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Bußgeld droht: Hier darf der Weihnachtsbaum nicht ins Freie gesetzt werden

Bußgeld droht  

Deshalb darf der Weihnachtsbaum nicht ins Freie gesetzt werden

13.01.2020, 18:30 Uhr | dpa, t-online.de, ron

Bußgeld droht: Hier darf der Weihnachtsbaum nicht ins Freie gesetzt werden. Nordmanntanne im Topf: Ist es erlaubt, den Baum nach dem Weihnachtsfest in die freie Natur zu verpflanzen? (Quelle: dpa/Inga Kjer)

Nordmanntanne im Topf: Ist es erlaubt, den Baum nach dem Weihnachtsfest in die freie Natur zu verpflanzen? (Quelle: Inga Kjer/dpa)

Weihnachtsbäume dürfen genauso wenig wie andere Gartenabfälle im Freien, in der Natur oder auf der Straße entsorgt werden, weil das der Umwelt schadet. Es drohen hohe Bußgelder.

Viele Weihnachtsbäume sollen die Chance auf ein zweites Leben nach dem Fest bekommen. Stichwort: Nachhaltigkeit. Deshalb kaufen immer mehr Verbraucher ein Bäumchen mit Wurzelballen im Topf, um es nach den Feiertagen ins Freie zu setzen. Aber ist es rechtlich erlaubt, den Weihnachtsbaum in den eigenen Garten, den öffentlichen Park oder im Wald einzupflanzen?

Im Kleingartenverein meist verboten

Wer ein Privatgrundstück besitzt, darf im Prinzip auf diesem Gelände einen Baum pflanzen. Hierbei ist zu beachten, dass jedes Bundesland ein eigenes Nachbarschaftsrecht hat. Das regelt, welche Strauch- und Baumarten wie nah am Zaun stehen dürfen und wie weit Pflanzen einer bestimmten Höhe von der Grundstücksgrenze weg gepflanzt werden müssen.

Bei einem gemieteten oder gepachteten Garten ist die juristische Lage noch etwas komplizierter. Hier empfiehlt es sich, zuvor das Einverständnis des Eigentümers einzuholen. Wenn Sie Mitglied in einem Kleingartenverein sind, ist das Pflanzen von Nadelbäumen wie Tannen, Zeder, Kiefern, Wacholder oder Scheinzypressen aber generell verboten.

Verpflanzen kann Umwelt schaden

Auch wenn Sie als Anwohner Ihre betongraue Straße mit einem selbst gepflanzten Bäumchen aufhübschen möchten, ist das nicht erlaubt. Dasselbe gilt für das Verpflanzen eines jungen Bäumchens in öffentliche Parks oder Wälder. Der Grund: Es kann der Umwelt schaden. Nicht im Wald heimische Pflanzen bringen seinen Nährstoffhaushalt aus dem Gleichgewicht, erläutert die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Zudem warnen die Naturschützer davor, die Winterruhe im Wald zu stören, Pflanzen niederzutreten oder zu überfahren.

Weihnachtsbaum: An diese Stelle sollte er nicht verpflanzt werden. Sonst droht ein Bußgeld. (Quelle: imago/Stefan Zeitz)Weihnachtsbaum: An diese Stelle sollte er nicht verpflanzt werden. Sonst droht ein Bußgeld. (Quelle: imago/Stefan Zeitz)

Diese hohen Bußgelder drohen

Wer seinen Weihnachtsbaum – mit oder ohne Wurzelballen – illegal entsorgt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Wie hoch das ausfällt, ist regional unterschiedlich. Im Saarland zum Beispiel droht für das illegale Entsorgen eines Weihnachtsbaums ein Bußgeld von bis zu 300 Euro. Werden mehrere Tannen unerlaubt entsorgt, sind in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen bis zu 500 Euro zu zahlen.

Keine Pflanzenteile und organische Abfälle

Was für ausgediente Weihnachtsbäume gilt, zählt auch für Abfälle durch Gartenarbeiten im Sommer. Sie können teilweise noch Samen nicht heimischer Pflanzenarten enthalten. Wenn die Samen im Wald abgelegt werden und dort austreiben, können sie die lokalen Pflanzen verdrängen. Das beeinträchtigt auch hier das gesamte Ökosystem. Daher sollten Gartenabfälle auf dem Kompost oder in der entsprechenden Tonne für Grünabfälle landen.

Die Bußgelder für illegales Entsorgen von pflanzlichen Abfällen ist nach der Menge (Eimer, Pkw-Kofferraum, Lkw-Fuhre und alles darüber) gestaffelt und regional unterschiedlich. Bis zu 2.500 Euro Bußgeld sind möglich.

Nachhaltiger Bring- und Abholservice

Einige Baumschulen bieten einen besonderen Service an: Nach dem Weihnachtsfest holt die Baumschule den Baum mit Wurzelballen wieder ab und pflegt ihn in Kaltgewächshäusern oder im Freien bis zur nächsten Weihnachtszeit. Gekaufte Weihnachtsbäume bekommen auf Wunsch ein Namensschild und können im Jahr darauf wieder an die Besitzer ausgeliefert werden.

Nach zirka drei bis vier Jahren sind sie mit bis zu 2,50 Meter zu groß für das Wohnzimmer und werden entweder im eigenen Garten oder aber in einem passenden Waldstück fachgerecht gepflanzt.

Tipp
Mehrere Organisationen und Projekte bieten in Deutschland eine Möglichkeit zum Bäumepflanzen an – für alle, die selbst kein eigenes Grundstück oder keinen Garten haben und trotzdem einen Beitrag zum Klimaschutz leisten möchten. Stiftung Warentest hat 2018 sogenannte Kompensationsagenturen untersucht. Von den gut bis sehr gut bewerteten Organisationen unterstützen zwei davon auch Baumpflanzprojekte.

Verwendete Quellen:

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