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Larve des Junikäfers: Was Engerlinge gefährlich macht


Was Engerlinge gefährlich macht


Aktualisiert am 30.06.2023Lesedauer: 3 Min.
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Gerippter Brachkäfer: Auch wenn der Junikäfer harmlos aussieht, so kann er doch große Schäden anrichten – und zwar durch seine Larven.Vergrößern des Bildes
Gerippter Brachkäfer: Auch wenn der Junikäfer harmlos aussieht, so kann er doch große Schäden anrichten – und zwar durch seine Larven. (Quelle: STAR-MEDIA/imago-images-bilder)

Für Gärtner sind die Larven des Junikäfers ein echter Graus. Und das aus zwei Gründen. Woran erkennt man die Engerlinge? Und was kann man gegen sie tun?

Der Junikäfer, oder auch Gerippter Brachkäfer genannt, ist vor allem in den Monaten Juni und Juli in der Natur anzutreffen. Seine Larven allerdings können Sie das ganze Jahr über finden. Denn die sogenannten Engerlinge vergraben sich tief in der Erde, verharren dort bis zu zweieinhalb Jahre lang und richten währenddessen große Schäden an Pflanzen an.

Wie sehen Junikäfer-Larven aus?

Die Larven des Junikäfers sehen je nach Stadium unterschiedlich aus. Sie sind zwischen drei und sieben Zentimeter lang. Ihr Körper ist cremeweiß, gelblich und leicht gekrümmt – er ähnelt einem C. Der Kopf des Engerlings ist bräunlich, sein Hinterteil gräulich. Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn er zu den Wurzeln gewandert ist, sind das Beißwerkzeug sowie drei Beinpaare im Brustbereich des Pflanzenschädlings deutlich erkennbar.

Was fressen Junikäfer-Larven?

Die Larven des Junikäfers ernähren sich hauptsächlich von Pflanzenwurzeln. Dazu zählen neben Gräsern und Wildkräutern auch die Wurzeln von Sträuchern, Büschen oder gar jungen Laubbäumen.

Was macht Engerlinge gefährlich?

Da sich die Larven des Junikäfers überwiegend oder fast ausschließlich von Wurzeln ernähren, können sie bei den dazugehörigen Pflanzen große, irreparable Schäden anrichten. Besonders beim Rasen sind die Schäden, die der Engerling anrichtet, besonders erkennbar.

Das Problem ist meist, dass der Wurzelfraß durch die Junikäfer-Larven erst dann an dem Gewächs erkennbar ist, wenn es schon zu spät ist. Durch die Verletzungen kann die Pflanze keine Flüssigkeit und Nahrung mehr aufnehmen. Sie ist zunehmend geschwächt und so stark verletzt, dass sie so gut wie nicht mehr gerettet werden kann.

Es ist daher wichtig, sofort zu handeln, sobald an einer Pflanze erste Anzeichen zu sehen sind. Dann heißt es: die Erde auf einen möglichen Engerling-Befall hin überprüfen und umgehend entsprechende Maßnahmen treffen, um die umliegenden Gewächse zu retten.

Was die Engerlinge wirklich gefährlich macht: Sie locken Wildschweine an. Denn für diese Waldbewohner sind die Junikäfer-Larven eine echte Delikatesse.

Wie kann man die Junikäfer-Larven bekämpfen?

Zwar können Sie gegen einen Befall von Engerlingen vorgehen, indem Sie Junikäfer aus Ihrem Garten verscheuchen, sie an der Eiablage hindern oder Junikäfer allgemein bekämpfen. Zusätzlich sollten Sie aber auch gegen die Junikäfer-Larven vorgehen. Dafür eignen sich verschiedene Methoden:

Nematoden (Heterorhabditis bacteriophora)

Nematoden sind Fadenwürmer, die wenige Millimeter lang sind. Die Parasiten dringen in die Engerlinge ein und geben dann ein Bakterium ab, das für die Larven tödlich ist – allerdings nur im ersten Larvenstadium. Sie sollten die Nematoden-Behandlung also unbedingt im August und September durchführen. Wichtig ist auch, dass Sie die Nematoden abends ausbringen, da die Fadenwürmer lichtempfindlich sind.

Die Methode gilt als umweltschonend und relativ effektiv. Wichtig ist, dass Sie Nematoden der Gattung Heterorhabditis bacteriophora verwenden.

Mechanische Bekämpfung

Im ersten und im dritten Larvenstadium leben Engerlinge dicht unter der Erdoberfläche. Sie können daher auch gut mechanisch bekämpft werden. Damit ist nicht nur das Umgraben und anschließende Aufsammeln der Larven gemeint. Sie können auch mit einer Gartenfräse oder einem Vertikutierer den Tieren den Garaus machen. Wichtig ist, dass sich die Schneiden bis zu zehn Zentimeter tief in das Erdreich graben. Der Nachteil dieser Methode: Durch die scharfen Schneiden werden nicht nur die Engerlinge getötet, sondern auch die Pflanzen an ihren Wurzeln stark verletzt.

Fressfeinde

Vögel, Igel, Maulwürfe, Spitzmäuse und Fledermäuse gelten als natürliche Feinde der Engerlinge. Locken Sie diese Insektenfresser in Ihren Garten, indem Sie ihnen eine möglichst tierfreundliche Umgebung bieten. Das bedeutet: viele Versteckmöglichkeiten, ausreichend Wasser und Nahrung und eine möglichst ökologische Gartenarbeit.

Was mögen Junikäfer-Larven nicht?

Feuchte, dichte und feste Erde mögen die Larven gar nicht. Darüber hinaus meiden sie auch Pflanzen wie Geranien, Rittersporn und Knoblauch.

Sind die Larven des Junikäfers nützlich?

Der Junikäfer (Amphimallon solstitiale) ist ein Pflanzenschädling – genauso wie seine Larven. Dennoch ist das Insekt nützlich, da es für viele Tiere als Nahrung dient.

Die Engerlinge des Rosenkäfers und des Nashornkäfers sind sogar noch anderweitig nützlich. Denn sie ernähren sich vorwiegend von abgestorbenen Pflanzenteilen und fördern teilweise auch das Zusammenspiel von Bakterien und Pilzen im Kompost. Bei der Bekämpfung der Larven sollten Sie daher unbedingt vorher sichergehen, um welche Art es sich handelt.

Verwendete Quellen
  • Karl Wilhelm Harde, Frantisek Severa und Edwin Möhn: Der Kosmos Käferführer: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co KG
  • Gartengemeinschaft.de "Junikäfer bekämpfen"
  • MDR Gartenratgeber: "Junikäfer mögen's heiß"
  • Plantura.Garden: "Junikäfer"
  • E-nema.de: "Junikäfer bekämpfen"
  • mein-schöner-garten.de: "Junikäfer bekämpfen"
  • Gartenjournal.de: "Junikäfer bekämpfen"
  • Baumpflegeportal.de: "Junikäfer"
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