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Maikäferlarven: Wann sollte man sie bekämpfen?


Maikäferlarven: Wann sollte man sie bekämpfen?


Aktualisiert am 22.05.2022Lesedauer: 4 Min.
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Feldmaikäfer: Auffällig sind bei diesem Insekt (Melolontha melolontha) vor allem die Fühler.Vergrößern des Bildes
Feldmaikäfer: Auffällig sind bei diesem Insekt (Melolontha melolontha) vor allem die Fühler. (Quelle: nechaev-kon/getty-images-bilder)

Obwohl sie Flügel haben, fliegen sie nur sehr schwer und langsam – dabei ist ein lautes Brummen zu hören. Kurios ist bei diesem Insekt auch, dass es nur sehr kurz lebt.

Der Maikäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer. Er kommt vor allem in Laubwäldern in Mittel- und Nordeuropa vor – beispielsweise in Süddeutschland. Allerdings ist noch zu unterscheiden, um welche Art es sich handelt: So kommen in Norddeutschland vor allem Feld-Maikäfer (Melolontha melolontha) und im Süden und Nordwesten eher Wald-Maikäfer (Melolontha hippocastani) vor.

Ein Massenbefall des Wald-Maikäfers kann zum Absterben eines ganzen Waldgebietes führen. Der Feld-Maikäfer ist weniger schädlich.

Unterscheidungshilfe

Bei dem Feld-Maikäfer ist das Halsschild schwarz gefärbt. Bei einem Wald-Maikäfer ist dieser Teil des Körpers eher braun, so Heiko Bellmann, Autor des Buches "Welches Insekt ist das?".

Maikäfer Steckbrief: Aussehen und Besonderheiten

Maikäfer können im ausgewachsenen Zustand bis zu drei Zentimeter groß werden. Dabei ist der Feld-Maikäfer etwas größer als der Wald-Maikäfer. Ihre Flügel sind braun, das Halsschild schwarz und die Seiten schwarz-weiß gefleckt. Sie haben sechs Beine und werden maximal zwei Monate alt.

Ihr Flug wirkt oft sehr schwerfällig und langsam. Dabei ist ein lautes Brummen zu hören.

Besondere Fühlerform

Die Fühlerform ist bei diesen Insekten ganz besonders: Sie weiten sich an den Enden und weisen eine charakteristische Lamellenform auf. Dabei sind die Fühler der männlichen Maikäfer deutlich größer als die der Weibchen. Zudem haben die Männchen sieben Blättchen je Fühler – ihre weiblichen Artgenossen besitzen nur sechs. Eine außergewöhliche Fühlerform ist bei allen Tieren der Blattahornkäferfamilie vorhanden.

Auf den Fühlern befinden sich zusätzlich noch Geruchssensoren, welche als Riechorgan dienen. Männchen haben davon bis zu 50.000 und Weibchen knapp 8.000.

Sind Maikäfer gefährlich?

Maikäfer können zu gravierenden Fraßschäden an Blumen, Bäumen und am Rasen führen. Meistens erholen sich die Pflanzen nach einer bestimmten Zeit von diesem Befall wieder. Ist die Plage allerdings zu groß und dauert sie zu lange, können bleibende Schäden am geliebten Grün zurückbleiben.

Für Menschen sind die großen Käfer nicht gefährlich.

Maikäfer bekämpfen

Um einem Kahlfraß im Garten vorzubeugen, sollten Sie vor allem die Engerlinge, also die Larven des Käfers, bekämpfen. Sie leben im Boden und ernähren sich hier von Wurzeln, Knollen und Blumenzwiebeln. Es ist daher schwierig, eine starke Ausbreitung der Larven rechtzeitig zu erkennen. Indizien gibt vor allem der Zustand der Pflanzen – ihnen sind die Schäden an ihren Wurzeln schnell anzusehen: Rosen gehen ein, auf dem Rasen bilden sich gelbe Bereiche, Zwiebelblumen verlieren an Kraft und gehen ebenfalls ein.

Wenn Sie einen Verdacht haben, dass sich Engerlinge in Ihrem Garten befinden, sollten Sie die Erde nahe der Wurzeln leicht umgraben oder die Zwiebeln vorsichtig ausgraben. Bestätigt sich Ihre Vermutung, sollten Sie wie folgt vorgehen:

  1. Holen Sie die Pflanzen aus der Erde und befreien Sie die Zwiebeln, Knollen und Wurzeln von den Engerlingen.
  2. Sammeln Sie die Engerlinge in einer verschließbaren Schüssel, damit sie sich nicht wieder im Erdreich verstecken können.
  3. Setzen Sie die befallenen Pflanzen in mehrere Kübel. Würden Sie sie an eine andere Stelle ins Beet pflanzen, könnten sich Engerlinge, die sich im Pflanzeninneren versteckt haben, hier ebenfalls ausbreiten. In einem Kübel können Sie einen möglichen, erneuten Befall schneller erkennen und eindämmen.
  4. Lockern Sie die befallene Erde gut auf und fräsen Sie diese gut durch.
  5. Lassen Sie die Erde vollständig austrocknen. Hierfür eignet sich am besten die direkte Sonneneinstrahlung.

Bei einer massenhaften Verbreitung der Engerlinge in Ihrem Garten können Sie Nematoden einsetzen. Die Fadenwürmer befallen die Engerlinge, die dadurch sterben.

Tipp
Sie können einem Befall vorbeugen, indem Sie Ihren Garten regelmäßig umgraben und Ihren Rasen vertikutieren.

Wie lange dauert es vom Engerling zum Maikäfer?

Maikäfer haben einen kurzen Lebenszyklus – er ist nur auf die einmalige Vermehrung ausgelegt. Ist die Begattung abgeschlossen, sterben die Männchen. Die Weibchen indes fliegen das Erdreich an, um dort bis zu 80 Eier abzulegen – danach sterben auch sie. Im Erdinneren wachsen die Larven heran, die bei Maikäfern auch als Engerlinge bezeichnet werden.

Die Larven schlüpfen nach vier bis sechs Wochen – meist ab Ende April – und leben drei bis vier Jahre im Boden versteckt weiter. Währenddessen ernähren Sie sich hauptsächlich von abgestorbenen Pflanzenteilen und Wurzeln. Im letzten Jahr verpuppen sich die Engerlinge und schlüpfen aus der Puppe im Herbst.

Nach dem letzten Frost fangen die Maikäfer an zu fliegen. Die laut brummenden Tiere stürzen sich zum Fressen direkt auf die frischen Blätter. Die Hauptflugzeit der Maikäfer ist von Ende April bis Mitte Juni. Nach wenigen Wochen kommt es erneut zur Paarung.

Artverwandte des Maikäfers

Die Familie der Blatthornkäfer zählt knapp 220 unterschiedliche Arten. Die Bekannteste unter ihnen ist der Feld-Maikäfer. Dieser wird oft mit einer ähnlichen Art verwechselt, dem Wald-Maikäfer. Er wird zwischen 2,2 bis 2,6 Zentimeter groß und ist überwiegend in Nord- und Ostdeutschland zu Hause. Der entscheidende Unterschied zwischen beiden Käfern ist der Hinterleib. Es ist beim Feld-Maikäfer schmaler und länger als beim Wald-Maikäfer.

Maikäfer haben viele natürliche Feinde wie Vögel, Wildschweine, Igel, Fledermäuse und Marder. Auch Maulwürfe und Spitzmäuse ernähren sich gerne von den Larven des Käfers.

Da Maikäfer sehr eiweißreich sind, wurden Sie im Mittelalter auch von Menschen gegessen. Entweder wurde aus Maikäfern Suppe gekocht oder kam als gezuckerte Nachspeise auf den Tisch.

Geschichte der Maikäfer

Da die Larven des Maikäfers große Schäden anrichten, wurden die Insekten lange Zeit bekämpft. Erst recht, als es zwischen den 1930er- und 1950er-Jahren zu einer mysteriösen Massenvermehrung der Insekten kam. Für die Bekämpfung wurde das Insektizid DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) verwendet, das seit den 1970er-Jahren verboten ist. Allerdings sank die Population des Maikäfers hierdurch stark, sodass er teilweise kaum noch anzutreffen war. Erst langsam erholte sich die Population des Insekts wieder.

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Heiko Bellmann: "Welches Insekt ist das?", ISBN 978-3-440-16444-0
  • Planetopia.de
  • hausgarten.net
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