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Salz als Hausmittel: Diese Salz-Tipps helfen wirklich

Nicht alles ist sinnvoll  

Was Salz als Hausmittel wirklich taugt

15.08.2020, 17:47 Uhr | rw, jb, t-online

Salz als Hausmittel: Diese Salz-Tipps helfen wirklich. Salz: An der falschen Stelle eingesetzt kann das Hausmittel auch Schaden anrichten. (Quelle: imago images/Niehoff)

Salz: An der falschen Stelle eingesetzt kann das Hausmittel auch Schaden anrichten. (Quelle: Niehoff/imago images)

Es ist günstig, in jedem Haushalt vorhanden und vielseitig einsetzbar: Salz. Das Mineral kann aber nicht nur würzen. Es ist auch ein vielseitiges Hausmittel. 

Einst als "weißes Gold" selten und kostbar, findet sich Salz heute in jedem Haushalt. Es ist nicht nur jederzeit verfügbar, sondern auch sehr günstig. Diese Eigenschaften machen Salz zu einem sehr guten und vielseitig verwendbaren Hausmittel. Doch nicht alle Salz-Tipps, die bekannt sind, halten einer Überprüfung stand. An falscher Stelle eingesetzt kann Salz sogar schaden. Wir erklären, was Salz als Hausmittel wirklich taugt und wann man besser zu Alternativen greift.

Angebranntes auf dem Backblech

Sehr effektiv ist Salz, um ein Backblech ganz ohne chemische Reiniger von festgebrannten Fett- und Speiseresten zu befreien. Bestreuen Sie dafür das Blech großzügig damit und geben Sie es bei 50 Grad in den Ofen. Sobald sich das Salz an der Oberfläche bräunlich verfärbt, nehmen Sie das Blech wieder heraus und kippen das Salz ab. Spülen Sie nun das Backblech unter klarem Wasser ab – und es strahlt wieder wie neu.

Salz gegen Rotweinflecken nur bedingt geeignet

Doch nicht alle gängigen Salztipps sind wirklich empfehlenswert. Vor allem der Klassiker, laut dem man Rotweinflecken auf Kleidung, Polstern oder Teppichen mit Salz behandeln sollte, ist mit Vorsicht zu genießen. Zwar bindet Salz Feuchtigkeit und kann bei einem frischen Fleck verhindern, dass er sich weiter ausbreitet. Ist der Rotwein aber bereits in die Textilien eingezogen, hilft es nur wenig. 

Im Gegenteil. Man kann sogar einigen Schaden anrichten, wenn man Flecken auf Teppichen oder Polstermöbeln mit Salz zu Leibe rückt. Keinesfalls sollten Sie versuchen, den Fleck unter Einsatz von Salz herauszureiben. Denn die Speisewürze ist zugleich ein sehr effektives Scheuermittel. Empfindliche Textiloberflächen können Schaden nehmen oder ausbleichen, wenn auf ihnen mit den Salzkristallen gerieben wird.

Tipp
Auf Teppichböden können Sie kohlensäurehaltiges Mineralwasser zur Fleckbehandlung verwenden. 

Salz als günstiger Scheuermilchersatz

An anderer Stelle kann man sich deren scheuernde Eigenschaften aber durchaus zunutze machen. Auf einen feuchten Lappen oder Schwamm gegeben – bei Bedarf unter der Zugabe von herkömmlichem Reinigungsmittel – kann es Scheuermilch ersetzen und gegen grobe Verschmutzungen robuster Oberflächen eingesetzt werden. Aber Achtung: Die Salzkristalle sind oft scharfkantiger als die Bestandteile der Scheuermilch. Testen Sie daher vorab an einer Stelle, ob das Material die Salzanwendung unbeschadet übersteht.

Alufolie und Salz gegen angelaufenes Silber 

Sehr hilfreich ist Salz auch, um angelaufenes Silber wieder zum Glänzen zu bringen. Verantwortlich für die unschönen Verfärbungen sind Schwefelverbindungen in der Luft, die auf der Oberfläche des Silbers durch Oxidation zur Bildung von bräunlichem Silbersulfid führen. Geben Sie das angelaufene Silber zusammen mit Alufolie in einen Topf voller Salzwasserlösung, wird das Silbersulfid wieder zu Silber reduziert. Wichtig ist, dass sich Silber und Alufolie berühren. In kürzester Zeit entsteht ein Schwefelgeruch, der anzeigt, dass die Reaktion wie gewünscht funktioniert und man sieht sehr schnell, wie sich das angelaufene Silber wieder aufhellt.

Kritiker dieser Methode monieren allerdings, dass das im Salz (Natriumchlorid) enthaltene Chlor auf Dauer zur Ermattung des Silbers führe, weil es die Bildung von Silberchlorid befördere. Um diesen Effekt zu minimieren, sollten Sie das Silber also umgehend aus dem Wasser nehmen, sobald die bräunlichen Verfärbungen verschwunden sind.

Salzwasserbad gegen tropfende Kerzen? Ein Mythos

Angeblich soll Salz auch gegen tropfende Kerzen helfen, wenn Sie diese vor dem ersten Entzünden für etwa eine Stunde in ein Salzwasserbad tauchen und hinterher vollständig trocknen lassen. Auch Stefan Thomann, Geschäftsführer der European Candle Association (Europäischer Kerzenverband), kennt diesen Mythos. Und was hält er davon? "Das ist vollkommener Quatsch", erklärt der Fachmann gegenüber t-online.de.

Zwar würden Dochte schon vom Hersteller mit speziellen Salzen imprägniert, Salz sei also tatsächlich im Spiel, jedoch handle es sich dabei nicht um gewöhnliches Speisesalz. Würde dieses tatsächlich gegen das Tropfen helfen, würden die Hersteller es selbst einsetzen. Schließlich haben auch diese ein Interesse daran, dass ihre Produkte möglichst wenig tropfen. "Das einzige, was der Verbraucher mit einem solchen Tauchbad in Salzwasser erreichen kann, ist eine Verschlechterung des Brennverhaltens", stellt Thomann klar.

Gefrierschrank schneller abtauen

Das Abtauen des Gefrier- oder Kühlschranks kann sehr lange dauern, wenn dieser nicht über eine entsprechende Abtauautomatik verfügt. Den Tipp, einen Föhn zu Hilfe zu nehmen, sollten Sie lieber nicht anwenden. Hierbei kann unter Umständen Wasser in das Heißluftgerät gelangen und folglich einen Kurzschluss verursachen. Setzen Sie stattdessen lieber auf Salz. Streuen Sie es auf die dicke Eiskruste. Nach einer kurzen Wirkzeit können Sie diese dann mithilfe eines Schabers entfernen. Wichtig ist, dass Sie anschließend alles gut mit einem feuchten Lappen reinigen und alle Salzreste komplett entfernen. Andernfalls könnten Salzrückstände das Material beschädigen oder die Gefriereigenschaften des Gerätes beeinflussen. Danach können Sie den Kühl- oder Gefrierschrank mit Essigwasser desinfizieren.

Unkraut lieber nicht vernichten

Zwar stimmt es, dass Unkraut zwischen Gehwegplatten und Pflastersteinen mit Salz und Essig bekämpft werden kann. Diese Methode ist jedoch verboten (§ 12 Abs. 2 PflSchG), auch wenn es andere Gerichtsentscheidungen gibt (Aktenzeichen 2 Ss OWi 70/17). Dennoch sollten Sie diese Methode nicht anwenden. Das Gemisch kann den pH-Wert der Erde verändern und die Organismen, die in ihr leben, schädigen. Das kann sich wiederum auf die umliegenden Pflanzen auswirken. 


Doch nicht nur Ihrem Boden tun Sie mit dem Hausmittel nichts Gutes. Auch die Terrassen- oder Gehwegplatten können durch das Salz beschädigt werden: Salzflecken können sich bilden oder Kristalle sich in Steinspalten festsetzen.

Frischkäse und Gemüse bleiben länger haltbar

Der aufgeschnittene Apfel, die angebrochene Frischkäsepackung oder halbierte Salatgurke – nicht immer schafft man es, die Lebensmittel innerhalb der nächsten Tage aufzubrauchen oder zu verwerten. Anstatt zu Frischhaltefolie zu greifen, können Sie übrig gebliebene Speisen auch mit etwas Salz bestreuen. Dies verlängert ihre Haltbarkeit für einen kleinen Zeitraum.

Achtung
Verwenden Sie nicht zu viel von dem Hausmittel, da die Lebensmittel sonst versalzen.

Übrigens: Wem Ananas zu sauer ist, der streut einfach eine Prise Salz über die Frucht. Kurz darauf schmeckt sie wesentlich süßer.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche 

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