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Warum die Quitte einen Platz im Garten verdient

In Vergessenheit geraten  

Warum die Quitte einen Platz im Garten verdient

24.09.2019, 14:29 Uhr | Melanie Öhlenbach, dpa

Warum die Quitte einen Platz im Garten verdient. Ein Quittenbaum: Anhand der Fruchtform wird in Apfel- und Birnenquitten unterschieden. Aber der Unterschied im Geschmack beträgt nur Nuancen. (Quelle: Getty Images/ Michael Kneffel)

Ein Quittenbaum: Anhand der Fruchtform wird in Apfel- und Birnenquitten unterschieden. Aber der Unterschied im Geschmack beträgt nur Nuancen. (Quelle: Michael Kneffel/Getty Images)

Die Quitte gehört zu den ältesten Obstarten, ist heute jedoch nahezu in Vergessenheit geraten. Dabei spricht einiges für einen Quittenbaum im Garten.

Wenn die ersten Quitten reif sind, ist die Erntezeit eigentlich schon fast vorbei: Die gelben, filzig behaarten Früchte gehören zu den letzten der Saison. Doch nur selten erfüllt der süße Quittenduft heute noch die Gärten. "Äpfel und Birnen, aber auch Kirschen und Pflaumen sind wesentlich beliebter", sagt Oliver Fink vom Verband der GartenBaumschulen in Haan (NRW). Zu unrecht: Quittenbäume sind pflegeleicht und die Frucht lässt sich vielseitig verwenden.

Durch ihren markanten, eher strauchartigen Wuchs bleiben die Bäume eher klein – perfekt für ebenso kleine Gärten. Die harten, dunkelgrünen Blätter und die dunkle, gepunktete Rinde des Baumes machen sie nicht nur in den Sommermonaten attraktiv.

Aus ihren duftenden, weiß-rosa Blüten entwickeln sich sehr wahrscheinlich auch Früchte: "Die Quitte blüht später als Apfel und Birne und ist darum nicht spätfrost-gefährdet", sagt Thea Carlin, Chefgärtnerin der Königlichen Gartenakademie in Berlin.

Widerstandsfähiger als Apfel und Birne

Der Quittenbaum ist außerdem sehr robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. "Quitten sind bedeutend widerstandsfähiger als die eng mit ihnen verwandten Äpfel und Birnen", sagt Heinrich Beltz von der Niedersächsischen Gartenakademie. Ein häufiges Problem in feuchten Lagen und in feuchten Sommern sind Blattflecken, die zum Verlust von Blättern führen können.

Dagegen können Sie nur wenig tun, so der Experte. "Wenn möglich sollte man das kranke Laub entfernen und über die Biotonne entsorgen, damit im Folgejahr weniger Infektionspotenzial da ist." Fungizide im Hausgarten einzusetzen, empfiehlt er nicht.

Schon mit beziehungsweise kurz nach der Erntezeit beginnt auch die Pflanzzeit für neue Quittenbäume, die wurzelnackt verkauft werden – von Oktober bis März, solange der Boden nicht gefroren ist. Topfpflanzen können das ganze Jahr über gesetzt werden, wenn die Temperaturen unter 30 Grad liegen. "Bei zu viel Hitze und Trockenheit bekommen die Bäume gelbe Blätter und können eingehen", erklärt Fink.

Feuchter, aber nicht nasser Boden wird bevorzugt

An den Standort stellt die Quitte keine besonderen Ansprüche. Während der Wachstumszeit braucht sie es sonnig und warm, im Winter eher mild. "Zu starke Frostlagen verträgt die Quitte nicht", erklärt Beltz. Der Boden sollte leicht feucht, aber nicht nass sein. Und: Nicht jede Sorte kommt mit allzu kalkhaltiger Erde zurecht.

Die Quitte gehört zur Familie der Rosengewächse. Sie ist die einzige Vertreterin der Gattung Cydonia. Der botanische Name Cydonia oblonga hängt laut Chefgärtnerin Carlin mit dem lateinischen Mela cydonia zusammen: auf deutsch bedeuten die Worte "Apfel aus Kreta".

Im alten Griechenland ein Symbol für Fruchtbarkeit

"Die Quitte war im alten Griechenland die heilige Frucht der Aphrodite und stand für Fruchtbarkeit und ein langes Leben. Die Römer sollen bei der Besatzung von Kreta die Quitten mit ins Römische Reich genommen und so zum großflächigen Anbau beigetragen haben", berichtet Carlin. Schon vor 6.000 Jahren sollen Quitten angebaut worden sein – sie gehört damit wohl zu den ältesten wildwachsenden Früchten.

Man unterscheidet Apfel- und Birnenquitten, der Geschmacksunterschied macht nur Nuancen aus. Zu den klassischen Apfelquitten gehört die "Riesenquitte von Leskovac". Ihr Fleisch verfärbt sich beim Kochen nicht rötlich, sondern bleibe weiß, berichtet Carlin. Wer vorwiegend Quittensaft machen möchte, dem empfiehlt sie die Birnenquitte "Ronda".
 

 

Fleischbräune mit Kalzium vorbeugen

Ein Problem an Quitten ist die Fleischbräune – eine Störung, die nicht gesundheitsschädlich ist. Sie geht auf eine unregelmäßige Wasser- und Nährstoffaufnahme zurück, die bei wechselhaftem Wetter nach der Blüte auftrete. Zusätzlich zu einer ausgeglichenen Versorgung rät die Gartenakademie Rheinland-Pfalz, zur Vorbeugung Kalziumpräparate zu spritzen sowie die Früchte frühzeitig zu ernten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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