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Heimische Vögel: Diese Vogelarten kennen Sie noch nicht

Wer sitzt denn dort?  

Diese heimischen Vögel kennen Sie vielleicht noch nicht

Von Ron Schlesinger

22.11.2020, 08:46 Uhr
Heimische Vögel: Diese Vogelarten kennen Sie noch nicht. Eisvogel: Im Biosphärenreservat Mittelelbe in Sachsen-Anhalt kann man ihn beobachten. (Quelle: imago images/imagebroker)

Eisvogel: Im Biosphärenreservat Mittelelbe in Sachsen-Anhalt kann man ihn beobachten. (Quelle: imagebroker/imago images)

Amsel, Drossel, Fink und Star kennt wohl jeder. Aber wussten Sie, dass manch exotisch aussehender Vogel auch zu heimischen Arten gehört? Wir verraten, ob und wo diese jetzt zu beobachten sind.

Viele heimische Vögel sind leicht zu entdecken, andere zeigen sich eher selten. Fast allen gemeinsam ist, dass sie gern gesehene Nützlinge sind: in Gärten, aber auch in Wäldern und Parks. Denn sie vertilgen Schädlinge wie Raupen und Blattläuse. Zudem bringen die Singvögel unter ihnen mit ihrem Gezwitscher Stimmung in die Natur.

Doch vielen Gartenbesitzern oder Naturfreunden reicht es nicht, einheimische Vögel nur zu beobachten. Sie möchten die Vogelarten auch sicher erkennen und bestimmen  – und vor allem wissen, ob sie im Winter in Deutschland bleiben.

Was sind einheimische Vögel?

Alle Wildvögel, die in Deutschland brüten und ihren Nachwuchs aufziehen, zählen zu den einheimischen Vögeln. Je nachdem, ob die Vogelart im Herbst in den Süden zieht oder ganzjährig hier bleibt, unterscheidet man zwischen einem Zugvogel und Standvogel (auch: Jahresvogel). Zu letzterem zählen zum Beispiel die Tannenmeise und die Amsel.

Zudem gibt es die sogenannten Teilzieher, von denen nur ein Teil im Herbst in wärmere Regionen fliegt und im darauffolgenden Frühjahr zurückkehrt. Die bekanntesten Teilzieher hierzulande sind der Star und das Rotkehlchen.

Info
Wegen der globalen Erderwärmung bleiben einige Teilzieher immer öfter ganzjährig in Deutschland. Auch manche Zugvögel fliegen im Herbst nicht mehr nach Afrika oder Asien, sondern verbringen den Winter bereits im näher gelegenen Mittelmeerraum.

Welche Vogelarten gibt es in Deutschland?

Hierzulande gibt es circa 300 verschiedene Vogelarten. Davon brüten etwa 220 auch in Deutschland. In der biologischen Systematik werden die Vogelarten unter anderem in Familien unterteilt, zum Beispiel in Meisen, Sperlinge, Spechte oder Drosseln. Einige davon gehören wiederum zur Unterordnung der Singvögel.

Vogelzählung: Einmal im Jahr ruft der Naturschutzbund (Nabu) dazu auf, eine Stunde lang die Vögel im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. (Quelle: Naturschutzbund (Nabu)Vogelzählung: Einmal im Jahr ruft der Naturschutzbund (Nabu) dazu auf, eine Stunde lang die Vögel im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. (Quelle: Naturschutzbund (Nabu)

Welche Vögel bleiben im Winter bei uns?

Zu den Wintervögeln zählen vor allem die heimischen Stand- beziehungsweise Jahresvögel, die zum Großteil auch die kalte Jahreszeit in Deutschland verbringen. Dazu gehören zum Beispiel der Buntspecht, der Gimpel (auch: Dompfaff), der Grünfink, der Stieglitz (auch: Distelfink) oder der Zaunkönig. Der Lebensraum dieser Vögel sind Städte und Dörfer. Deshalb ist die Chance groß, dass Sie die eine oder andere Art im Park oder im Garten entdecken können.

Info
Es gibt auch sogenannte Invasionsvögel, die laut dem Naturschutzbund (Nabu) in manchen Wintern in großer Zahl aus dem Norden und Osten zu uns ziehen. Zwei Vertreter dieser Wintergäste sind der Erlenzeisig und der Seidenschwanz.

Fünf bekannte einheimische Vögel

Es gibt in Deutschland zahlreiche heimische Vogelarten, die fast jeder kennt. Das sind fünf besonders populäre.

Amsel

Amsel: Das Männchen ist schwarz gefiedert und besitzt einen gelben Schnabel. (Quelle: imago images/Reiner Bernhardt)Amsel: Das Männchen ist schwarz gefiedert und besitzt einen gelben Schnabel. (Quelle: Reiner Bernhardt/imago images)

Sie zählt zu den gefiederten Gästen, die Sie in Ihrem Garten wohl am häufigsten das ganze Jahr über beobachten können: die heimische Amsel. Mit ihrem braunen oder schwarzen Federkleid zählt sie eher zu den unauffälligeren Vögeln. Lesen Sie hier, warum die Amsel gern im Balkonkasten brütet.

Haussperling

Haussperling: Die Geschlechter unterscheiden sich äußerlich. Das Männchen ist bunter und etwas größer. (Quelle: imago images/imagebroker)Haussperling: Die Geschlechter unterscheiden sich äußerlich. Das Männchen ist bunter und etwas größer. (Quelle: imagebroker/imago images)

Im Unterschied zum Feldsperling gilt der Haussperling – auch Spatz genannt – zu den bekanntesten heimischen Vogelarten. Beide sind das ganze Jahr über hier zu beobachten, werden aber oftmals verwechselt, obwohl sie leicht auseinanderzuhalten sind. Denn nur Feldsperlinge tragen auf jeder Kopfseite einen grauschwarzen ovalen Wangenfleck. Dieser erinnert entfernt an Ohrenwärmer.

Blaumeise

Blaumeise: Am Futterhäuschen soll sie öfters ein wenig frech auftreten. (Quelle: imago images/BIA)Blaumeise: Am Futterhäuschen soll sie öfters ein wenig frech auftreten. (Quelle: BIA/imago images)

Von den in Deutschland sechs heimischen Meisenarten zählen die Kohlmeise und die Blaumeise zu den bekanntesten. Letztere ist an ihrem blauen Köpfchen, den weißen Wangen, der blauen Oberseite und der gelben Unterseite leicht zu erkennen. Ihre Schwester, die Kohlmeise, trägt dagegen ein schwarzes Köpfchen und wird mit bis zu 15 Zentimetern auch ein wenig größer. Beide sind Standvögel und daher immer bei uns zu sehen.

Elster

Elster: Sie ist im Garten ein ungern gesehener Gast. (Quelle: imago images/blickwinkel)Elster: Sie ist im Garten ein ungern gesehener Gast. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Wer in der DDR mit dem Kinder-Fernsehprogramm aufgewachsen ist, kennt natürlich Frau Elster mit ihrer schönen Halskette. In der freien Natur ist die zu den Rabenvögeln zählende Elster allerdings ohne Schmuck unterwegs. Hier setzt sie voll und ganz auf ihr schwarzweißes, elegantes Federkleid. Lesen Sie, weshalb der Standvogel dennoch unbeliebt ist.

Buchfink

Buchfink: Der Schnabel des Männchens ist im Frühjahr pastellblau, später hornfarben. (Quelle: imago images/imagebroker)Buchfink: Der Schnabel des Männchens ist im Frühjahr pastellblau, später hornfarben. (Quelle: imagebroker/imago images)

Er ist einer der farblich attraktivsten Vögel, wobei das Männchen – wie so oft im Tierreich – noch bunter ist als das Weibchen. So schimmert sein Gefieder von Weinrot über Grau bis Schwarz. Bei Frau Buchfink dominieren Beige- und Grüntöne. Vor allem die Männchen verzichten im Winter auf die Reise gen Süden. Sie bleiben in sogenannten "Junggesellentrupps" einfach zu Hause.

Fünf unbekannte einheimische Vögel

Neben den populären Vogelarten kommen in Deutschland auch heimische Vögel vor, die weniger bekannt sind. Sei es, weil sie so exotisch anmuten oder nur selten in unseren Breiten vorkommen.

Eisvogel

Eisvogel: Ein Weibchen mit Hecht als Beute im Biosphärenreservat Mittelelbe in Sachsen-Anhalt. (Quelle: imago images/imagebroker)Eisvogel: Ein Weibchen mit Hecht als Beute im Biosphärenreservat Mittelelbe in Sachsen-Anhalt. (Quelle: imagebroker/imago images)

2009 wurde er vom Nabu zum "Vogel des Jahres" gewählt: der Eisvogel. Mit seinem blau-orange schimmernden Federkleid zählt er zu den besonders auffälligen Vogelarten. Als sogenannter Standvogel bleibt er auch im Winter in Deutschland. Beobachten können Sie ihn mit viel Glück an naturnahen Bächen, Flüssen und Seen, aber auch an künstlichen Baggerseen und Teichen in Parks. Übrigens, er zählt auch wieder zu den Kandidaten für den "Vogel des Jahres 2021". Hier mehr erfahren.

Bienenfresser

Bienenfresser: Dem Zugvogel ist es im Winter in Deutschland zu kalt. (Quelle: imago images/Shotshop)Bienenfresser: Dem Zugvogel ist es im Winter in Deutschland zu kalt. (Quelle: Shotshop/imago images)

Man könnte wegen seines Aussehens vermuten, dass sein Zuhause der tropische Urwald ist. Doch weit gefehlt. Der Bienenfresser fühlt sich in Deutschland wohl – zumindest in den Sommermonaten. Ab Oktober verlässt der Zugvogel Mitteleuropa gen Afrika. Laut Nabu gibt es hierzulande nur wenige Paare, die in warmen Regionen in Rheinland-Pfalz, am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg und in Sachsen-Anhalt brüten. Seinen Namen verdankt er übrigens seiner Lieblingsspeise: Bienen.

Blaukehlchen

Blaukehlchen: Es ist etwa so groß wie ein Rotkehlchen. (Quelle: imago images/blickwinkel)Blaukehlchen: Es ist etwa so groß wie ein Rotkehlchen. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Das Rotkehlchen stiehlt ihm immer ein wenig die Show. Dabei sieht doch eine leuchtend blaue Kehle, die nur das Männchen trägt, auch ganz fesch aus. Im Garten werden Sie das putzige Blaukehlchen aber nicht entdecken. Der Zugvogel lebt meist versteckt in Schilfgebieten mit Weidengebüsch an Gewässern oder Gräben. Zu Hause fühlt er sich hierzulande auch in Mooren, Auwäldern oder an Berghängen mit einzelnen Sträuchern – aber nur im Sommer. Den Winter verbringt das Blaukehlchen in Afrika oder Asien.

Halsbandsittich

Halsbandsittich: Ein Männchen sonnt sich auf einem Baumast. (Quelle: imago images/McPhoto)Halsbandsittich: Ein Männchen sonnt sich auf einem Baumast. (Quelle: McPhoto/imago images)

Der Halsbandsittich, auch Kleiner Alexandersittich genannt, kommt ursprünglich aus Afrika und Asien. In den 1960er-Jahren büxte er hierzulande entweder aus einem Käfig aus oder wurde ausgesetzt. Genau lässt sich das nicht mehr sagen. Heute fühlt sich der Halsbandsittich vor allem in größeren Städten mit altem Baumbestand wie Parks und Gärten wohl. Er bleibt das ganze Jahr in Deutschland und kann im Sommer wie im Winter beobachtet werden.

Hausrotschwanz

Hausrotschwanz: Er zieht im Herbst in den Norden Afrikas oder den Nahen Osten. (Quelle: imago images/MiS)Hausrotschwanz: Er zieht im Herbst in den Norden Afrikas oder den Nahen Osten. (Quelle: MiS/imago images)

Einst war er vor allem in kargen Bergregionen anzutreffen: der Hausrotschwanz. Heute ist er aus deutschen Städten nicht mehr wegzudenken. Das auffälligste Merkmal des etwas nervösen Zugvogels ist sein rostroter Schwanz, der beim Sitzen auffällig vibriert.

Im Frühling und Sommer können Sie ihn auf Hausdächern beim Singen beobachten. In einigen Regionen gilt der Hausrotschwanz als Glücksbringer. Von November bis März überwintert er im Norden Afrikas und im Nahen Osten.

Verwendete Quellen:

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