dem Baumarkt oder Fachhandel zurückgreifen. (Quelle: Getty Images/joel-t)

Gartenhaus: Unerfahrene Hobbygärtner können auf Fertigbausätze aus dem Baumarkt oder Fachhandel zurückgreifen. (Quelle: joel-t/Getty Images)

Ein Gartenhaus aufzustellen, ist dank Bausatzlösungen auch für Hobbyhandwerker machbar. Wer bei der Planung des Häuschens aber Fehler macht, den kann das später teuer zu stehen kommen. Welches Fundament man braucht, wann Genehmigungen erforderlich sind und was beim Aufbau zu beachten ist.

Gartenhäuser sind ideal, um Gartengeräte oder Fahrräder unterzubringen und im Winter können dort gut die Kübelpflanzen lagern. Inzwischen gibt es Gartenhäuser sogar in modernen Designs als Fertigbausatz – sodass jeder für seinen Garten leicht das passende Modell findet. Unerfahrene Hobbygärtner können auf Fertigbausätze aus dem Baumarkt oder Fachhandel zurückgreifen. Denn auch bei kleinen Hütten muss die Statik stimmen.

Wann braucht man eine Genehmigung?

Schon beim Aussuchen des Häuschens gilt es einiges zu beachten. Je nach Bundesland brauchen Sie abhängig von Größe, Nutzung und Stellplatz eine Baugenehmigung. Ein Blick in die Landesbauordnung ist unerlässlich. Um sicherzugehen, ob die Gemeinde nicht noch eigene zusätzliche Auflagen hat, sollten Sie sich beim örtlichen Bauamt erkundigen. Die Beratung im Bauamt ist kostenlos und verbindlich. Am besten nehmen Sie die Planzeichnungen für die Hütte und einen Grundriss des Grundstücks mit. Da Gartenhäuser gerne an den Rand des Grundstücks gestellt werden, beziehen Sie auch Ihre Nachbarn in Ihre Planungen mit ein.

Welche Wandstärke für welches Gartenhaus?

Abhängig von Standort und Einsatzzweck sollten Sie die richtige Wandstärke wählen. Die meisten angebotenen Blockbohlenhäuser sind in Stärken von 19 bis 100 Millimetern erhältlich. Mit 18 bis 19 Millimetern starken Nut- und Federbrettern können Sie beispielsweise einen Geräteschuppen bauen. Dient das Häuschen als Rückzugsort für Familie und Freunde, greifen Sie auf dickere Wandstärken ab 40 Millimeter zurück. Das gilt auch für Gartenlauben, die stark dem Wind und Wetter ausgesetzt sind.

Welche Materialien braucht man?

Wenn Sie Ihr Gartenhaus aus Holz selbst bauen möchten, benötigen Sie folgende Materialien:

  • Für das Fundament
    Kies, Splitt, Sand, Beton
  • Für die Hütte
    Gerüstbalken, Balkenschuhe, Dachpappe, Kanthölzer, Latten, Leisten, Grobspanplatten, Metallwinkel.
    Wenn das Material unbehandelt ist, sollten Sie zusätzlich an Holzlack oder eine andere Imprägnierung denken.
    Verwenden Sie Ihr Gartenhaus nicht nur zur Aufbewahrung von Gartengeräten, sollten Sie zusätzlich Dämmmaterial wie Mineralwolle kaufen.
  • Werkzeuge
    Darüber hinaus benötigen Sie auch die entsprechenden Werkzeuge wie Bohrer, Schrauber, Sägen, Hämmer, Leiter, Messwerkzeuge sowie einen Betonmischer. Das meiste davon können Sie sich im Baumarkt oder Fachhandel ausleihen.

Wie teuer ist ein Gartenhaus?

Wichtig ist, welche Anforderungen das Gartenhaus später erfüllen soll (Geräteschuppen, Wochenend- oder Ferienhäuschen). Planen Sie neben dem Nutzen auch das Budget. Eine einfache Holzhütte gibt es für ein paar hundert Euro. Je höher die Ansprüche an Größe und Komfort sind, desto höher ist der Preis. Sie können teilweise bis zu 10.000 Euro ausgeben.

Wo steht die Gartenhütte am besten?

So wichtig die Wirkung der Gartenhütte ist, bei der Standortauswahl sollten Heimwerker auch die Haltbarkeit berücksichtigen. Die Gartenhütte muss auch vor anhaltender Feuchtigkeit geschützt werden, da sonst das Holz schneller angegriffen wird. Ein Platz in der Sonne ist also besser als ein schattiges Örtchen mit großem Baumbestand.

Braucht das Gartenhaus ein Fundament?

Ist der Platz für die Hütte gefunden, können Sie mit dem Fundament loslegen. Abhängig von der Boden- und Geländebeschaffenheit sowie der Grundfläche des Gartenhauses kann die Gründung mit einer Betonplatte, einem Streifenfundament oder auf Gehwegplatten erfolgen. Wichtig ist, dass die unterste Holzschwelle oder die Pfosten sich nicht im Erdreich befinden und gegen aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden abgesichert sind. Ein Streifen Teerpappe als Sperrschicht kann abdichten.

Um das Fundament für Gehwegplatten anzulegen, muss der Boden zunächst etwa 25 Zentimeter ausgehoben werden. Die Grube füllen Sie mit grobem Splitt, der anschließend verdichtet wird. Damit die Steinplatten eben liegen, werden sie in eine Schicht aus feinem Kies oder Sand gebettet. Bei einem Streifenfundament werden nur die Außenwände auf Betonstreifen gestellt. Für die Streifen muss der Beton allerdings etwa 60 Zentimeter tief gegossen werden.

Um für den restlichen Untergrund sicherzustellen, dass der Boden des Häuschens dauerhaft trocken bleibt, entfernen Sie vorher den Rasen, decken Sie das Erdreich mit einer Kunststofffolie ab und sorgen Sie für eine gute Belüftung des Raums zwischen Erdreich und Boden des Gartenhauses. Dafür sinnvoll sind zum Beispiel die Hohlräume zwischen den Balken, die als Unterlage für die Bodenbretter dienen. Verschließen Sie diese vollständig, sonst kann die Feuchtigkeit nicht abziehen – Schimmel droht.

Blockbohlen einfach zusammensetzen

Für die eigentliche Konstruktion, also die Blockbohlen oder die Pfosten des Häuschens, eignet sich besonders Fichte als preiswertes Holz. Bei der Außenbekleidung hingegen gibt es eine Palette an möglichen Holzarten – von Lärche über Kiefer bis hin zu Douglasie. Bei den meisten Fertigbausätzen handelt es sich um Blockbohlenhäuser. Hierbei stecken Sie die einzelnen Holzbretter einfach ineinander. Je nach Dicke der Bohlen greifen ein bis drei Nuten ineinander. So bleibt das Haus auch dicht, wenn sich das Material setzt.

Ein großes Problem bei Holzhäusern sind nämlich Setzungserscheinungen. Durch Temperaturschwankungen und das Eindringen von Feuchtigkeit schwindet das Material oder es quillt auf. Damit Tür und Fenster nicht irgendwann klemmen, sollten bei den übereinander geschichteten Blockbohlen oben einige Zentimeter Luft gelassen werden. Der Bundesverband Farbe, Gestaltung, Bautenschutz in Frankfurt am Main rät zu einem ausreichend großen Dachüberstand. Der Vorteil: Je größer der Dachüberstand ist, umso mehr ist das darunterliegende Wandbauteil vor Witterungseinflüssen geschützt.

Was muss man beim Anstrich beachten?

Um Schimmel und Fäulnis bei Holzgartenhäusern vorzubeugen, ist es ratsam, die Einzelteile mit einer Grundierung zu behandeln, die das Holz gegen Feuchtigkeit und andere Witterungseinflüsse schützt. Damit die Grundierung auch alle Ritzen erreicht, sollten Sie sie vor dem Aufbau auftragen. Der endgültige Anstrich kann dann am fertig gebauten Häuschen erfolgen.

Für die Beleuchtung oder den Anschluss elektrischer Gartenwerkzeuge braucht die Gartenhütte einen Stromanschluss. Zwar gibt es im Baumarkt entsprechende Erdkabel für den Stromanschluss im Außenbereich, diese müssen aber von einem Fachmann verlegt, angeschlossen und abgesichert werden.

Gartenhaus aus Holz oder Kunststoff?

Holz ist im Vergleich zu Kunststoff ein relativ teures Material. Zudem brauchen Häuschen aus Holz regelmäßige Schutzanstriche mit einem speziellen Lack – dadurch gibt es zusätzlich Folgekosten. Im Gegensatz zu Modellen aus Kunststoff sind die Geräteschuppen aus Holz aber auch wesentlich robuster und langlebiger. Zudem integrieren sich Bauten aus natürlichen Materialien besser in den Garten als künstliche.

Wenn Sie Ihr Gartenhaus allerdings nur zum Aufbewahren von Gartengeräten nutzen, können Sie auch auf eine Variante aus Kunststoff zurückgreifen.

Mehrwert für das Dach

Bei vielen Bausätzen wird als Dachbedeckung bestenfalls Dachpappe mitgeliefert. Zusätzliche Schindeln oder Wellplatten sehen nicht nur besser aus, sie sind auch standhafter bei Wind und Wetter. Wer zusätzlich noch eine Regenrinne anbringt, kann das Wasser vom Dach in einer Regentonne oder Zisterne sammeln und zum Bewässern nutzen.

Braucht das Gartenhaus eine Versicherung?

Wer auf seinem Grund und Boden ein Gartenhaus baut, muss das Häuschen in der Regel nicht extra versichern. Nebengebäude auf einem Grundstück seien über die Wohngebäudeversicherung mitgeschützt, erklärt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Das bezieht sich zunächst nur auf die Bausubstanz. Die Innenausstattung des Gartenhäuschens wiederum sei meist über die Hausratversicherung abgedeckt.

Besitzer eines Schrebergartens sollten dagegen mit ihrem Versicherer abklären, ob der dorthin ausgelagerte Hausrat mit versichert ist. In jedem Fall ist eine Wohngebäudeversicherung auf dem Gartengrundstück nicht mehr wirksam, erklärt die Verbraucherzentrale. Für Lauben in Schrebergärten gäbe es jedoch spezielle Versicherungsangebote.

Gartenhaus Schritt-für-Schritt selbst bauen

Wenn Sie Ihr Gartenhaus selbst bauen möchten, sind folgende Schritte nötig:

  1. Fertigen Sie eine Skizze mit den exakten Messdaten für Ihr Gartenhaus an.
  2. Graben Sie einen Bereich für das Fundament aus.
  3. Errichten Sie ein Betonfundament.
  4. Positionieren Sie die Pfosten in Balkenschuhen in den Boden beziehungsweise das Fundament.
  5. Montieren Sie waagerechte Stützbalken auf den Pfosten.
  6. Montieren Sie waagerechte Balken zwischen den Pfosten in der Höhe von knapp 50 Zentimetern. Achtung: An der Stelle, an der sich später die Tür befinden soll, wird kein waagerechter Balken befestigt. 
  7. Sichern Sie die waagerechten Balken zusätzlich mit Metallwinkeln.
  8. Bauen Sie aus Dachsparren und Balken das Gerüst für das Dach. Achten Sie dabei darauf, dass die Sparren eine unterschiedliche Höhe haben, damit das Dach später abschüssig ist und Regenwasser abfließen kann.
  9. Montieren Sie die Grobspanplatten auf das Gerüst.
  10. Befestigen Sie die Dachpappe auf den Platten.
  11. Setzen Sie das Dachgerüst auf die Pfosten und befestigen Sie dieses mit Schrauben.
  12. Durch Metallwinkel sichern Sie die Konstruktion zusätzlich.
  13. Für die Wandbekleidung montieren Sie die Bretter an den Pfosten. Sparen Sie allerdings bestimmte Bereiche für die Tür und das Fenster aus. Die Bretter sollten bündig anliegen. Durch kleine Spalte könnte sonst später Feuchtigkeit in die Hütte dringen. 
  14. Befestigen Sie die Scharniere für die Tür.
  15. Montieren Sie die Tür.
  16. Tragen Sie den Holzschutz auf.

Abschließend können Sie im Inneren des Häuschens noch das Dämmmaterial anbringen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • eigene Recherche
  • Obi
  • selbst.de
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen


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