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Ackerschachtelhalm (Zinnkraut) im Garten bekämpfen

Lästiges Zinnkraut  

Wie Sie den Ackerschachtelhalm im Garten erfolgreich bekämpfen

08.08.2019, 10:32 Uhr | rw, jb, t-online

Ackerschachtelhalm (Zinnkraut) im Garten bekämpfen. Ackerschachtelhalm im Garten (Quelle: imago images/Manfred Ruckszio)

Unkraut: Unter günstigen Bedingungen breitet sich Ackerschachtelhalm im Garten rasant aus. (Quelle: Manfred Ruckszio/imago images)

Wer dieses Unkraut im Garten hat, ist wahrlich nicht zu beneiden: Ackerschachtelhalm quält den Hobbygärtner, indem er sich extrem schnell ausbreitet und kaum zurückdrängen lässt. Die kurzfristige Bekämpfung der auch als Zinnkraut bekannten Pflanze ist schwierig bis unmöglich. Langfristig jedoch gibt es ein paar wirksame Tipps gegen Ackerschachtelhalm im Garten.

Viele Gartenbesitzer rücken dem Unkraut mit Herbiziden zu Leibe. Doch diese scheinbar effektive und bequeme Methode wirkt nicht dauerhaft. Schnell kommen die hartnäckigen Pflanzen wieder durch.

Ackerschachtelhalm bekämpfen: Nur ein Mittel wirkt

Auch andere kurzfristige Lösungen wie Ausreißen oder Ausgraben sind langfristig kaum erfolgversprechend. Die Wurzelausläufer von Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) – Rhizome genannt – reichen weitverzweigt bis zu zwei Meter tief in den Boden hinein. Man müsste etwa vier Kubikmeter Erde umgraben und sorgfältig alle Pflanzenteile darin herauspicken, um eine einzige Pflanze dauerhaft loszuwerden. Das tut sich niemand freiwillig an.

Stattdessen sollte man dem Unkraut die Lebensgrundlage entziehen. Zinnkraut gedeiht vor allem in feuchten, nährstoffarmen und leicht sauren Böden. Er gilt sogar als Zeigerpflanze für staunasse, lehmige bis tonige Erde.

Boden auflockern gegen Staunässe

Eine häufige Ursache für Staunässe ist ein zu stark verdichteter Boden. Um ihn aufzulockern, sollte man ihn regelmäßig umgraben und ein wenig Sand untermischen. Diese Methode wird unter anderem auch von Landwirten gegen die Pflanze angewandt. Auch die Zugabe von Torf oder Kompost kann helfen, weil sie für eine bessere Drainage sorgt.

Ergänzend kann man auch Lupine pflanzen. Die imposanten Blütentrauben der pflegeleichten Pflanzen sind nicht nur äußerst dekorativ. Ihre Wurzeln lockern auch den Boden auf und verschlechtern dadurch auf Dauer die Bedingungen für Ackerschachtelhalm. Auch Maiglöckchen und andere rhizombildende Pflanzen können dabei helfen, das Zinnkraut zu verdrängen.

Ackerschachtelhalm mag keine stickstoffreichen Böden

Kompost wirkt sogar doppelt, denn er führt dem Boden zugleich reichlich Nährstoffe zu – insbesondere Stickstoff. Das stärkt die erwünschten Pflanzen und verschlechtert die Lebensbedingungen für Zinnkraut. Alternativ kann man auch Hornspäne oder stickstofflastige Langzeitdünger für die Nährstoffzufuhr einsetzen. Zusätzlich können Sie eine Gründüngungen durchführen, die den Boden lockert. Lupinen sind hierfür ideal. Sie verdrängen das Zinnkraut weitestgehend.

Unter günstigen Bedingungen breitet sich Ackerschachtelhalm im Garten rasant aus. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)Unter günstigen Bedingungen breitet sich Ackerschachtelhalm im Garten rasant aus. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kalken kann gegen das Zinnkraut helfen

Ist der Boden zu sauer, sollte man ihn maßvoll kalken. Dadurch erhöht sich der pH-Wert, Säuren werden neutralisiert. Allerdings sollte man sich vor dem Kalken vergewissern, ob der Boden wirklich zu sauer ist. Nur dann bringt die Kalk-Kur auch etwas. Auskunft über den pH-Wert gibt eine Bodenanalyse.



Meist liegt der ideale pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5, es gibt aber auch Pflanzen, die ebenso wie Ackerschachtelhalm leicht sauren Boden bevorzugen – Rhododendren zum Beispiel. Sie würden das Kalken deshalb nicht vertragen. Im Einzelfall sollte man sich im Gartenfachhandel beraten lassen, ob man durch eine Kalkgabe womöglich Schaden anrichtet.

Ackerschachtelhalm erkennen

Das Zinnkraut hat viel Ähnlichkeiten zu bestimmten giftigen Schatelhalmarten beispielsweise dem Sumpfschatelhalm. Um es zu erkennen, sollten Sie auf bestimmte Merkmale achten:

  • Die Sporentriebe sind braun. Sie sind im Frühjahr zu sehen. 
  • Die Triebe sind grün. Sie bilden sich ab Ende Mai / Anfang Juni.
  • Die Sprossen sind braun.
  • Die Blätter sind nadelförmig.
  • Ackerschachtelhalm wächst auf Äckern und Wiesen. Das giftige Sumpfschachtelhalm bevorzugt sumpfingen Boden und Gewässer.

Vergleich Ackerschachtelhalm (links) und Sumpfschachtelhalm (rechts): Beim Ackerschachtelhalm sind die Stängelscheiden des Haupttriebes sind kürzer als das länger erste Glied des Seitentriebes. Beim Sumpfschachtelhalm ist es umgekehrt. (Quelle: imago images/blickwinkel)Vergleich Ackerschachtelhalm (links) und Sumpfschachtelhalm (rechts): Beim Ackerschachtelhalm sind die Stängelscheiden des Haupttriebes sind kürzer als das länger erste Glied des Seitentriebes. Beim Sumpfschachtelhalm ist es umgekehrt. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Ackerschachtelhalm als Tee oder Konzentrat

Zinnkraut ist nicht giftig. Ihm werden sogar heilende Eigenschaften nachgesagt, weshalb es häufig Anwendung in der Naturheilkunde findet. Auch als Dünger wird Ackerschatelhalm verwendet. 

Achten Sie beim Ernten der Triebe und Blätter darauf, dass diese gesund aussehen. Pflanzenteile mit braunen, gelben oder hellen Stellen sollten Sie meiden. Punkte können auf einen Pilzbefall hindeuten.

Ackerschachtelhalm ist reich an Kieselsäure. Besonders bei jungen Trieben ist diese leicht löslich – ein Teeaufguss ist daher ideal dafür. Es kann Osteoporose vorbeugen. 

Tee-Rezept

  1. Geben Sie dafür einen Teelöffel getrocknete und klein gehackte Triebe in eine Tasse.
  2. Gießen Sie das Kraut mit kochendem Wasser auf.
  3. Lassen Sie alles etwa sieben Minuten ziehen.

Ackerschatelhalm kann auch als Konzentrat äußerlich angewendet werden. Es soll gegen juckende Ekzeme helfen. 

  1. Geben Sie etwa 10 bis 15 Gramm getrockneten, klein gehackten Ackerschatelhalm sowie 100 Milliliter Wasser in einen kleinen Topf.
  2. Lassen Sie alles kurz aufkochen.
  3. Legen Sie den Deckel auf den Topf und lassen Sie alles für etwa 10 bis 15 Minuten leicht weiter köcheln.
Verwendete Quellen:
  • eigene Recherche

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