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Deshalb steht Grillkohle immer vor dem Supermarkt

Von t-online, ron

Aktualisiert am 08.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Grillholzkohle: Sie ist im Sommer einer der Verkaufsschlager.
Grillholzkohle: Sie ist im Sommer einer der Verkaufsschlager. (Quelle: Joker/imago-images-bilder)
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Jeder kennt es: Direkt im Eingangsbereich des Supermarkts baut sich mit aller Wahrscheinlichkeit entweder Grillkohle oder Blumenerde auf. Ja klar, das soll zum Kauf verleiten. Aber ist das der einzige Grund?

Egal ob spezielle Beleuchtung, gut platzierte Sonderangebote oder eine perfekte WohlfĂŒhltemperatur von exakt 19 Grad Celsius: Discounter und SupermĂ€rkte lassen sich einiges einfallen, um Kunden zu bewegen, mehr einzukaufen, als sie ursprĂŒnglich vorhatten.


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Denn: Wer sich wohlfĂŒhlt, bleibt lĂ€nger im Markt, und entdeckt hier und dort noch ein Produkt, das am Ende in seinem Einkaufswagen landet. Dabei folgt der Aufbau von SupermĂ€rkten immer einem Ă€hnlichen Muster.

AußenprĂ€sentation als Kaufanreiz

Das fĂ€ngt schon im Außenbereich an. Hier findet der Kunde direkt vor oder neben dem Haupteingang ganz bestimmte Produkte: Grillkohle und Blumenerde im Sommer. Streusalz und Kaminholz im Winter. AußenprĂ€sentation als Kaufanreiz, denkt man sofort.

Aber sollen schnödes Brennholz oder Streusalz in schweren PlastiksĂ€cken wirklich mehr Kunden in den Markt locken? Ein großer Hingucker sind sie jedenfalls nicht.

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In gewisser Weise aber schon. Zum einen zĂ€hlen beide Artikel nicht zum normalen Sortiment. Deshalb mĂŒsse man die Kundschaft darauf aufmerksam machen, sagt Hans-Georg HĂ€usel, Experte fĂŒr Neuromarketing und Autor des Buchs "Kauf mich!" auf Anfrage von t-online.

RegalplÀtze sind extrem kostbar

Zum anderen stehen Kaminholz und Streusalz deshalb davor, "weil es sich um großvolumige Artikel handelt, die in den normalen Regalen oder Aktionszonen keinen Platz haben." Denn: Die RegalplĂ€tze im Markt sind extrem kostbar.

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"Da der Einkauf im Supermarkt zu 80 Prozent aus Gewohnheit besteht, erwarten die Kunden, dass die Regalbelegung immer die Gleiche ist", erklĂ€rt HĂ€usel. MĂŒsste man Brennholz und Streusalz in den normalen Regalen saisonal unterbringen, wĂŒrde sich das erheblich auf den gesamten Ablauf auswirken. Stehen beide kiloschweren Artikel vor dem Supermarkt, seien zudem die Einkaufswagen nicht weit entfernt, meint HĂ€usel.

"Nicht sehr diebstahlgefÀhrdet"

Und was sagt der Einzelhandel selbst? t-online hat sich bei der Edeka-Zentrale in Hamburg erkundigt. In dem Verbund sind einige Tausend selbststĂ€ndige Kaufleute organisiert, die allerdings allein bestimmen, welche Waren vor ihren MĂ€rkten prĂ€sentiert werden – und welche nicht.

Aber: "GrundsĂ€tzlich entscheiden sich viele dazu, Kaminholz und Streusalz – ebenso wie Grillkohle und Blumenerde – vor dem Markt oder im Windfang zu platzieren, da diese Produkte nicht sehr diebstahlgefĂ€hrdet sind", sagt Stefanie Adler vom Edeka-Presseteam. DafĂŒr können sie aber Schmutz produzieren, wenn beispielsweise ein Gebinde defekt sei, ergĂ€nzt sie.

Auch deshalb werde Brennholz und Co. in den Außenbereich gestellt. Kaufanreiz hin oder her. Dabei funktioniert dieser doch im Sommer eher bei Beet- und Balkonpflanzen, die oft auch vor dem Eingang zu finden sind. Davon lĂ€sst sich der Kunde gern ins GeschĂ€ft locken.

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  • Jennifer Buchholz
Von Jennifer Buchholz
DiscounterSupermarkt

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